Bevölkerung
„Zähle nicht zuerst die Menschen. Frage, wo ihre Herden weiden, wer ihre Schiffe versorgt und welches Tal sie durch den Winter bringt. Dann erst hat eine Zahl ein Gesicht.“ — aus den Betrachtungen von Maistra Izaskun ez’Bizitza-barne-bi
Alweidar ist kein dicht besiedelter Kontinent. Städte, fruchtbare Täler und Handelswege liegen weit auseinander; zwischen ihnen erstrecken sich Gebirge, Wälder, Küsten und Tundren, die nur wenige Menschen dauerhaft tragen. Zählungen erfassen deshalb vor allem die vier bekannten Großräume. Für Thalaven’dahr gibt es keine belastbare Zahl.
| Region | Schätzung | Größte Siedlung | Siedlungsbild |
|---|---|---|---|
| Auwharin | etwa 1,8 Millionen | Zeruko Hiri, etwa 60.000 | Städte, Dörfer und die Gebiete der neun Stämme |
| Non’Gauden | etwa 1,4 Millionen | Ezagutza, etwa 300.000 | fünf dicht bewohnte Jakintza und ländliche Zwischenräume |
| Cel Atiz | etwa 600.000 | Rasnal, etwa 150.000 | Küstenstädte, Täler, Höfe und kleinere Siedlungen |
| Erek Noan | etwa 40.000 Lithi | keine; die größte dauerhafte Siedlung zählt 150 bis 200 Menschen | weit verstreute Sidd, Küsten- und Winterplätze |
| Thalaven’dahr | unbekannt | Nalzhveyn, etwa 4.000 (Küste) | nur einzelne Küstensiedlungen sind Fremden zugänglich |
Die Zahlen erklären das Land nicht von selbst. Die Lithi verteilen sich mit ihren Herden, Non’Gauden bündelt Menschen um seine Akademien, und Cel Atiz misst dem Gleichgewicht einer Siedlung mehr Bedeutung bei als ihrem Wachstum. Am deutlichsten zeigt es die jeweils größte Siedlung: In Ezagutza lebt gut ein Fünftel aller Non’Gauden, in Rasnal ein Viertel der Cel Hushi, in der Hauptstadt Auwharins kaum mehr als ein Dreißigstel des Königreichs – dessen Menschen sitzen in Stammesgebieten, Marktorten und Dörfern. Wer zwischen den Regionen reist, erlebt darum nicht bloß verschiedene Größenordnungen, sondern verschiedene Vorstellungen davon, wann ein Ort voll ist.
Auwharin
Die meisten Menschen Alweidars leben im Königreich der neun Stämme: acht Aus’Harringer-Stämme und die Argitari als neunter Stamm. Die Stammesgebiete und Städte sind dauerhaft besiedelt, ein Gebiet zählt je nach Größe und Ressourcen zwischen 150.000 und 250.000 Menschen; Zeruko Hiri ist religiöses und politisches Zentrum, Wolfsthal ein bedeutender Ort des Handels und der Vermittlung.
Die Aus’Harringer führen Zugehörigkeit traditionell über die väterliche Linie, die Argitari – etwa 15 % der Bevölkerung – organisieren ihre besonderen Aufgaben in Häusern, den Etxeak. Beides überlagert sich im Alltag mit Handwerk, Landwirtschaft, Zünften und den Einrichtungen der Orden. Die Lebenserwartung liegt im Allgemeinen bei 30 bis 35 Jahren; Alter und Erfahrung genießen dennoch hohes Ansehen.
Erek Noan
Die rund 40.000 Lithi leben nicht in einer Hauptstadt und nicht nach einem einheitlichen Siedlungsplan. Ihr Maß ist der Sidd: ein Familienverband, der Arbeit, Wanderwege und Verantwortung miteinander teilt. Viele Sidd folgen den Rentierherden zwischen Sommer- und Winterplätzen; Küsten-, Wald- und Grenzgemeinschaften haben andere, teils festere Rhythmen.
Kinder wachsen im Sidd auf und lernen durch Teilnahme, Beobachtung und die Weitergabe von Geschichten. Die harten Bedingungen des Nordens prägen eine Lebenserwartung von etwa 25 bis 30 Jahren. In den letzten zwanzig Jahren ist die Geburtenrate um etwa 15 % gestiegen; manche Noaidi lesen darin ein Zeichen der Bajasdolgi. Eine Zahl auf der Karte bleibt hier besonders unvollständig: Sie sagt nichts darüber, wo ein Sidd in diesem Jahr sein Lager aufschlägt oder welche Herde ihn trägt.
Non’Gauden
Die Bevölkerung Non’Gaudens konzentriert sich um die fünf Jakintza Ezagutza, Egitura, Bizitza, Indarra und Adimen. Zwischen ihnen versorgen ländliche Gemeinden die akademischen Zentren. Bildung und berufliche Entwicklung ordnen den Alltag stark, ohne die Familie zu ersetzen: Auzo-Zirkel verbinden Haushalte zu erweiterten Nachbarschaften, in denen Kinderbetreuung, Arbeit und gegenseitige Hilfe geteilt werden.
Mit etwa 35 bis 40 Jahren hat Non’Gauden die höchste durchschnittliche Lebenserwartung der bekannten Großräume. Seine medizinischen Kenntnisse und die enge Organisation der Gemeinschaft tragen dazu bei. Dass die Zahl der Geburten gering bleibt, gehört ebenso zum beobachtbaren Bild wie die große Investition in die Ausbildung jedes Kindes.
Über die Jakintza hinweg gliedert sich die Bevölkerung nach erreichter Entwicklung: Jakintza-Mitglieder stellen etwa 5 %, Adimen-Garatuak (höher gebildete Spezialisten) etwa 25 %, Langileak (qualifizierte Handwerker und Händler) etwa 45 %, Laguntzaileak (einfache Arbeiten) etwa 20 % und Baztertuak (ohne formale Bildung) etwa 5 %.
Cel Atiz
In Cel Atiz leben viele Menschen in und um Rasnal, Vetluna, Pupluna und die Siedlungen am Luruna-See. Darüber hinaus prägen Höfe, Werkstätten und kleinere Gemeinschaften die fruchtbaren Täler und die Küste. Formelle Hierarchien treten wenig hervor; Entscheidungen wachsen aus Beziehungen, sozialen Signalen und dem Rat der Eisnar Cipen, wenn dieser erbeten wird.
Biologische und gewählte Verwandtschaft stehen nebeneinander. Kinder wachsen oft in größeren, altersgemischten Zusammenhängen auf, und Familien bleiben meist klein: Zwei Kinder gelten als das rechte Maß, mehr als drei manchen bereits als Mangel an Rücksicht, weshalb die Bevölkerung seit Generationen kaum wächst. Die Lebenserwartung von 34 bis 38 Jahren liegt nahe bei jener Non’Gaudens – und das, obwohl Cel Atiz dessen Heilkunst nicht kennt, allein durch die Art zu leben. Wie die Cel Hushi selbst das geringe Wachstum ihrer Bevölkerung deuten, ist von außen schwer zu fassen und wird selten in Zahlen beantwortet.
Jenseits der Zählung
Von den Veyn sind vor allem die Veynun an den Küsten Thalaven’dahrs bekannt. Ihre Gemeinden erlauben gelegentlichen Handel, geben Fremden aber keinen Einblick in das Landesinnere. Jede Bevölkerungszahl für diese Region wäre daher Spekulation.
Unter Barkuz leben die Menschen Alweidars in sehr verschiedenen Dichten und Bindungen. Gerade daraus entstehen die Wege, auf denen sie einander begegnen: die Stadt, die Herde, die Akademie, der Hafen und der Markt.
Eine Beobachtung fügt sich in keine der Zahlen: Immer wieder, sobald eine Gegend eine gewisse Dichte erreicht, folgen ungewöhnlich geburtenarme Jahrgänge – als setze die Welt selbst eine Grenze, die kein Gelehrter benennen kann.