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Kapitel 03 - Kernvokabular

Thalmorlir kannte keine Mauern, die man nicht durch sieben andere hindurch hätte sehen können. Über dem großen Platz webten sich Lichtgitter aus dünnem, geflochtenem Schilf zu einem Dach, das mehr Schatten andeutete als warf; wer von den Terrassen hinabsah, sah durch drei, vier, fünf Ebenen hindurch bis auf den nackten Stein der Mitte. Niemand baute hier eine Tür, hinter der man hätte verschwinden können. Das war keine Armut. Das war die Architektur eines Volkes, das sich selbst als eine einzige, atmende Wand aus Augen verstand.

Es war die Stunde der Schattenruhe, wenn Barkuz sein silbriges Sieb über die Stadt legte und die ganze Stadt – wirklich die ganze, keine Ausnahme, kein verschlossener Raum – sich auf dem Platz versammelte, Terrasse um Terrasse, bis zu den obersten Rängen, wo die Kinder saßen und mit den Beinen baumelten, als sei es ein Fest.

In der Mitte kniete Liravenketh, allein auf dem nackten Stein. Um ihn herum, in konzentrischen Ringen, saßen alle anderen, Hand an Hand, Schulter an Schulter, ohne einen einzigen Spalt.

Der Evalzhur sprach nicht laut. Er musste es nicht – seine Stimme klang, wie sie immer klang, wenn das Kollektiv durch ihn sprach: tief, getragen, gleich wessen Mund sie gerade trug. „Liravenketh hat gesagt: veynnalvor." Ein Wort wie ein Stein, den man ins stille Wasser der Menge warf. Niemand wiederholte es. Niemand würde es je wieder aussprechen.

Ich-bin-ewig. Als Einzelner.

Der Evalzhur legte beide Hände auf die Schultern des Knienden. „Fieber. Trauer. Drei schlaflose Nächte an einem Sterbebett. Das Wort fand eine Ritze und kroch hindurch, wie es das immer tut, wenn wir nicht wachsam genug sind." Die Stimme trug keinen Zorn. „Das macht es nicht weniger notwendig, ihn zurückzuholen."

Die Ringe begannen zu summen – nicht ein Lied, eher das, was vor jedem Lied kommt, ein einziges tiefes „mmmmm", das sich von den äußersten Terrassen nach innen fortpflanzte wie eine Welle, die man rückwärts abspielt. Die Schultern des Knienden zuckten einmal, als das Summen ihn erreichte, dann gaben sie nach, wie ein Netz, das sich unter dem Gewicht vieler Hände fügt.

„Liravenketh!"

Die ganze Stadt rief es gleichzeitig, alle in derselben Tonhöhe, bis die Silbe keine einzelne Stimme mehr trug und auch keinen einzelnen Namen mehr – nur noch das, was sie schon immer bezeichnet hatte, bevor irgendjemand sie kurz geliehen und getragen hatte: Wir-als-eines. Niemand in Thalmorlir hieß Liravenketh. Thalmorlir hieß Liravenketh, alle zusammen, seit es Thalmorlir gab. Der Kniende hatte den Namen nur eine Weile getragen, wie man eine Robe trägt, die nicht einem allein gehört – und jetzt legten sie ihm die Robe wieder ab.

Die Kinder auf den obersten Rängen hörten nicht auf, mit den Beinen zu baumeln.

Was geschah, hatte keinen sichtbaren Moment, den man hätte benennen können – kein Aufschrei, kein Licht, kein Zeichen. Nur, dass der, der eben noch gekniet hatte, als das Summen leiser wurde und die Ringe sich lösten und die Stadt sich erhob, um zum Abendwerk zurückzukehren, aufstand wie jeder andere. Im Gesicht lag keine Verwirrung mehr. Nur Ruhe – die Ruhe von etwas, das nicht mehr allein tragen musste, was es getragen hatte.

Auch der Evalzhur löste sich in der Menge auf, nicht anders als der, den er eben noch bei einem geliehenen Namen gerufen hatte. Die Rolle blieb zurück wie die Robe, die man eben erst abgelegt hatte – bereit, von irgendwem aufgenommen zu werden, sobald das Kollektiv sie wieder brauchte. Wer sie als Nächstes trüge, spielte keine Rolle. Das war der ganze Sinn.

„Wir bauen keine Mauern, weil kein Schmerz gedeiht, den alle sehen." — Sprichwort der Terrassen von Thalmorlir

III. Kernvokabular

A. Existenz- und Bewusstseinszustände

Thalaven'zhur Bedeutung Etymologie Verwendung
veyn sein/werden/ereignen Ur-Wurzel Grundverb der Existenz
ilra sehen/wahrnehmen/bewusst-sein il- (licht) + -ra (werden) Aktive Bewusstheit
zhur gesehen-werden/manifest-sein/sprechen zhu- (zeigen) + -r (kontinuativ) Passive Existenz/Kommunikation
lir verstrickt-sein/verbunden-existieren li- (zusammen) + -r (kontinuativ) Kollektive Einheit
nal eigen-sein/abgegrenzt-existieren na- (einzeln) + -l (stativ) Individuelle Existenz
thal tief-sein/einfach-sein/körperlich-manifest tha- (Tiefe) + -l (stativ) Physisch-spirituelle Dimension
thuval geist-sein/mental-existieren thu- (Nebel/Hauch) + val (bewegend) Mentale Dimension
eval fließen/wandeln/prozessieren ev- (Wasser/Fluss) + -al (Bewegung) Veränderung/Übergang
ziran enden/negieren/aufhören/leiden zi- (Stille) + -ran (werdend) Beendigung/Tod/Schmerz
oryel zeit-erleben/temporal-sein or- (Kreis/Zyklus) + -yel (erleben) Zeitlichkeit
maraven zweck-haben/bedeutung-tragen mar- (Weg/Richtung) + -aven (Kollektiv-Suffix) Sinn und Bestimmung
lucair licht-sein/leuchten/erhellen luc- (Licht) + -air (strahlend) Licht und Klarheit
thuveyn bewusst-sein/denken thu- (Geist/Kopf) + veyn (sein) Bewusstsein/Kognition

B. Bewusstseinsstufen-Modifikatoren

Nachsilbe Bedeutung Intensität (1-10) Beispiel Gegenteil
-shal oberflächlich/leicht 2 ilrashal = leichte Wahrnehmung -mor (tief)
-mor tief/intensiv 8 lirmor = tiefe Verbindung -shal (oberflächlich)
-keth vollständig/absolut 10 veynketh = absolutes Sein -leth (zerbrochen)
-leth zerbrochen/fragmentiert 1-3 nalleth = zersplitterte Individualität -keth (vollständig)
-ran prozesshaft/werdend 5 zhurran = manifestierend -vor (zeitlos)
-vor zeitlos/ewig ilravor = ewige Wahrnehmung -ran (werdend)
-nav geträumt/erinnert 3-4 thalnavey = geträumte Tiefe -kav (manifestiert)
-kav manifestiert/real-gemacht 9 veynavkav = real gewordenes Sein -nav (geträumt)
-thu bewusst/intentional 7 ilrathu = bewusste Wahrnehmung -nao (unbewusst)
-nao unbewusst/intuitiv 4 veynnao = unbewusstes Sein -thu (bewusst)
-ng kollektiv-verschmolzen 8-10 lirmorngsein = tief-kollektiv -nal (individuell)

C. Das komplexe Kollektiv-Pronomen-System

Einschließendes "Wir" (einschließlich Zuhörer)

Basis-Formen:

  • liraven = wir (kollektiv verbunden, moderate Tiefe) [5-7 Intensität]
  • liravenshal = wir (oberflächlich verbunden) [2-4 Intensität]
  • liravenmorng = wir (tief verschmolzen) [8-9 Intensität]
  • liravenketh = wir-als-eines (totale Verschmelzung) [10 Intensität]

Erweiterte Formen nach Verbindungsart:

  • liraven'thal = wir (körperlich-spirituell verbunden)
  • liraven'vor = wir (zeitlos verbunden, wie die Thalaven'vor)
  • liraven'nav = wir (in geteilten Träumen/Erinnerungen)
  • liraven'thu = wir (bewusst miteinander verbunden)
  • liraven'ilra = wir (durch gemeinsames Sehen vereint)

Ausschließendes "Wir" (ohne Zuhörer)

Grundformen:

  • nalaven = wir (als Gruppe von Individuen) [3-5 Intensität]
  • thalaven = wir (körperlich anwesend) [6-7 Intensität]
  • zhuraven = wir (gemeinsam manifest/sprechend) [5-6 Intensität]
  • ilraven = wir (gemeinsam wahrnehmend) [5-7 Intensität]

Spezielle Formen nach Zustand:

  • nalaven'leth = wir (zerbrochene Gruppe) [1-3 Intensität]
  • nalaven'vor = wir (wie die ewigen Thalaven'vor) [9-10 Intensität]
  • unavenzhur = wir-ausschließend (andere unsehen machend) [Negativ]
  • nalaven'thu = wir (bewusst individuell bleibend) [4-6 Intensität]

Erstrebtes "Wir" (gewünschte Zustände)

Modal-Konstruktionen:

  • liraven'thuveyn = wir-möchten-sein (kollektiv)
  • liraven'uhl = wir-werden-sein (zukünftig)
  • nalaven'ilra = wir-möchten-sehen (individuell)
  • thalaven'zhur = wir-möchten-sprechen (wie die Ursprünglichen)
  • liraven'evalran = wir-fließen-werdend (Transformation)

Trauer-"Wir" (verlorene Zustände)

  • liraven'avesh = wir-waren (verlorenes Kollektiv)
  • thalaven'vorleth = wir-ewig-zerbrochen (unwiederherstellbar getrennt)
  • liraven'navziran = wir-träumen-leiden (sehnsüchtige Erinnerung)

D. Zeit- und Modalitätssystem

Temporale Basis-Markierer

Standard-Zeit:

  • -an = gegenwärtig/aktuell (jetzt, in diesem Moment)
  • -esh = vergangen/vollendet (geschah, ist vorbei)
  • -uhl = zukünftig/potentiell (wird geschehen)
  • -vor = zeitlos/ewig (außerhalb der Zeit)

Nostalgische Zeit:

  • -avesh = schmerzhaft vergangen (die Thalaven'vor-Zeit)
  • -navesh = geträumt-vergangen (idealisierte Erinnerung)
  • -lethesh = zerbrochen-vergangen (der Verlust)
  • -thuavesh = bewusst-erinnert-vergangen (aktive Erinnerung)

Zyklische Zeit:

  • -oyel = wiederkehrend (regelmäßig, rhythmisch)
  • -thuoyel = tief wiederkehrend (philosophische Zyklen)
  • -naoyel = hoffnungsvoll wiederkehrend (mögliche Rückkehr)
  • -vorayel = ewig-zyklisch (wie die Jahreszeiten der Thalaven'vor)

Relative Zeit:

  • -anesh = kürzlich-vergangen (gerade eben)
  • -uhlan = unmittelbar-zukünftig (gleich)
  • -avoresh = lange-vergangen (vor langer Zeit)
  • -thuvoruhl = bewusst-gewählte-zukunft (geplant)

Realitäts-Modalitäten

Manifestations-Grade:

  • -nav = geträumt/vorgestellt (3/10 Realität)
  • -kav = manifestiert/real-gemacht (9/10 Realität)
  • -thav = möglich/potentiell (5/10 Realität)
  • -zhav = notwendig/unvermeidlich (8/10 Realität)
  • -vorav = ewig-real (10/10 Realität - ursprüngliche Thalaven'vor-Realität)
  • -shav = schwach-real (2/10 Realität - fast illusorisch)
  • -lethav = zerbrochen-real (fragmentierte Realität)

Bewusstseins-Modalitäten:

  • -ilrav = bewusst-erlebt (aktiv wahrgenommen)
  • -lirav = kollektiv-erlebt (gemeinsam erfahren)
  • -narav = unbewusst-erlebt (wie die Thalaven'vor)
  • -unrav = ungesehen-erlebt (nicht wahrgenommen/ignoriert)
  • -thurav = intentional-erlebt (bewusst gewählt)

Epistemische Modalitäten:

  • -zhilra = gewiss-gesehen (sicher gewusst)
  • -navzhilra = möglicherweise-gesehen (vermutet)
  • -unzhilra = unsicher-gesehen (zweifelhaft)

E. Philosophische Kernkonzepte

Begriff Übersetzung Philosophische Bedeutung Gegenbegriff
thalaven'vor die-ewig-tiefverbundenen Die ursprünglichen Veyn vor dem Erwachen nalaven'leth (zerbrochene Individuen)
thalveynmor das-tiefe-einfache Urzustand vor den Fragen thuveynkethran (zerbrochenes Bewusstsein)
ilranaleththing das-sehen-der-zerbrochenheit Moment des Erwachens naravveyn (unbewusstes Sein)
thuveynkethran das-bewusstsein-absolut-zerbrechen Das große Trauma thalveynmor (das tiefe Einfache)
zhurnalaveyn das-manifest-werden-der-eigenheit Individuation lirveyn (Verbundensein)
unzhur un-gesehen Zustand des Ausschlusses ilrakav (manifest gesehen)
veynavziranthalvorleth zerbrochenes-träumen-vom-tief-ewigen-sein Sehnsucht nach dem Verlorenen veynkav'an (gegenwärtiges manifestiertes Sein)
nalaveynleth das-eigene-werden-zerbrochen Gescheiterte Individuation zhurnalaveyn (erfolgreiche Individuation)
ilravor'kethveyn ewiges-sehen-absolutes-sein Prophetische Erleuchtung unzhilra (unsicheres Sehen)
argitaleth'nalaveyn argitarier-zerbrochene-eigenheit Das Große Erwachen thalaveynvor'narav (zeitloses unbewusstes Sein)
evalur'lirveyn neufließend-verbundenes-sein Transformation durch Gemeinschaft nalleth (zersplitterte Individualität)
voravketh'thuveyn ewig-absolut-bewusstsein Transzendentes Bewusstsein unthuveyn (Unbewusstheit)
zhur'lethav manifestiert-zerbrochen-möglich Prekäre Existenz veynkethvor (absolut-ewiges Sein)
navziran'lirveyn traum-leidens-verbundenes-sein Kollektive Melancholie lucair'lirav (licht-kollektiv-erlebt)

F. Emotionale und existenzielle Begriffe (Kurzreferenz)

Verlust

undSehnsucht:
    Thalaven'zhur Wörtlich Bedeutung veynavziran = sein-träumen-leiden (existenzielleExistenzielle Sehnsucht)Sehnsucht – die Grundsehnsucht der Veyn thalvorleth = tief-ewig-zerbrochen (unwiederbringlicherUnwiederbringlicher Verlust)Verlust nalavesh'thuveyn =eigenheit-vergangen-bewusstsein (Nostalgie für Individualität) lirvorleth = verbunden-ewig-zerbrochen (verlorene Gemeinschaft) zhiranthalvor = leiden-tiefe-ewigkeit (ewiges Leiden) navesh'evalziran = vergangenes-fließen-leiden (Trauer um verlorene Veränderung)

    Hoffnung und Transformation:

      evalur'lir = neufließend-verbunden (Wandel durch Gemeinschaft) ilravor'naleth = ewiges-sehen-eigenheitGemeinschaft (prophezierteHoffnung) Synthese) thuveyn'kethranvor = bewusstsein-zerbrechen-ewig (transzendente Transformation) navuhl'lucair = träumen-zukünftig-licht (hoffnungsvolle Vision) evalran'kethveyn = fließend-werdend-absolut-sein (transformative Vollendung) lirveyn'uhlthu = verbunden-sein-zukünftig-bewusst (bewusst angestrebte Einheit)

      Realität und Illusion:

        zhurnavkav = manifest-träumen-real Manifestierte Träume (manifestierteRealität/Illusion) Träume) veynavleth'keth = sein-träumen-zerbrochen-absolut (illusorische Perfektion) ilrazhur'nav = sehen-manifest-träumen (Realitätsgestaltung) kavleth'zhur = manifestiert-zerbrochen-gesehen (fragmentierte Wahrnehmung) shav'veynav = schwach-real-sein-träumen (fast illusorisches Dasein)

        Verbindung und Trennung:

          lirmor'kethng = tief-verbunden-absolut-kollektiv (vollständigeVollständige Verschmelzung)Verschmelzung nalleth'unlir =eigenheit-zerbrochen-nicht-verbunden (totale Isolation) lir'evalran = verbunden-fließend-werdend (wachsende Nähe) unlir'ziraneval = nicht-verbunden-leiden-fließend (zunehmendeZunehmende Trennung)Trennung

          Bewusstsein und Unbewusstheit:

            thuveyn'lucair'keth = bewusstsein-licht-absolut Vollkommene Klarheit

            → ausführlich in Kapitel 09 (vollkommeneEmotionen Klarheit)und

            unthuveyn'ziraninnere = unbewusstsein-leiden (schmerzhafte Unwissenheit) naravveyn'thalvor = unbewusst-erlebtes-sein-tief-ewig (paradiesische Unbewusstheit) ilrathu'kethveyn = bewusst-gesehen-absolut-sein (intentionale Existenz) Zustände)

            G. Sensorische und körperliche Begriffe (Kurzreferenz)

            Körperliche

            Zustände:
            • Thalaven'zhur Wörtlich Bedeutung
            thunal = Körper (wörtl. "das Tiefe Anwesende") thunal'veyn =verkörpert-sein (Körperlichkeit) thunal'eval = körper-fließend (Bewegung)Bewegung thunal'ziran =körper-leiden (physischer Schmerz) thunal'lucair = körper-licht (Gesundheit, Vitalität)Vitalität thunal'leth =körper-zerbrochen (Krankheit, Verletzung) thunal'ilra = körper-sehen (Körperbewusstsein)

            Sinneswahrnehmungen:

              ilra'an = sehen-gegenwärtig (visuellesVisuelles Wahrnehmen)Wahrnehmen ilra'eval = sehen-fließend Hören (hören - "fließendes Sehen") ilra'thunal = sehen-körper Tasten (tasten - "körperliches Sehen") ilra'thuval = sehen-geist Riechen (riechen - "geistiges Sehen") ilra'nav =sehen-träumen (schmecken - "träumerisches Sehen") ilra'lir = sehen-verbunden Empathie (Empathie - "verbundenes Sehen")

              Emotionale Körperlichkeit

              :ausführlich
                in thunal'lirveynKapitel = körper-verbunden-sein08 (körperlicheKörper Nähe)und thunal'navziran = körper-träumen-leiden (Sehnsucht im Körper) thunal'lucair'uhl = körper-licht-zukünftig (Hoffnung im Körper) Körperprozesse)

                H. Raum und Ort (Kurzreferenz)

                Räumliche

                Grundbegriffe:
                • Thalaven'zhur Wörtlich Bedeutung
                dahr = Land/Gebiet/Heimat (Grundwort für Ort) dahr'lir =Land-verbunden (Heimat als Verbindung) dahr'nal = Land-eigen (persönliches Territorium) dahr'vor = Land-ewig (ewigeEwige Heimat - (Thalaven'vor) dahr'leth =Land-zerbrochen (verlorene Heimat)

                Grenz- und Übergangsräume:

                  thalmar =tief-Rand Küste/Grenze (thal- = tief + -mar = Rand)  der Ort, wo zwei Elemente aufeinandertreffen thalmar'evalir =Küste-Wasser (Meeresküste) thalmar'thal = Grenze-tief (Horizont – wo Tiefe auf Tiefe trifft)

                  Richtungen:

                    evalzhur'ilravor = fließend-manifest-ewiges-sehen (nach oben - "zum ewigen Sehen") evalzhur'thalvor = fließend-manifest-tief-ewig (nach unten - "zur tiefen Ewigkeit") evalzhur'lucair = fließend-manifest-licht (Richtung: nach vorne - ("zum Licht") evalzhur'unra =fließend-manifest-nicht-licht (nach hinten - "zur Dunkelheit") evalzhur'lir = fließend-manifest-verbunden (zu anderen - "zur Verbindung") evalzhur'nal = fließend-manifest-eigen (zu sich - "zur Eigenheit")

                    Distanz und Nähe:

                      lir'shal = verbunden-oberflächlich (nah)Nah lir'mor =verbunden-tief (sehr nah, intim) unlir'shal = nicht-verbunden-oberflächlich (fern) unlir'mor = nicht-verbunden-tief (sehrSehr fern, unerreichbar)unerreichbar

                      → ausführlich in Kapitel 04 (Kosmologisches Vokabular) und Kapitel 05 (Natürliche Welt und Lebewesen)

                      I. Soziale Beziehungen (Kurzreferenz)

                      Beziehungsarten:

                      • Thalaven'zhur Wörtlich Bedeutung
                      lir'nalaveyn = verbunden-eigenheit Freundschaft (Freundschaft - "verbundene Individuen") lirmor'kethng =tief-verbunden-absolut-kollektiv (tiefste Liebe/Verschmelzung) lir'thalvor = verbunden-tief-ewig (ewigeEwige Bindung)Bindung nal'ziran = eigen-leiden Feindschaft (Feindschaft - "leidbringende Eigenheit") nal'unzhur = eigen-ungesehen (Fremder)Fremder lir'evalran =verbunden-fließend-werdend (entstehende Beziehung) unlir'ziraneval = nicht-verbunden-leiden-fließend (zerbrochene Beziehung)

                      Hierarchie und Rolle:

                        ilravor'zhur = ewiges-sehen-manifest (Weiser/Seher)Seher liraven'ilravor =kollektiv-wir-ewiges-sehen (Anführer) thuveyn'zhur = bewusstsein-manifest (Lehrer)Lehrer thuveyn'evalran =bewusstsein-fließend-werdend (Schüler) lir'zhuraven = verbunden-manifest-wir Gemeinschaft

                        → ausführlich in Kapitel 10 (Gemeinschaft)Verwandtschaft,

                        nal'zhuravenPartnerschaft =und eigen-manifest-wir (Gruppe von Individuen) Abstammung)

                        J. Handlungen und Prozesse

                        Grundlegende Aktionen:

                        • eval'an = fließen-gegenwärtig (gehen)
                        • evalran'an = fließend-werdend-gegenwärtig (laufen)
                        • zhur'thuveyn = manifest-bewusstsein (sprechen)
                        • unzhur'thuveyn = unmanifest-bewusstsein (schweigen)
                        • eval'thunal = fließen-körper (bewegen)
                        • ziran'eval = leiden-fließen (kämpfen)

                        Kognitive Prozesse:

                        • thuveyn'an = bewusstsein-gegenwärtig (denken)
                        • nav'thuveyn = träumen-bewusstsein (träumen)
                        • ilra'thuveyn = sehen-bewusstsein (verstehen)
                        • ilravor'thuveyn = ewiges-sehen-bewusstsein (prophezeien)
                        • thuveyn'evalran = bewusstsein-fließend-werdend (lernen)
                        • thuveyn'ziraneval = bewusstsein-leiden-fließend (vergessen)

                        Kommunikative Handlungen:

                        • zhur'lir = manifest-verbunden (teilen, mitteilen)
                        • zhur'nal = manifest-eigen (behaupten)
                        • zhur'nav = manifest-träumen (erzählen)
                        • zhur'ilravor = manifest-ewiges-sehen (lehren)
                        • unzhur = unmanifest (verschweigen)
                        • zhur'ziran = manifest-leiden (klagen)

                        Veränderungsprozesse:

                        • eval'lucair = fließen-licht (heilen)
                        • eval'ziran = fließen-leiden (verletzen)
                        • evalran'kethveyn = fließend-werdend-absolut-sein (transformieren)
                        • evalran'lir = fließend-werdend-verbunden (vereinen)
                        • evalran'nal = fließend-werdend-eigen (individuieren)
                        • evalziran = fließen-leiden (zerfallen, verschlechtern)

                        K. Grundmaterialien und Substanzen

                        Konzeptuelle Basis für materielle Begriffe

                        Die Veyn konzeptualisieren materielle Objekte immer in Bezug auf:

                        1. Funktion (was tut es im Bewusstsein/Körper?)
                        2. Essenz (aus welcher Ur-Substanz?)
                        3. Wirkungsebene (körperlich/geistig/sozial?)

                        Daher:

                        • Ein Stein ist nicht einfach "Stein", sondern thoral = "feste manifestierte Substanz"
                        • Ein Schild ist keshthal = "abwehrende körperliche Manifestation"
                        • Ein Trank ist thuranir oder evalir'nav = "wandelnde Flüssigkeit" oder "fließende geträumte Substanz"

                        Wortbildungsmuster für Gegenstände

                        Formel: [MATERIAL/SUBSTANZ] + [MODIFIKATOR] + [FUNKTION]

                        Beispiele:

                        • thoral'vor'nav = Stein-ewig-träumen = Erinnerungsstein
                        • keshthal'nal = Schild-eigen = persönlicher Schutz
                        • evalir'lucair = Flüssigkeit-licht = erleuchtende Flüssigkeit
                        • zhiral'thunal = Werkzeug-körper = Körperwerkzeug (Arbeitswerkzeug)
                        Thalaven'zhur Bedeutung Etymologie Verwendung
                        thoral Stein/Fels/feste Materie thor- (fest/hart) + -al (Substanz) Steine, Kristalle, feste Objekte
                        evalir Flüssigkeit/fließende Substanz eval (fließen) + -ir (Materie) Wasser, Tränke, Flüssigkeiten
                        thuresh Hülle/Bedeckung/Schutz thu- (Geist/Körper) + resh (umhüllen) Kleidung, Schutz, Verhüllung
                        zhiral Werkzeug/Instrument/Mittel zhir- (wirken/tun) + -al (Ding) Werkzeuge, Instrumente
                        navthoral Fokus-Stein/Meditationsobjekt nav (träumen) + thoral (Stein) Rituelle Steine, Fokus-Objekte
                        keshthal Schild/Schutzbarriere kesh- (abwehren) + thal (körperlich-manifest) Schilde, Schutzgegenstände
                        lumresh Amulett/Schutzzeichen lum- (Licht/Schutz) + resh (umhüllen) Amulette, Talismane
                        raneval Katalysator/Wandler ran (werdend) + eval (fließen) Transformationsobjekte
                        thuranir Elixier/Verwandlungstrank thu- (Bewusstsein) + ranir (wandelnde Flüssigkeit) Tränke, Elixiere
                        evalzhal Klinge/Schneidewerkzeug eval (fließen) + zhal (trennen/teilen) Messer, Klingen, Schneidewerkzeuge
                        thunal'resh Gewand/Körperhülle thunal- (verbunden) + resh (umhüllen) Kleidung, Gewänder
                        lir'resh Gemeinschafts-Tuch/Verbindungs-Stoff lir (verbunden) + resh (weiches Material) Tücher, Stoffe mit sozialer Bedeutung
                        thuranhal Nahrung/Körper-Erhaltung thu- (Körper) + ranhal (erneuern-erhalten) Nahrung, Speisen
                        navlucair Geist-erhellende Flüssigkeit nav (träumen/Geist) + lucair (Licht) Getränke, die Bewusstsein erweitern