Non'Gaudener – Namenskonventionen
"Dein Name ist deine Landkarte – er zeigt, woher du kommst, wo du stehst und wohin du strebst." — Jakintsu Leire ez'Ezagutza, „Über die Ordnung des Selbst"
Schnellreferenz
Namensformat (Nichtakademiker): [Vorname] [Beruf]-[Bewusstseinsgrad]
Namensformat (Akademie): [Vorname] [Jakintza-Präfix] [Forschungslinie]
Namensformat (voll): [Rang] [Vorname] [Jakintza-Präfix]-[Bewusstseinsgrad] [Forschungslinie]
Namensformat (Alltag): [Vorname] [Forschungslinie]
Beispiel (Nichtakademiker): Alaitz Begiesle-gaur-bi
Beispiel (Akademie): Alaitz ez'Bizitza Begiesle
Beispiel (fortgeschritten): Irakasle Alaitz ez'Bizitza-barne-bi Begiesle
Beispiel (Alltag): Alaitz Begiesle
| Element | Bezeichnung | Vergabe |
|---|---|---|
| Vorname | Izena | Geburt |
| Forschungslinie | Ikerketaren Lerroa | Geburt (Familie) |
| Jakintza-Präfix | Jakintza-Aurrizkia | Aufnahme in Akademie |
| Bewusstseinsgrad | Kontzientzia Maila | Nach Entwicklungstests |
| Rang | Maila Izena | Nach Verdienst und Erfahrung |
Das Namensmaß
Ein Name ist eine Landkarte, und eine Landkarte hat einen Maßstab. Wer einen Kontinent zeigt, zeichnet keine Feldwege ein – nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil die falsche Auflösung ein Fehler ist. Für eine Kultur, die alles als Messproblem behandelt, folgt daraus zwingend: Eine Angabe mit mehr Stellen, als der Zusammenhang trägt, ist keine genauere Angabe, sondern Rauschen. Innerhalb der Akademie des Geistes ist „ez'Adimen" redundant – dort sind alle ez'Adimen. Die volle Form dort zu führen, ist keine Genauigkeit, sondern Unschärfe.
| Maß | Form | Gebrauch |
|---|---|---|
| Voll | Rang + Vorname + Präfix-Grad + Linie | Urkunde, Zeremonie, Publikationszuschreibung, Protokollkopf, förmliche Vorstellung vor Fremden |
| Alltag | Vorname + Linie, Rang nur bei Respektgefälle | Standardform in Gespräch, Bericht und Erzählung |
| Nah | Vorname allein; Untergebene: Rang + Vorname | Familie, eigener Arbeitskreis, enge Kollegen |
Reihenfolge des Weglassens
Zuerst fällt der Bewusstseinsgrad, denn er ist das einzige Element, das die Person misst statt sie zu identifizieren. Ihn ungefragt mitzusprechen heißt, jemandem seinen Messwert vorzulesen – zulässig auf dem Papier, aufdringlich im Gespräch. Wer im Wirtshaus auf seinem -goi-hiru besteht, ist eine komische Figur: der Mann, der seinen eigenen Maßstab mitbringt. Danach fällt das Jakintza-Präfix, sobald der Zuhörer die Akademie ohnehin kennt. Die Linie bleibt am längsten, weil sie identifiziert und nicht bewertet.
Eindeutigkeit
Bei Namensgleichheit wird genau ein Element wieder aufgelegt, bis der Name trägt – nicht mehr:
Zwei Ander Argibide in einer Enklave → Ander ez'Adimen Argibide und Ander ez'Bizitza Argibide.
Das Maß als Sprechakt
Der Wechsel zwischen den Maßen ist selbst eine Aussage. Wer mitten im Gespräch von „Ander" auf die Vollform umschaltet, erteilt eine Zurechtweisung – auf non'gaudische Art, mit Präzision statt mit Lautstärke. Umgekehrt ist das unaufgeforderte Angebot der Nahform ein Vertrauensschritt, weil es die Landkarte einrollt. Daher die Redewendung:
„Sprich im kleinen Maß mit mir." – Bitte um Vertraulichkeit.
„Sie nannte ihn im großen Maß." – Es ist ernst geworden.
Schriftliche Kurzform
In internen Protokollen und Karteien wird weiter gekürzt als in der Rede, weil Schrift den Zusammenhang mitliefert: Argibide, A. (Ad·goi-3). Diese Notation erscheint nie im gesprochenen Wort.
Nichtakademiker und Fremde
Nichtakademiker führen im Alltag dieselbe Gestalt – Alaitz Begiesle – nur steht dort ein Beruf, wo bei Gelehrten die Forschungslinie steht. Damit trägt die ganze Kultur im Alltag einen Namen von gleicher Länge; der Unterschied zeigt sich erst, wenn jemand die Vollform auspackt.
Fremde kürzen falsch: Aus'Harringer behalten den Rang und werfen den Rest weg, Lithi behalten den Vornamen oder vergeben einen eigenen Beinamen. Einen Non'Gaudener kränkt das Weglassen nicht – ihn kränkt, wenn falsch gekürzt wird, denn das heißt, dass der andere den Maßstab nicht lesen kann.
Hinweis für Erzähltexte: Das Namensmaß regelt, wie Figuren einander ansprechen und wie Dokumente jemanden führen. Dass eine Erzählung bei der zweiten Nennung ohnehin auf den bloßen Vornamen verkürzt, ist normale Prosa und kein Verstoß.
Vornamen
Männliche Vornamen (Gizonezkoen Izenak)
Kurz, direkt, mit Schwerpunkt auf Naturgewalten und beobachtbare Phänomene. Betonung häufig auf der vorletzten Silbe.
| Name | Bedeutung | Aussprache |
|---|---|---|
| Aimar | Starkes Haus | ai-MAR |
| Ander | Männlich | AN-der |
| Aratz | Klarheit | a-RATZ |
| Benat | Willkommen | be-NAT |
| Ekaitz | Sturm | e-KAITZ |
| Gorka | Höhe | GOR-ka |
| Hodei | Wolke | ho-DEI |
| Iker | Besuch | i-KER |
| Lur | Erde | LUR |
| Oier | Gute Wache | o-IER |
| Oinatz | Fußabdruck | oi-NATZ |
| Ortzaize | Himmelswind | or-TZA-i-ze |
| Sugoi | Feuer | su-GOI |
| Telmo | Beschützer | TEL-mo |
| Unai | Hirte | U-nai |
| Urko | Birke | UR-ko |
| Zabier | Neues Haus | za-BIER |
| Zigor | Stab | ZI-gor |
| Zorion | Glück | zo-RI-on |
| Zuzen | Geradlinig | zu-ZEN |
Weibliche Vornamen (Emakumezkoen Izenak)
Melodisch, mit fließenden Übergängen. Häufig Bezüge zu inneren Qualitäten und empirischer Erkenntnis.
| Name | Bedeutung | Aussprache |
|---|---|---|
| Alaitz | Freude | a-LAITZ |
| Amaia | Das Ende | a-MA-ia |
| Eider | Schön | EI-der |
| Elixane | Freundlich | e-li-SCHA-ne |
| Garazi | Ruhig | ga-RA-zi |
| Idoia | Teich | i-DOI-a |
| Irati | Farn | i-RA-ti |
| Itxaso | Meer | i-TSCHA-so |
| Izaskun | Über dem Dorn | i-zas-KUN |
| Leire | Frieden | LEI-re |
| Maialen | Erhaben | mai-A-len |
| Nahia | Wunsch | na-HI-a |
| Nerea | Die Meinige | ne-RE-a |
| Olatz | Zufluchtsort | o-LATZ |
| Oneka | Süße | o-NE-ka |
| Saioa | Ausdauer | sa-I-o-a |
| Udane | Sommer | u-DA-ne |
| Uxue | Taube | U-tschu-e |
| Zorione | Glücklich | zo-ri-O-ne |
| Zuriñe | Weißlich | zu-RI-nje |
Die Fünf Jakintza-Akademien
Nach Aufnahme in eine Akademie wird das Jakintza-Präfix dem Namen hinzugefügt.
| Präfix | Akademie | Forschungsbereich |
|---|---|---|
| ez'Ezagutza | Akademie des Wissens | Theoretische Magieforschung |
| ez'Egitura | Akademie der Struktur | Praktische Anwendungen, Ingenieurswesen |
| ez'Adimen | Akademie des Geistes | Bewusstseinsforschung, Geistesformung |
| ez'Bizitza | Akademie des Lebens | Biologische Prozesse, Heilkunde |
| ez'Indarra | Akademie der Kraft | Elementare Energien, Physik |
Bewusstseinsgrade
Die drei Ebenen des Selbst werden durch Suffixe am Jakintza-Präfix gekennzeichnet.
Die drei Ebenen
| Ebene | Suffix | Bedeutung |
|---|---|---|
| Äußeres Selbst | -gaur | Grundlegende Wahrnehmung, Alltagsbewusstsein |
| Inneres Selbst | -barne | Erweiterte Reflexion, tieferes Verständnis |
| Höheres Selbst | -goi | Vollständiges Potential, Meisterschaft |
Entwicklungsstufen innerhalb jeder Ebene
| Stufe | Suffix | Beispiel |
|---|---|---|
| Erste | -bat | ez'Adimen-gaur-bat |
| Zweite | -bi | ez'Adimen-gaur-bi |
| Dritte | -hiru | ez'Adimen-gaur-hiru |
→ Insgesamt neun Stufen: gaur-bat bis goi-hiru.
Akademische Ränge
Werden bei formellen Anlässen vor dem Namen geführt.
| Rang | Titel | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1 | Ikasle | Schüler, Anfänger |
| 2 | Aztertzaile | Forscher |
| 3 | Irakasle | Lehrer |
| 4 | Maisu / Maistra | Meister / Meisterin |
| 5 | Jakintsu | Weiser / Weise (höchste Auszeichnung) |
Forschungslinien (Ikerketaren Lerroak)
Die Forschungslinie wird als Familienname geführt und spiegelt das Forschungsgebiet oder eine bedeutende Erkenntnis der Vorfahren wider. Die Linien sind über Generationen gewachsen und decken das gesamte Spektrum Non'Gaudener Wissenskultur ab.
Grundlagen und Philosophie
| Linie | Bedeutung | Forschungsfeld |
|---|---|---|
| Argibide | Klarheit | Optik, Lichtforschung |
| Begiesle | Beobachter | Empirische Forschung, Astronomie |
| Ezaguera | Erkenntnis | Erkenntnistheorie, Philosophie |
| Hausnartzaile | Analyst | Systemanalyse, Mathematik |
| Ikertzaile | Forscher | Grundlagenforschung |
| Pentsalari | Denker | Theoretische Philosophie |
| Zuhurtasun | Weisheit | Ethik, Bewusstseinsforschung |
Naturwissenschaften
| Linie | Bedeutung | Forschungsfeld |
|---|---|---|
| Bizikundea | Lebenskundige | Biologie, Ökologie, Artenforschung |
| Eguraldia | Wetterleser | Meteorologie, Klimaforschung, Doppelsonnen-Phänomene |
| Lurrazalea | Erdkenner | Geologie, Mineralogie, Bergbau |
| Nahastzaile | Mischer | Stoffkunde, Alchemie, Materialforschung |
Angewandte Felder
| Linie | Bedeutung | Forschungsfeld |
|---|---|---|
| Asmatzaile | Erfinder | Experimentelle Technik, Instrumentenbau |
| Aurkitzaile | Entdecker | Exploration, Kartographie |
| Eraikitzaile | Erbauer | Ingenieurswesen, Architektur |
| Laborialari | Experimentator | Laborwissenschaft, Messtechnik |
| Orekari | Harmonisierer | Ganzheitliche Medizin, Gleichgewichtslehre |
| Sendatzaile | Heiler | Medizin, Chirurgie, Anatomie |
Geistes- und Kulturwissenschaften
| Linie | Bedeutung | Forschungsfeld |
|---|---|---|
| Hizkuntzalari | Sprachkundige | Linguistik, Übersetzung, zwischenkulturelle Kommunikation |
| Iragantzaile | Vergangenheitsleser | Geschichte, Archäologie |
Magieforschung
Non'Gauden behandelt Magie als Naturphänomen mit messbaren Gesetzmäßigkeiten. Die fünf Quellen (Amāra, Sutarka, Valthur, Saivon, Cetāra) werden systematisch differenziert und analysiert.
| Linie | Bedeutung | Forschungsfeld |
|---|---|---|
| Sorginkuntzalari | Zauberkundige | Vergleichende Magietheorie, Klassifikation der fünf Quellen, Wechselwirkungen |
| Formulalari | Formelkundige | Sutarka-Spezialisierung: Kodifizierung, Zauberstruktur, magische Notation |
| Bururtzaile | Geistschmiede | Cetāra-Forschung: Geistesformung, mentale Projektion, Willenskraftmessung |
| Indarneurgilea | Kraftmesser | Quantifizierung magischer Energien aller Quellen, Messinstrumente |
| Ametsikertzaile | Traumforscher | Schnittstelle Cetāra/Valthur: Bewusstseinszustände, Traumphänomene |
Sonderfälle und Abgrenzungen
Ältere Linien
Die Tabellen oben führen die großen, nach Forschungsfeld benannten Linien. Daneben bestehen ältere Familienlinien, deren Name kein Fachgebiet bezeichnet, sondern schlicht mitgewachsen ist – Uranga, Buruaga, Agirreberea, Zabaleta, Etxeberri, Zuriarrain. Sie stehen im Namen an derselben Stelle und werden genauso geführt; ihr Träger gehört trotzdem einer Akademie an. Die ältesten dieser Linien reichen bis zur Gründergeneration zurück – Zuriarrain etwa auf die Anführerin des Auszugs selbst.
Neue Linien
Eine neue Forschungslinie entsteht nur durch eine Erkenntnis, die ein ganzes Feld verändert – nicht durch Verdienst allein, denn dafür steht bereits der Rang. Die Jakintza, der die Entdeckung zufällt, erkennt die neue Linie an; sie ersetzt den bisherigen Familiennamen des Entdeckers und geht auf seine Kinder über. Wie selten das geschieht, zeigt die Liste oben selbst: Die meisten ihrer Einträge reichen bis zur Gründergeneration zurück, kaum eine ist jünger als ein Jahrhundert.
Die Gründergeneration
Die Große Trennung (ca. 300 WZ) führte argitarische Gelehrte des Ordens der Lampe außer Landes. Solange sie noch Argitari sind, tragen sie argitarische Namen und Titel: Magistra Elayne Zuriarrain, die den Auszug anführte. Mit der Gründung der Jakintza Ezagutza (310 WZ) endet diese Schicht. Ab 310 WZ gilt das Schema ausnahmslos – auch für die Gründerinnen und Gründer der späteren vier Akademien. Beschreibende Beinamen („der Praktische", „die Starke") sind keine gültige Namensform und ersetzen weder Linie noch Präfix.
Titel gehören genau einer Kultur
Magister, Magistra, Argimagister und Doktor sind argitarisch bzw. auwharinisch (Orden der Lampe, Orden der Waage) und stehen nie vor einem ez'-Namen. Umgekehrt gehören Ikasle, Aztertzaile, Irakasle, Maisu/Maistra und Jakintsu ausschließlich nach Non'Gauden und nie in einen auwharinischen Orden. Eine Figur führt entweder das eine oder das andere System – nie eine Mischung.
Namensbeispiele im Lebensverlauf
| Lebensphase | Beispiel | Erklärung |
|---|---|---|
| Kindheit und Jugend (bis 8) | Ander Argibide | Nur Vorname und Forschungslinie |
| Initiation | Ander ez'Adimen Argibide | Aufnahme in die Geistakademie |
| Entwicklung | Ander ez'Adimen-gaur-bi Argibide | Äußeres Selbst, zweite Stufe |
| Fortschritt | Aztertzaile Ander ez'Adimen-barne-bat Argibide | Forscher, Inneres Selbst erreicht |
| Meisterschaft | Maisu Ander ez'Adimen-goi-hiru Argibide | Meister, Höheres Selbst, dritte Stufe |
Traditionen
Philosophie der Namensgebung
Für Non'Gaudener ist der Name ein präzises Werkzeug zur Beschreibung des Entwicklungsstandes. Namensänderungen sind wichtige Meilensteine des persönlichen Wachstums und Ausdruck der Norbere Hobekuntza (Selbstvervollkommnung).
Gorentasunaren Eguna – Tag der Meisterschaft
In Schaltjahren existiert ein außerordentlicher Kalibrierungstag, an dem Lehrlinge ihre Ausbildung vorzeitig beenden können, Arbeitsverträge aufgelöst und alte Verpflichtungen ohne Schande erlassen werden. Ein Tag außerhalb der normalen Zeit für bewusste Neuausrichtung.
Aussprache
- Betonung: Häufig auf der vorletzten Silbe
- tx wie tsch
- tz wie stimmloses z
- x wie sch
- z wie stimmloses s
- ñ wie nj
- Akademische Titel werden präzise artikuliert
- Bewusstseinsgrade werden mit leichter Pause vor dem Suffix gesprochen: „ez'Adimen – barne – bi"