Azarils Boten
Gleich Asche im bleichen Scheine der beiden Himmelslichter tanzten die Schneeflocken, die durch den wabernden Nebel die erstarrte Landschaft in ein fahles Licht zu tauchen vermochten. Der Wind trug das klagende Geheul ferner Wölfe über die schneebedeckten Anhöhen vor Duottar-Vari. Aldrich Eichental ließ sich auf ein Knie nieder und ließ den Schnee durch seine Finger gleiten. Eine volle Woche war vergangen, seit die Handelskarawane aus Wolfsthal hätte eintreffen sollen. Sieben lange Tage, in denen die Sidd ihre kostbaren Felle nicht hatten zum Tausche darbieten können. Sieben Tage, in denen die Kälte eine immer größere Macht über das Land erlangt hatte.
"Nichts gefunden?" Saulas Stimme drang gedämpft durch den Wind. Der hochgewachsene Argitari stand regungslos, die silbernen Verzierungen seiner Rüstung vom trüber werdenden Lichte der Himmelskörper umspielt.
Aldrich erhob sich langsam. "Die Spur ist dem Angesichte der Erde entrückt. Der Schnee hat alles unter seinem weißen Leichentuch begraben." Sein Blick wanderte zu Nilas hinüber, der schweigend am Rande einer Klippe stand, den Blick in die unermessliche Ferne gerichtet. Der Lithi-Schamane hatte seit Stunden kaum ein Wort von seinen Lippen entlassen.
"Wir sollten den Rückweg antreten", sprach Saula. "Bei Einbruch der Schattenruhe hier draußen zu verweilen erscheint mir als unweise Entscheidung."
"Nein." Nilas' Stimme schnitt gleich einer Klinge durch den Wind. "Dort." Er wies mit der Hand auf einen schmalen Durchgang zwischen zwei schneebedeckten Bergrücken. "Die Ahnen haben zu mir gesprochen. Sie befinden sich dort."
Aldrich wusste, dass Aus'Harringer Vernunft gegen Lithi-Intuition nur geringen Einfluss zu üben vermochte. "Der Pass birgt Gefahren. Lawinen sind—"
"Sie sind dort", wiederholte Nilas mit einer Bestimmtheit, die keinerlei Widerrede duldete. "Und sie weilen nicht in Einsamkeit."
Ein Schauer, der nichts mit der Kälte gemein hatte, durchlief Aldrichs Wesen. Er tauschte einen Blick mit Saula, der unmerklich das Haupt neigte. Die Entscheidung war gefällt.
Die Schattenruhe würde bald ihr Reich errichten.
Der Himmel verdunkelte sich, als Barkuz' majestätischer Reigen sich zwischen Weraldiz und die Sonnen schob. Die Welt versank in silbrigem Zwielicht. Im Schutze eines überhängenden Felsens suchten die drei Gefährten Rast.
"In der Stadt sprechen sie über dich", wandte sich Saula an Nilas, während er mit methodischer Sorgfalt sein Schwert polierte. "Den neuen Noaidi vom Guovssahas-sidd. Man raunt, du besäßest die Gabe, mit den Bajasdolgi Zwiesprache zu halten."
Nilas' Antlitz blieb ohne Regung. "Die Stadtmenschen vermögen unsere Pfade nicht zu begreifen."
"Doch glaubst du, dass ein Wesen... oder jemand... uns in diesen Pass zu führen sucht?"
"Ich weiß es." Nilas schloss die Augen. "In der vergangenen Nacht träumte ich von einem Orte zwischen Licht und Dunkelheit. Von Stimmen, die Worte sprechen, welche keine Worte sind." Er zog seine Trommel hervor und berührte die gespannte Haut mit den Fingerspitzen. "Die Pfade der Karawane haben sich mit den Pfaden anderer gekreuzt. Pfade, die nicht für die Füße der Menschen bestimmt sind."
Aldrich beobachtete in schweigender Betrachtung, wie Nilas die Trommel mit geschlossenen Augen liebkoste. Es schien unmöglich zu sagen, ob der Schamane in einen Zustand der Trance gesunken war oder lediglich seinem Denken nachhing. Die Lithi blieben ihm ein Rätsel, ungeachtet der Handelsbeziehungen zwischen ihren Völkern.
Ein plötzliches Aufheulen des Windes ließ sie alle aufhorchen.
"Dies klingt nicht nach dem Werke der Natur", sprach Aldrich leise und spürte, wie sich die Haare in seinem Nacken aufrichteten.
"Die Stunde ist gekommen", verkündete Nilas und erhob sich mit einer fließenden Bewegung. "Wir müssen unseren Weg fortsetzen."
"Während der Schattenruhe?" Saula zog die Stirn in Falten. "Das erscheint—"
"Notwendig", unterbrach ihn Nilas. Seine Augen schienen im Zwielicht eine eigene Leuchtkraft zu besitzen. "Man erwartet uns."
Der Pass verengte sich zu einer Schlucht, deren Wände sich drohend zu beiden Seiten emporreckten. Der Wind schien hier eine Stimme zu besitzen – ein Flüstern, das an der Grenze des Vernehmbaren lag. Aldrich richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf den Pfad vor ihnen, jeden Schritt mit Bedacht setzend. Die Luft wurde merklich kälter, je tiefer sie in die Schlucht vordrangen.
"Etwas steht nicht im rechten Verhältnis", flüsterte Saula. Seine Hand ruhte am Griffe seines Schwertes. "Es drängt sich mir auf, als würden wir von unsichtbaren Augen betrachtet."
Ein leises Knirschen über ihren Häuptern ließ alle drei erstarren. Aldrich blickte empor, vermochte aber in der silbrigen Dämmerung nur die dunklen Umrisse der Felswände zu erkennen.
"Wir müssen weiter", drängte Nilas. "Wir sind beinahe—"
Ein Schrei durchschnitt die Luft – ein menschlicher Schrei voller Angst und Verzweiflung. Er hallte von den Felswänden wider, bis es unmöglich erschien, seine Richtung zu bestimmen.
"Die Händler", flüsterte Aldrich.
Sie begannen zu laufen, so schnell es der unebene, schneebedeckte Boden gestattete. Die Schlucht öffnete sich zu einem kleinen Talkessel. Und dort, am Fuße einer Felswand, standen die Wagen der Karawane – verlassen, die Planen von eisigen Winden zerfetzt.
"Stþaną steh uns bei", murmelte Saula. Das ganze Lager schien in größter Hast verlassen worden zu sein. Kisten lagen aufgebrochen im Schnee, Waren waren verstreut.
Ein weiterer Schrei – diesmal näher, aus einer dunklen Öffnung in der Felswand. Ein Höhleneingang.
"Sie befinden sich dort drinnen", sprach Nilas. Sein Antlitz glich einer Maske aus Entschlossenheit und Furcht.
"Es könnte eine Falle sein", mahnte Saula.
"Gewiss ist es eine Falle", erwiderte Nilas. "Doch es ermangelt uns einer anderen Wahl."
Der Höhleneingang war kaum mehr als ein Riss im Fels, gerade breit genug für einen Mann. Im Inneren empfing sie überraschende Wärme. Der Gang führte steil hinab, erweiterte sich allmählich. Kein natürliches Licht vermochte so tief einzudringen, und doch war es ihnen vergönnt zu sehen – ein schwaches, pulsierendes Leuchten wies ihnen den Weg.
"Dies ist kein gewöhnliches Licht", flüsterte Aldrich. "Es fühlt sich... fremdartig an."
"Es ist ein Licht, das nicht für menschliche Augen erdacht wurde", antwortete Nilas, seine Stimme kaum hörbar.
Der Gang mündete in eine gewaltige Höhle, deren Decke sich in der Dunkelheit verlor. Das pulsierende Licht entstammte kristallartigen Formationen an den Wänden. Und in der Mitte der Höhle...
"Die Händler", keuchte Saula.
Ein Dutzend Menschen kniete in einem vollkommenen Kreise, ihre Augen starr auf einen Punkt in der Mitte gerichtet. Sie bewegten sich nicht, zeigten keinerlei Reaktion auf die Neuankömmlinge. Ihre Lippen bewegten sich in stummen Worten.
"Sind sie...?" begann Aldrich.
"Sie leben", sagte Nilas. "Doch ihre Geister wandeln andernorts."
Ein leises Lachen erfüllte plötzlich die Höhle – ein Lachen aus vielen Kehlen, das von überall und nirgendwo zu kommen schien. Aus den Schatten zwischen den leuchtenden Kristallen lösten sich Gestalten, durchscheinend wie Nebel, mit Augen gleich polierten Spiegeln. Sie glitten um den Kreis der knienden Händler herum, ihre Körper in stetem Wandel, fließend von einer Form in die andere.
"Endlich", sprach eine der Gestalten mit einer Stimme wie Glas, das über Eis kratzt. "Die Suchenden haben den Ort ihrer Bestimmung erreicht."
"Wer bist du?" begehrte Saula zu erfahren, das Schwert bereits gezogen. "Was hast du diesen Menschen angetan?"
Die Gestalt schwebte näher, nahm für einen Moment die Züge einer betagten Frau an, dann eines Kindes, dann eines bärtigen Mannes. "Wir sind jene, die in den Zwischenräumen hausen. Die zwischen dem Lichte und dem Schatten existieren. Und diese Menschen..." Die Gestalt glitt über einen der knienden Händler. "Diese Menschen schenken uns ihre Erinnerungen und Träume – aus freien Stücken, versteht sich."
"Lügner", zischte Nilas. "Ich kenne deine Art aus den Überlieferungen meines Volkes. Ihr seid Vajaldahti – Diebe der Gedanken, Räuber der Seelen."
Die Gestalt lachte, ein Klang wie zerberstendes Eis. "Namen sind so bedeutungslos. So begrenzend." Sie glitt näher zu Nilas. "Doch du... du bist von bemerkenswerter Beschaffenheit. Ein Träumer. Ein Seher. Deine Gedanken tragen einen anderen Geschmack."
"Genug." Saula trat vor, sein Schwert in einer Haltung vollendeter Präzision. "Befreie diese Menschen oder—"
"Oder was?" Die Gestalt verwandelte sich, nahm plötzlich Saulas eigenes Antlitz an, mit einem grausamen Lächeln, das nie zuvor auf seinen Lippen gelegen hatte. "Gedenkst du gegen dein Spiegelbild zu kämpfen, Krieger?"
Weitere Gestalten glitten aus den Schatten, jede von ihnen nahm Form an – einige glichen den Händlern, andere den drei Gefährten selbst. Ein groteskes Abbild ihrer Gruppe.
"Seid auf der Hut", flüsterte Aldrich. "Sie trachten danach, uns in Verwirrung zu stürzen."
"Zu spät", lachte die Gestalt und gab ein Zeichen.
Die Seelenspiegelungen griffen an. Aldrich hatte kaum Zeit zu reagieren, bevor sein eigenes Ebenbild auf ihn zustürmte. In tiefster Seele die Worte der Verwandlung murmelnd, spürte er, wie seine Hände sich verdickten, die Nägel zu Klauen wuchsen, während Fell seine Unterarme bedeckte. Mit einem Brüllen, halb Mensch, halb Bestie, schlug er nach seinem Angreifer.
Saula bewegte sich mit der fließenden Präzision jahrelangen Übens. Sein Schwert zeichnete silberne Bögen in die Luft, wehrte die Angriffe mehrerer Seelenspiegelungen gleichzeitig ab. "Sie sind nicht von fester Substanz", rief er. "Wie Nebel mit einem Kern aus... etwas Anderem."
Nilas hatte begonnen, eine tiefe, kehlende Melodie zu singen – einen Joik, der mit jeder Note das Leuchten der Kristalle veränderte. Die Vajaldahti reagierten darauf, zuckten zurück, als bereitete ihnen der Klang Qualen.
Der Kampf wogte hin und her. Die Seelenspiegelungen waren schwer zu treffen, ihre nebelhafte Substanz ließ Aldrichs Klauen und Saulas Schwert oft hindurchfahren. Doch ihre eigenen Angriffe waren von schmerzlicher Wirklichkeit – kalte Berührungen, die bis in das Mark der Knochen drangen.
Während sie kämpften, gewahrte Aldrich eine Veränderung im Zentrum des Kreises der knienden Händler. Dort schwebte etwas, das zuvor nicht zugegen gewesen war – ein pulsierendes Licht, ähnlich den Kristallen, doch von größerer Intensität, stärker gebündelt.
"Das Licht", keuchte er, während seine Arme langsam ihre menschliche Gestalt zurückerlangten. "Es ist der Quell ihrer Macht."
Nilas' Gesang wurde lauter, fokussierter. Die Vajaldahti kreischten nun, ihre Formen flackerten und verzerrten sich.
"Wir müssen das Licht erreichen", rief Saula, sein Schwert in einer wirbelnden Abwehr führend.
"Nein", erwiderte Nilas zwischen zwei Atemzügen seines Gesangs. "Es ist ihr Begehren, dass wir solches tun. Es ist eine Falle."
Aldrich blickte genauer hin und erkannte, dass Nilas im Rechte war. Die Vajaldahti drängten sie mit subtiler Kunst in Richtung des Lichts, ihre Angriffe sorgfältig choreographiert, um sie dorthin zu lenken.
"Was sollen wir tun?" rief Saula, der eine weitere Seelenspiegelung zurücktrieb.
Nilas unterbrach seinen Gesang nur für einen Augenblick. "Die Kristalle. Sie sind verbunden mit dem Licht. Vernichtet sie."
Aldrich ließ erneut die Verwandlung über sich kommen – diesmal formten sich seine Fäuste zu Stein, hart wie der Granit der Berge. Mit der Wucht eines Hammerschlags zerschmetterte er die nächste Kristallformation. Das Mineral zersplitterte mit einem hohen, singenden Ton. Unverzüglich flackerte das zentrale Licht, und mehrere der Vajaldahti stießen Schreie aus, als empfänden sie leibhaftigen Schmerz.
Saula begriff augenblicklich. Mit präzisen Schwerthieben begann er, weitere Kristalle zu zerschlagen. Mit jedem zerbrochenen Kristall wurde das zentrale Licht schwächer, die Gestalten der Vajaldahti durchscheinender.
"Nein!" Die führende Gestalt, nun kaum mehr als ein Schemen, stürzte sich auf Nilas. "Du begreifst nicht, was du vernichtest. Wir bedürfen der Erinnerungen. Wir müssen wissen, was jenseits der Berge liegt."
Nilas wich nicht zurück. Aus seinem Beutel zog er eine kleine Kristallphiole mit dunkelvioletter Flüssigkeit. "Dies ist Purpurmoos-Essenz. In den Höhlen jenseits des Fjords von Nordarmen gesammelt, wo das Tageslicht nie seinen Einzug hält."
Die Gestalt zuckte zurück. "Nein. Das darf nicht—"
Mit einer einzigen Bewegung entkorkte Nilas die Phiole und goss ihren Inhalt über den nächsten Kristall. Die Flüssigkeit verbreitete sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit, kroch über alle Kristallformationen, färbte sie tiefschwarz. Das zentrale Licht flackerte heftig, implodierte dann mit einem Geräusch wie zerbrechendes Glas.
Die Vajaldahti verblassten, ihre Schreie wurden leiser, bis nur noch ein Flüstern übrig blieb. Dunkelheit senkte sich über die Höhle.
"Aldrich", rief Saula in die Finsternis. "Vermagst du Licht zu schaffen?"
Aldrich tastete in seinem Beutel nach Feuerstein und Zunder, seine Hände nun wieder gänzlich menschlich, entfachte eine kleine Fackel. Im schwachen Scheine sahen sie, wie die Händler langsam aus ihrer Trance erwachten, verwirrt, desorientiert, doch bei lebendigem Leibe.
"Was... ist geschehen?" fragte einer der Händler, ein älterer Mann mit ergrautem Barte.
"Ihr wurdet von eurem Wege abgebracht", antwortete Saula mit Bedacht. "Doch nun seid ihr in Sicherheit."
"Seltsame Träume suchten mich heim", murmelte eine Händlerin. "Von Orten, die mein Auge nie erblickt hat. Von Stimmen, die meinen Namen kannten."
Nilas kniete neben dem schwarzen, verkohlten Überrest eines Kristalls. "Sie haben eure Träume gesammelt. Eure Erinnerungen."
"Doch zu welchem Zwecke?" fragte Aldrich.
"Sie suchten nach etwas." Nilas hob ein winziges Fragment des schwarzen Kristalls auf, betrachtete es im Fackelschein. "Nach Wissen über Orte jenseits der Berge. Als ob sie... einen Weg zu finden trachteten."
Der Morgen graute, als sie die Karawane zurück auf die Handelsroute geleiteten. Die Händler erinnerten sich an nichts – nur an seltsame, beunruhigende Träume. Sie zeigten sich dankbar für die Rettung, stellten keine Fragen nach dem Wie oder Warum.
"Sie werden unseren Worten keinen Glauben schenken, wenn wir ihnen die volle Wahrheit darlegen", sprach Saula leise.
"Dessen bedarf es auch nicht", antwortete Aldrich. "Die Hauptsache ist, dass sie Duottar-Vari wohlbehalten erreichen."
Nilas stand abseits, den Blick auf den Horizont gerichtet, wo das Morgenlicht den silbrigen Schimmer von Barkuz verblassen ließ. In seiner Hand hielt er das Kristallfragment, das er aus der Höhle mit sich geführt hatte.
"Etwas beunruhigt deine Seele", sagte Aldrich, als er zu ihm trat.
"Die Vajaldahti sind Gestaltwandler, Täuscher, Diebe von Träumen", sagte Nilas langsam. "Doch sie sind kein Volk des Krieges. Keine Eroberer." Er öffnete seine Hand, zeigte das schwarze Fragment. "Dies flüstert zu mir. Es spricht von einer Bewegung, weit entfernt, jenseits unserer Welt. Als ob etwas... aus seinem Schlummer erwachen würde."
"Was ist der Sinn deiner Worte?" fragte Saula, der zu ihnen getreten war.
"Die Himmelsgleiche naht. Die Zeit, in der alle drei Monde in einer Linie stehen." Nilas schloss die Faust um das Fragment. "Und es flüstert einen Namen, fort und fort: Azaril."
"Was ist Azaril?" fragte Aldrich mit plötzlicher Beklemmung.
"Nicht was", erwiderte Nilas, seine Stimme kaum mehr als ein Hauch. "Wer. Die Vajaldahti fürchten ihn. Sie sammeln Wissen, um sich zu rüsten. Um zu wissen, wohin sie ihre Flucht richten können, wenn er naht."
Ein kalter Wind fegte über die verschneiten Hügel, ließ die drei erschauern. Keiner von ihnen gewahrte den seltsamen Schimmer in Nilas' Augen – einen Schimmer wie von poliertem Silber, der kam und ging, wenn er die Lider senkte.
Die Karawane setzte ihren Weg fort, hinab ins Tal, wo Duottar-Vari im Morgenlichte lag. Über ihnen zogen Wolken vor das Licht von Dagaz, und für einen Moment fiel ein dunkler Schatten über das Land – als ob die Welt selbst schauderte vor dem, was da kommen mochte.