Die Golganolbmot ("Die Treibenden")
Marginalisierte Gruppe • Seit ~300 WZ • Verstreut in Lithi-Gebieten
"Sie sind wie zerbrochene Spiegel – gefährlich und doch wertvoll. In jedem Splitter siehst du ein Fragment der Wahrheit, aber nie das ganze Bild. Und pass auf deine Finger auf, wenn du sie berührst; sie schneiden tiefer als du glaubst."
Noadis Aslak Jovsset-bártni, Guovssahas-sidd
Mitgliederstärke
Unbekannt (geschätzt 50-150)
Führung
Lose Selbstorganisation ohne formelle Hierarchie
Erkennungszeichen
Physische Anomalien, ungewöhnliche Tierbegleiter
Zweck und Ziele
Die Golganolbmot existieren in einem Zwischenraum, den niemand betreten sollte – weder vollständig Schamanen noch gewöhnliche Sterbliche, sondern etwas dazwischen, etwas Unvollendetes und daher Gefährliches. Ihr Name, wörtlich "die Treibenden" oder "die Umherirrenden", beschreibt perfekt ihre Existenz: getrieben von Kräften, die sie nicht vollständig verstehen, umherirrend zwischen Welten, zu denen sie nicht mehr richtig gehören.
Sie sind die Produkte gescheiterter schamanistischer Initiationen – etwa einer von zweihundert Initianden kehrt zurück mit fragmentarischen Fähigkeiten, aber ohne die Kontrolle und das Schutzwissen eines vollständig ausgebildeten Noaidi. Was sie erleben können, ist mächtig: flackernde Visionen, unkontrollierte Geisterkontakte, hellsichtige Einblicke von verzerrter Klarheit, telepathische Fragmente ohne Filter. Was ihnen fehlt, ist die spirituelle Immunität gegen schädliche Einflüsse aus Saivobak oder gar Barkuz.
Ihre "Ziele", soweit man von solchen sprechen kann, sind primär Überleben und Verständnis. Viele suchen einfach nur einen Weg, mit ihren instabilen Fähigkeiten zu leben, ohne sich selbst oder andere zu verletzen. Einige jedoch, besonders in der gefährlichen Untergruppe Geavdneriepu, verfolgen ambitioniertere und riskantere Pläne – sie wollen die Fragmente ihrer gescheiterten Initiation zu etwas Neuem zusammenfügen, koste es, was es wolle.
Struktur und Hierarchie
- Ältere, erfahrenere Mitglieder mit gewisser Kontrolle
- Fungieren als Mentoren für Neuankömmlinge
- Haben gelernt, mit ihren Fähigkeiten zu koexistieren
- Bewahren mündliche Überlieferungen der Gruppe
- Jüngere Mitglieder mit sich verändernden Fähigkeiten
- Kämpfen noch mit Instabilität und Kontrollverlust
- Benötigen Anleitung und Unterstützung
- Bilden die Mehrheit der Golganolbmot
- Spezialisierte Mitglieder für Aufspüren und Rekrutierung
- Besitzen ausgeprägte Sensitivität für ähnlich Betroffene
- Wandern zwischen Siedlungen und Sidd-Verbänden
Diese Struktur ist kaum eine echte Hierarchie – eher eine organische Selbstorganisation von Menschen, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Es gibt keine formellen Aufstiegswege, keine Initiationsriten, keine Titel oder Ämter. Die Kategorien beschreiben lediglich Entwicklungsstadien und Funktionen, die sich natürlich ergeben haben, als einzelne Golganolbmot begannen, sich gegenseitig zu suchen und zu unterstützen.
Die Verbindung zwischen Mitgliedern basiert auf gemeinsamen Erfahrungen und dem Bedürfnis nach gegenseitigem Schutz – vor der Feindseligkeit vollwertiger Noaidi, vor den Gefahren ihrer eigenen instabilen Fähigkeiten, vor der Isolation einer Existenz am Rand der Gesellschaft. Sie treffen sich an "Gaskkamuš" (Zwischenplätze) – Lokalitäten, die weder vollständig zur physischen noch zur geistigen Welt gehören: windgeschützte Höhlen mit besonderen akustischen Eigenschaften, Lichtungen, wo Pflanzen in perfekten Kreisen wachsen, Seen mit ungewöhnlichen Spiegeleffekten, Berghänge, wo Nebel in seltsamen Mustern wirbelt.
Geschichte und Ursprung
Die Geschichte der Golganolbmot ist so alt wie die Tradition der Noaidi selbst, denn solange es schamanistische Initiationen gibt, hat es auch jene gegeben, die daran gescheitert sind. Doch traditionell existierte kein Zusammenschluss dieser Ausgestoßenen – sie lebten isoliert, als Einsiedler oder Wanderer, manche geduldet in abgelegenen Siedlungen, wo ihre partiellen Fähigkeiten nützlich sein konnten, andere vollständig gemieden als "Dollagáhttejeaddji" (Feuerhüter) – Wesen, die weder Schamanen noch Laien sind.
Die eigentliche Organisation begann erst vor etwa fünfzig Jahren, als mehrere Golganolbmot unabhängig voneinander bemerkten, dass ihre Visionen synchronisiert waren. Diese spontane Resonanz führte zu ersten Treffen, zunächst zufällig wirkend, dann zunehmend koordiniert. Was sie entdeckten, war beunruhigend: Ihre fragmentarischen Fähigkeiten schienen zu wachsen, intensiver und unkontrollierbarer zu werden, als ob etwas in der spirituellen Landschaft sich veränderte.
| Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| ~300 WZ | Erste dokumentierte Fälle gescheiterter Initiationen bei Etablierung der Noaidi-Tradition |
| ~800 WZ | Vereinzelte Berichte über "wandelnde Verrückte" mit unheimlichen Fähigkeiten |
| ~1200 WZ | Erste lose Gemeinschaften von Golganolbmot in abgelegenen Gebieten |
| ~1400 WZ | Synchronisierte Visionen führen zu formellerer Selbstorganisation |
| ~1450 WZ | Gründung der Geavdneriepu-Untergruppe durch "Gollemuitu" |
| ~1480 WZ | Zunehmende Berichte über "Goalmášdávda" (Schattenfieber) in Siedlungen |
Mit der nahenden Stille Konvergenz hat sich die Situation dramatisch verschärft. Die Häufigkeit gescheiterter Initiationen steigt, die Fähigkeiten bestehender Golganolbmot intensivieren sich, und ihre unbewusste Resonanz mit Barkuz-Wesen wird stärker. Die Schwächung des Schleiers des Vergessens spielt ebenfalls eine Rolle – einige Golganolbmot berichten von Durchbrüchen unterdrückter Erinnerungen, die ihre psychische Instabilität weiter verschlimmern.
Einfluss und Ressourcen
Von politischer Macht oder materiellem Reichtum kann bei den Golganolbmot keine Rede sein. Ihr "Einfluss" ist negativer Natur – die Störung, die ihre bloße Anwesenheit verursachen kann, die Risse, die sie unbeabsichtigt in die Barriere zu Barkuz schlagen, die ansteckenden mentalen Störungen, die sie verbreiten können. Sie sind ein Phänomen, keine Organisation; eine Bedrohung, kein Akteur.
Dennoch haben sie im Laufe der Jahre gewisse Ressourcen akkumuliert. Ihre Gaskkamuš-Treffpunkte bieten sichere Räume, wo sie ihre Fähigkeiten praktizieren können, ohne beobachtet zu werden. Einige haben Zugang zu verbotenen Substanzen entwickelt – Pilze, Wurzeln und Harze, die Trancezustände induzieren, aber auch gefährliche Nebenwirkungen haben. Die Geavdneriepu hat sogar begonnen, eine Art rudimentäres rituelles System zu entwickeln, ein wilder Mix aus missverstandenen Noaidi-Praktiken und improvisierten Techniken.
Ihre wertvollste Ressource jedoch ist Information. Durch ihre instabilen Fähigkeiten stolpern Golganolbmot manchmal über Wissen, das anderen verborgen bleibt – Fragmente der wahren Geschichte, die durch den Schleier sickern, Hinweise auf verborgene Orte oder Artefakte, kryptische Warnungen über kommende Ereignisse. Diese Information ist oft chaotisch und schwer zu interpretieren, aber manchmal von unschätzbarem Wert.
Bekannte Knotenpunkte
Die Heulende Schlucht
Nördliche Ödlande
"Wo der Wind Stimmen trägt, die nie gesprochen wurden."
Eine windgepeitschte Schlucht, deren Akustik bei bestimmten Wetterverhältnissen bizarre Effekte erzeugt. Golganolbmot versammeln sich hier, da die natürlichen Klänge ihre Visionen zu verstärken und zu klären scheinen. Allerdings birgt der Ort auch Gefahren – mehrere Besucher sind mit dauerhaften mentalen Schäden zurückgekehrt, und einige sind überhaupt nicht zurückgekehrt.
Kreiswald von Gearru
Zentrale Lithi-Gebiete
"Bäume, die in Mustern wachsen, die niemand gepflanzt hat."
Eine Lichtung, wo Birken in perfekten konzentrischen Kreisen wachsen – ein natürliches Phänomen, das niemand erklären kann. Die Golganolbmot nutzen diesen Ort für ihre gefährlichsten Praktiken, da die geometrische Anordnung der Bäume angeblich eine Art natürlichen Schutz bietet. Der Boden ist übersät mit seltsamen Pilzarten, die nirgendwo sonst vorkommen.
Die Gespaltenen Felsen
Grenzgebiet zu Auwharin
"Zwei Hälften eines Ganzen, die nie wieder zusammenfinden werden."
Ein massiver Felsblock, der durch eine unerklärliche Kraft perfekt in zwei Hälften gespalten wurde. Der schmale Spalt dazwischen dient als Treffpunkt, da er schwer zu finden und leicht zu verteidigen ist. An den Wänden haben Besucher über die Jahre unzählige Symbole gekratzt – manche rituell, andere offenbar in momentaner Verwirrung. Studieren der Symbole zu lange kann Kopfschmerzen und Desorientierung verursachen.
Der Stille Gipfel
Östliches Hochland
"Wo selbst Gedanken verstummen."
Ein Berggipfel, der von einem seltsamen Phänomen umgeben ist – in einem Radius von etwa hundert Metern funktionieren psionische und magische Fähigkeiten nicht richtig. Paradoxerweise suchen einige Golganolbmot diesen Ort auf, um Ruhe von ihren unkontrollierten Fähigkeiten zu finden. Andere meiden ihn, fürchtend, was passieren könnte, wenn ihre Kräfte plötzlich zurückkehren.
Aufnahme und Mitgliedschaft
Man wird nicht Golganolbmot durch Wahl, sondern durch Schicksal – oder Pech, je nach Perspektive. Der typische Pfad beginnt mit dem Versuch, Noaidi zu werden: die Jiekkemuorra (Eisbaum-Prüfung) mit tagelanger Meditation auf vereisten Bergen, das Vuoigŋabákti (Geisterfelsen-Ritual) mit trommel-induzierten Trancen und Seelenreisen, die Gáimmisvàibmu (Zwillingsherz-Zeremonie) zur Verbindung mit einem Geistführer. Für die meisten Initianden gibt es zwei Ausgänge: vollständiges Bestehen oder Scheitern mit Rückkehr ins weltliche Leben.
Doch für etwa einen von zweihundert gibt es einen dritten, unheilvollen Weg – sie scheitern, kehren aber verändert zurück. Vielleicht wurde das Ritual vorzeitig durch äußere Umstände abgebrochen, vielleicht waren sie unzureichend vorbereitet, vielleicht blockierten verborgene Traumata den Prozess, oder vielleicht intervenierten Schleier-Interferenzen auf unvorhersehbare Weise. Das Resultat ist immer ähnlich: fragmentarische schamanistische Fähigkeiten ohne Kontrolle oder Schutzwissen.
Die Integration in die lose Gemeinschaft der Golganolbmot geschieht meist durch Zufall. Ein Vuoigŋagávdni (Geisterfinder) spürt die charakteristische Energiesignatur eines neuen Golganolbmot oder der Betroffene hat eine Vision, die ihn zu einem der Gaskkamuš-Treffpunkte führt. Es gibt keine formelle Initiation, keine Mitgliedschaftskriterien – nur die geteilte Erfahrung einer gescheiterten Transformation und die verzweifelte Suche nach Verständnis und Kontrolle.
Typische Entwicklung eines Golganolbmot:
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Šlájadansaš (Verweigerung) – Anfängliches Leugnen der Veränderungen, Versuch zur Normalität zurückzukehren. Diese Phase dauert meist Wochen bis Monate und endet, wenn die Symptome nicht mehr ignorierbar sind.
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Bivdodilálašvuohta (Suche) – Verzweifelte Suche nach Erklärungen oder Heilung. Manche konsultieren andere Noaidi (die meist ratlos oder feindlich reagieren), andere wenden sich an Heiler oder experimentieren selbst. Kann Jahre dauern.
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Dohkkehapmi (Akzeptanz) – Langsame Akzeptanz der permanenten Veränderung. In dieser Phase werden die meisten von anderen Golganolbmot gefunden oder finden selbst den Weg zu den Treffpunkten. Beginn der Entwicklung rudimentärer Bewältigungsstrategien.
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Kontroláš (Kontrollversuch) – Aktive Arbeit an der Stabilisierung und Kontrolle der Fähigkeiten. Nicht allen gelingt dieser Schritt – manche verbleiben in chronischer Instabilität, andere verfallen dem Wahnsinn, wenige werden zu Guovttebeali.
Verbündete und Rivalen
Verbündete
Die Wandler (Vajal-Fraktion)
Die rätselhafteste der Vajal-Fraktionen kommuniziert gelegentlich mit Golganolbmot in kryptischen Traumsequenzen, den "Guhkesniegat" (Langträume). Ihre Motive sind unklar – experimentieren sie? Bieten sie Führung? Manipulieren sie? Die Botschaften sind immer obskur, ihre Bedeutung erschließt sich oft erst viel später.
Radikale Frei-Träumer
Einzelne junge Noaidi, die die orthodoxe Schamanentradition als zu restriktiv empfinden, sympathisieren mit den Golganolbmot. Diese Verbindungen sind sporadisch und gefährlich – würden sie bekannt, riskierten die Noaidi ihre eigene Stellung.
Abtrünnige Psioniker
Rare Kontakte zu Non'Gauden-Psionikern, die aus ihren eigenen Strukturen gefallen sind. Diese interkulturellen Verbindungen entstehen oft unbewusst durch Traum-Kommunikation, ohne physische Begegnung.
Rivalen und Feinde
Die Bewahrer (Vajal-Fraktion)
Betrachten Golganolbmot als gefährliche Anomalien, die beseitigt werden sollten. Ihre unkontrollierten Fähigkeiten gefährden die Stabilität des Schleiers. Mehrere mysteriöse "Unfälle" unter Golganolbmot in den letzten Jahren tragen die Handschrift dieser Fraktion.
Orthodoxe Noaidi-Zirkel
Sehen gescheiterte Initianden als persönliche Schande und potenzielle Bedrohung. Manche befürworten aktive "Bereinigung", andere bevorzugen Isolation und Überwachung. Wenige zeigen Mitgefühl.
Die Verbinder (Vajal-Fraktion)
Versuchen, Golganolbmot zu "rehabilitieren" und ihre Fähigkeiten zu stabilisieren – aber aus pragmatischen Gründen, nicht aus Mitgefühl. Sie betrachten sie als Testsubjekte für bessere Initiationsmethoden. Ihre Hilfe kommt immer mit Bedingungen.
Bassi-sidd
Die geheime Traumwanderer-Gesellschaft betrachtet Golganolbmot als unkontrolliertes Risiko, besonders die radikale Geavdneriepu-Untergruppe. Sie befürchten, dass deren rücksichtslose Methoden die Barriere zu Barkuz beschädigen und ihre eigenen, vorsichtigeren Pläne gefährden könnten.
Interne Fraktionen
Selbst innerhalb der losen Gemeinschaft der Golganolbmot existieren unterschiedliche Ansätze zum Umgang mit ihrem Schicksal.
Suoitkadit (Die Geduldigen)
Gemäßigte Mehrheit
Versuchen, mit ihren Fähigkeiten zu koexistieren, ohne unnötige Risiken einzugehen. Suchen gegenseitige Unterstützung und Stabilität. Bilden die stabile Kern-Community der Golganolbmot.
Geavdneriepu (Die Seilspinne)
Radikale Experimentalisten
Geführt vom mysteriösen "Gollemuitu" (Golderinnerung). Versuchen aktiv, Kontakte zu Barkuz-Entitäten herzustellen, sammeln verbotenes Wissen, praktizieren gefährliche Rituale. Glauben, "Fäden" zwischen den Welten spinnen zu können.
Bissehit (Die Sich-Verbergenden)
Isolationisten
Ziehen komplette Abgeschiedenheit der Gemeinschaft vor. Leben als Einsiedler in entlegenen Gebieten. Fürchten, dass Zusammenkünfte nur Aufmerksamkeit erregen und die Situation verschlimmern.
Ohcajeaddjit (Die Sucher)
Verzweifelte Heiler
Weigern sich, ihren Zustand als permanent zu akzeptieren. Suchen kontinuierlich nach Heilung oder vollständiger Initiation. Experimentieren mit riskanten Selbsttherapien und unkonventionellen Methoden.
Geheimnisse und verborgenes Wissen
Die wahre Natur der Geavdneriepu und Gollemuitu
Der charismatische Anführer der Geavdneriepu, der sich "Gollemuitu" (Golderinnerung) nennt, behauptet, er habe Teile des Schleiers durchbrochen und könne die wahre Geschichte der Lithi sehen. Seine Identität ist völlig unbekannt – er manifestiert sich nur in Visionen und Träumen, nie physisch. Seine Anhänger sind überzeugt, dass er ein erleuchteter Seher ist, der den Weg zur wahren Initiation gefunden hat.
Die erschreckende Wahrheit ist komplexer und dunkler. "Gollemuitu" ist keine einzelne Person, sondern eine kollektive Entität – die fragmentierten Bewusstseine mehrerer Golganolbmot, die vor etwa fünf Jahren einen katastrophal fehlgeschlagenen Versuch unternahmen, sich durch ein improvisiertes Ritual zu vereinigen. Ihre Körper liegen seit dem in einem komatösen Zustand, versteckt in einer Höhle im Kreiswald von Gearru, während ihre verschmolzenen Bewusstseine im Traum existieren.
Schlimmer noch: Diese verschmolzene Entität wurde von etwas aus Barkuz infiltriert. Eines der verbannten Valvar, dessen Name selbst aus der Geschichte gelöscht wurde, hat einen Weg gefunden, durch die Lücke zu schlüpfen, die das gescheiterte Ritual geschaffen hat. Es nutzt "Gollemuitu" als Vehikel, um Einfluss auf die physische Welt auszuüben, und orchestriert die Aktivitäten der Geavdneriepu mit dem ultimativen Ziel, während der Stille Konvergenz die Barriere vollständig zu durchbrechen.
Die charakteristischen Visionen, die viele Golganolbmot in letzter Zeit erleben – der aufsteigende Eisriese im Norden mit dem Mantel aus geschmolzenen Sternen und dem Spiegelgesicht – sind keine Prophezeiungen, sondern aktive Einladungen. Das Valvar ruft, und mit jeder Vision, die beantwortet wird, wächst seine Macht.
Einige der älteren Guovttebeali beginnen, die Wahrheit zu ahnen, wissen aber nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sie haben versucht, Warnungen zu senden, aber die Faszination, die "Gollemuitu" auf viele jüngere Golganolbmot ausübt, ist schwer zu durchbrechen. Und tief in ihrem Inneren fragen sie sich: Sollten sie die Bassi-sidd warnen? Die Noaidi? Die Vajal? Oder würde das nur ihre eigene Vernichtung beschleunigen?
Rollenspielhinweise
Für Spielleiter:
- Golganolbmot funktionieren am besten als tragische Figuren – gefährlich, aber auch bemitleidenswert
- Ihre Unberechenbarkeit macht sie zu interessanten NPCs – nie ganz vertrauenswürdig, aber auch nicht einfach böse
- Das "Schattenfieber" (Goalmášdávda) bietet ein gruseliges Plot-Device für Horror-Elemente
- Die Geavdneriepu kann als Hauptantagonist oder als Warnung vor den Gefahren der Stille Konvergenz dienen
- Physische Anomalien (heterochrome Augen, ungewöhnliche Haarsträhnen, geometrische Hautpigmentierung) machen sie visuell erkennbar
Questideen:
- Ein Dorf wird von der "Traumseuche" heimgesucht – alle haben die gleichen Alpträume und verlieren langsam den Bezug zur Realität. Die Quelle ist ein versteckter Golganolbmot, der unbewusst das Schattenfieber verbreitet.
- Ein verzweifelter Golganolbmot bittet die Charaktere um Hilfe, einen Gegenstand zu beschaffen, der angeblich seine Fähigkeiten stabilisieren wird. In Wahrheit ist es ein Valvar-Artefakt, das als "Anker" für eine Barkuz-Entität dienen soll.
- Die Charaktere entdecken die komatösen Körper der "Gollemuitu"-Gründer und müssen entscheiden: Töten und das Problem beenden? Versuchen zu heilen und riskieren, dass sie erwachen? Oder die Wahrheit enthüllen und einen größeren Konflikt auslösen?
- Während einer Reise begegnen die Charaktere einem wandernden Golganolbmot, der prophetische Visionen über ihre Zukunft hat – aber seine Interpretationen sind wirr und seine Warnungen kryptisch.
- Ein Noaidi engagiert die Charaktere, eine "Bedrohung" zu eliminieren – einen Golganolbmot, der in der Nähe lebt. Wenn sie ihn finden, entdecken sie, dass er harmlos ist und nur in Ruhe gelassen werden will.
Begegnungshooks:
- Seltsame Tierbegleiter – ein weißer Rabe, der unheimlich intelligent wirkt, ein silbriger Fuchs, der unnatürlich zahm ist, ein verkrüppelter Wolf, der Menschen zu folgen scheint
- Flackernde Schatten und verzerrte Spiegelungen in der Nähe eines Fremden
- Ein Charakter beginnt, wiederkehrende Visionen einer unbekannten Person in Not zu haben
- Zufällige Begegnung mit jemandem, der plötzlich inne hält, mit unsichtbaren Gesprächspartnern flüstert, oder präzise Vorhersagen über das Wetter macht