Zeitgliederung

„Nicht die Uhr macht den Tag. Die Sonnen, der Ring und der Körper machen ihn; die Uhr erinnert uns nur daran.“ — Arima-zain Eikhard, Betrachtungen der Himmlischen Kreisläufe

Diese Seite hält fest, was alle Menschen Weraldiz’ körperlich und astronomisch teilen. Wie ein Sidd, eine Werkstatt in Zeruko Hiri, ein Auzo-Zirkel oder ein Traumzirkel daraus seinen Tag macht, ist eine andere Frage. Die kulturellen Deutungen folgen weiter unten.

Zeitrechnungen: Neutrale Zeitangaben dieses Wikis stehen in WZ. Non’Gauden verwendet daneben NZ seit der Gründung der Jakintza Ezagutza im Jahr 310 WZ: NZ = WZ − 310. Ein Weraldiz-Jahr umfasst etwa 750 Erdentage; 40 WZ-Jahre entsprechen daher ungefähr 82 Erdenjahren.

Gemeinsames Maß

Weraldiz rechnet in Achtern: 64 Sekunden je Minute, 64 Minuten je Stunde, 8 Tage je Woche, 32 Tage je Monat. Dieses Basis-8-System liegt jeder der folgenden Rechnungen zugrunde, auch wo Kulturen ihre eigenen Namen darübersetzen.

Einheit Dauer
Sekunde etwa 0,96 Erdsekunden
Minute 64 Sekunden
Stunde 64 Minuten
Tag 32 Stunden
Woche 8 Tage
Monat 32 Tage
Jahr 515 Tage

Zwei Sonnen, Dagaz und Kaldaz, gliedern das Jahr in fünf Jahreszeiten. Drei wahre Monde bewegen sich langsam am Himmel: Hwīlô mit 59 Tagen, Marōną mit 16 Tagen und der unberechenbare, rückläufige Draupnaz. Davon zu unterscheiden sind die Ringführer Inara und Velka: Sie vollenden ihre Läufe in etwa 16 bzw. 10,7 Stunden und dienen vielen Uhren als Bezugspunkte.

Die Himmelsgleiche bringt Sonnen, Monde, Ringführer und Barkuz in eine seltene Konstellation. Die erste markiert das Jahr 1 WZ; die zweite wird für 876 WZ erwartet. Was sie bringen wird, ist Gegenstand von Deutung, Berechnung und Sorge, keine gesicherte Vorhersage.

Der tägliche Rhythmus

Zeit Abschnitt Alltägliche Folge
1:00–6:00 Nachtruhe zweite, tiefe Schlafphase
6:00–7:00 Tagesanbruch Erwachen und Vorbereitung
7:00–13:00 Morgenwerk volles Sonnenlicht
13:00–19:00 Schattenruhe Barkuz filtert etwa 70 % des Lichts; Ruhe ist biologisch notwendig
19:00–25:00 Abendwerk zweite helle Arbeitsphase
25:00–28:00 Abendruhe Übergang zur Nacht
28:00–31:00 erste Nachtruhe erste Schlafphase
31:00–1:00 Besinnung bewusste Wachphase zwischen den Schlafphasen

Während der Schattenruhe fällt silbrig-diffuses Licht, die Temperatur sinkt, und Märkte wie körperliche Arbeit pausieren. Die Besinnung liegt um die Nachtmitte. Manche beten, andere sprechen mit der Familie, denken nach oder wachen still. Überall teilt sie die Nacht in zwei Schlafphasen; ihre Bedeutung bestimmt jede Kultur selbst.

Schaltjahre

Ein Schaltjahr tritt ein, wenn die Jahreszahl durch 8 teilbar ist, nicht aber durch 32, außer sie ist zugleich durch 80 teilbar. Dann ergänzt ein vierter Tag die drei Tage außerhalb der sechzehn Monate. Auf 843 WZ folgt das nächste Schaltjahr 848 WZ.

Auwharin: der Kalender der Stämme und der Kirche

Auwharin verwendet sechzehn Monate zu je 32 Tagen. Zwischen dem dritten und vierten Monat liegen drei Tage des Großen Lichterfestes; im Schaltjahr kommt Hauhistą Wesandą, der Tag des Höchsten Seins, hinzu. Diese Rechnung ist die gebräuchlichste Grundlage für kulturübergreifende Daten.

Monat Name Kennzeichen Sonnenphase
1 Niwarunaz Neubeginn Dagaz/Kaldaz im Gleichgewicht
2 Sedislagiþo Aussaat Dagaz zunehmend
3 Blostmaz Blütezeit Dagaz zunehmend
4 Wahsijana Wachstum Dagaz dominant
5 Hauhazsumaraz Hochsommer Dagaz dominant
6 Hauhazsuna Hochsonne Dagaz maximale Ausdehnung
7 Frumistaskapa Frühernte Dagaz abnehmend
8 Austwindaz Ostwind Dagaz abnehmend
9 Aftumistaskapa Späternte Dagaz/Kaldaz im Gleichgewicht
10 Azgo Brache Kaldaz zunehmend
11 Laubaleta Laubfall Kaldaz zunehmend
12 Unþargang Niedergang Kaldaz zunehmend
13 Fargetana Vergessen Kaldaz dominant
14 Frusiklo Frostklaue Kaldaz maximale Ausdehnung
15 Þaujana Auftauen Kaldaz abnehmend
16 Wana Erwachen Kaldaz abnehmend

Die achttägige Woche verbindet die sieben Heerscharen mit einem achten Tag der Erneuerung:

Tag Name Bedeutung Aspekt
1 Liuhtją Tag der Erleuchtung Orden der Lampe
2 Sunją Tag der Wahrheit Die Waage
3 Stōanā Tag der Standhaftigkeit Der Schild
4 Lībanā Tag des Lebens Das Gefäß
5 Sēdiz Tag der Saat Der Samen
6 Atimā Tag des Odems Der Flügel
7 Þankijaną Tag des Geistes Der Spiegel
8 Aiwiskō Tag der Ewigkeit – (Erneuerung)

Wie verbindlich das im einzelnen Dorf oder Stamm gelebt wird, variiert.

Non’Gauden: Zeit als Entwicklung

Non’Gauden behält die sechzehnmonatige Form, nennt die Monate aber nach Schritten der Selbstvervollkommnung. Drei Kalibrierungstage liegen außerhalb der Monate; im Schaltjahr wird Gorentasunaren Eguna hinzugefügt. Für formelle Angaben treten WZ und NZ nebeneinander.

Monat Name Bedeutung
1 Hasiera Beginn
2 Zenbaketa Berechnung
3 Banaketa Zerlegung
4 Batura Vereinigung
5 Eraldaketa Umwandlung
6 Erabilera Anwendung
7 Neurketa Bewertung
8 Hobekuntza Verbesserung
9 Osaketa Eingliederung
10 Probak Erprobungen
11 Idazketa Aufzeichnung
12 Bidalketa Übertragung
13 Hausnartzea Besinnung
14 Prestakuntza Vorbereitung
15 Atsedena Erholung
16 Berrikuntza Neuerung

Die Monate folgen den vier Meisterschaftsgraden: Hastapena (1–2, 15–16), Garapena (3–6), Sakontasuna (7–10), Gorentasuna (11–14).

Die Woche beginnt mit den fünf Jakintza-Tagen: Ezagutza Eguna, Indarra Eguna, Adimen Eguna, Bizitza Eguna und Egitura Eguna. Es folgen Bateratze Eguna, Atseden Eguna und Berrikuntza Eguna. Auch der tägliche Rhythmus erhält eigene Namen: Goizeko für die lange Wachphase, Itzaleko für die Schattenruhe, Gaueko für den Abend, Atseden Hasiera für die erste Nachtruhe, Gauerdiko für die Besinnung und Lokartzeko für die zweite Schlafphase.

Erek Noan: Zeit an den Zeichen des Landes

Die Lithi zählen keine Monate. Ihr Jahreskreis folgt acht Phasen, die nicht an einem Datum, sondern an einem Zeichen der Landschaft beginnen:

Phase Name Zeichen
Frühjahrsbeginn Giđđadálgi Erste Schneeschmelze
Schneeschmelze Suoidni Rentiergeburt
Frühsommer Giđđageassi Mitternachtssonne
Hochsommer Geassi Volle Mitternachtssonne
Frühherbst Čakčadálgi Erste Rentier-Brunst
Spätherbst Čakča Nordlichter kehren zurück
Frühwinter Dálvedálgi Polarnacht beginnt
Winter Dálvi Tiefe Polarnacht

Neben diesen sichtbaren Jahreszeiten erkennen die Noaidi geistige Zeitkreise, die sich mit ihnen überlagern, ohne ihnen zu folgen: Boazu-Áigi, die Rentierzeit, richtet sich nach den Wanderungen der Herden; Máddár-Áigi, die Vorfahrenzeit, nach Perioden intensiver Ahnenkommunikation, oft während der langen Polarnacht; Luonddu-Áigi, die Naturzeit, nach subtileren Kreisläufen wie dem Zug der Vögel; Dáidda-Áigi, die Kunstzeit, markiert die Abschnitte, in denen das Taru besonders kraftvoll durch die Welt fließt.

Auch der Tag wird nach Licht, Wetter und Arbeit gelesen. Gaskabeaivi bezeichnet die hellste und tätigste Zeit, Ádja-beaivi die Übergänge, Idja die Nacht. Unter Mitternachtssonne und Polarnacht verschieben sich diese Begriffe mit dem Land. Die Schattenruhe bleibt körperlich notwendig, wird aber nicht zum starren Stundenplan.

Cel Atiz: Zeit an Naturphasen und Gemeinschaft

Die Cel Hushi gliedern ihr Jahr in fünf bewegliche Naturphasen von jeweils 60 bis 130 Tagen Dauer:

Phase Bedeutung Übergangszeichen
Acale-Thufi Erneuerung erste Blüten der Fanuθna-Bäume, Rückkehr der Zugvögel und drei aufeinanderfolgende warme Träume in der Gemeinschaft
Fler-Thufi Blüte Dagaz’ stärkste Präsenz, Vollblüte der Traumkräuter, kollektive Visionen von Licht
Raχ-Thufi Sammeln erste Ernte, verstärkte Barkuz-Aktivität in der Schattenruhe, gemeinschaftliche Dankträume
Muθ-Thufi Nachdenken Kaldaz’ stärkere Präsenz, fallendes Fanuθna-Laub, kollektive Träume der Erinnerung
Cel-Thufi Stille erster Frost, längste Schattenruhe-Perioden, die tiefsten Träume

Nicht ein einzelnes Zeichen entscheidet, sondern erst wenn mehrere Familien dieselben Zeichen benennen, gilt die Phase als da – gemeinsame Träume zählen dabei so verlässlich wie Wetter und Zugvögel. Die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen dienen als Śpura-Clenar, Sternenanker, ohne das Jahr in feste Monate zu zwingen.

Im Alltag folgen Usil-Śuri, Clan-Luχ, Θefarie-Mlχ, Ratm-Clan, Śera-Turuce und Aχ-Śuθi den wechselnden Energien von Morgen, Arbeit, Ringruhe, Abendwerk, Zusammenkunft und Nacht. Für Handel und Verträge können Cel Hushi die WZ-Rechnung benutzen; für ihr Gemeinschaftsleben sprechen sie häufiger in Zeichen, Phasen und Ereignissen.

Zwischen den Rechnungen

Wer eine Verabredung über Kulturgrenzen hinweg trifft, nennt in der Regel den WZ-Tag und fügt die örtliche Rechnung hinzu. Eine Lithi-Führerin wird dennoch nach dem Zustand der Wege fragen, ein Cel-Hushi-Händler nach dem passenden Zeichen und ein Non’Gaudener nach der präzisen Stunde. Gute Absprachen übersetzen nicht nur Zahlen, sondern auch die Erwartungen, die an ihnen hängen.

Derselbe Augenblick kann so in Auwharin „5. Tag des Hauhazsuna, Jahr 843 WZ, 3. Stunde der Schattenruhe“ heißen, in Non’Gauden „Erabilera 5, 533 NZ, dritte Itzaleko-Stunde“, bei den Lithi „Geassi, in der Dämmerung der Schattenruhe bei stillen Himmeln“ und bei den Cel Hushi „Fler-Thufi, Θefarie-Mlχ bei sanften Winden und klarem Himmel“.