Kategorien verbannter Wesen in Barkuz
MEISTERWISSEN: Dieses Dokument enthält Informationen, die ausschließlich für den Spielleiter bestimmt sind. Diese Hintergründe sollten den Spielern nicht direkt offenbart werden, sondern dienen als Grundlage für die Gestaltung der Kampagne und die allmähliche Enthüllung einiger dieser Geheimnisse im Laufe des Spiels.
"Im nebeligen Zwielicht der Tradition, zwischen den Spalten unserer ordentlichen Chroniken, verbirgt sich ein tieferes Wissen über die Wesenheiten, die einst unter uns wandelten. Ihre Namen wurden ausgelöscht, ihre Natur zu abstrakten Heerscharen umgedeutet – doch ihr Erbe bleibt, jenseits des Schleiers, der uns von Barkuz trennt."
— Aus den versiegelten Aufzeichnungen des Egiaren Zirkulua
Die große Verbannung
Als Resultat eines komplexen, koordinierten Rituals während der ersten Mondgleiche vor über 800 Jahren wurden zahlreiche magische Wesen unterschiedlichster Art nach Barkuz verbannt. Diese Wesen, die einst Weraldiz bevölkerten und formten, existieren nun in einem Zwischenzustand physischer und metaphysischer Existenz.
Die Verbannung war nicht vollständig – einzelne Individuen oder kleine Gruppen entgingen dem Ritual durch verschiedene Umstände:
- Verstecken in abgelegenen, magisch geschützten Bereichen
- Temporäre Maskierung oder Transformation ihrer wahren Natur
- Versetzung in tiefe Schlaf- oder Stasiszustände
Die Mehrheit dieser Wesenheiten jedoch existiert nun in Barkuz, wo sie eigene Gesellschaftsstrukturen und komplexe Beziehungsgeflechte entwickelt haben. Mit der nahenden zweiten Mondgleiche verstärkt sich ihr Einfluss und die Barriere zwischen den Welten wird zunehmend durchlässiger.
Hauptkategorien verbannter Wesen
Elementargeister
Diese Wesen verkörpern und kontrollieren die Grundelemente der materiellen Welt. Sie waren maßgeblich für die physischen Eigenschaften von Weraldiz verantwortlich.
| Wesenheit | Erscheinungsform | Einflussbereich | Besondere Fähigkeiten |
|---|---|---|---|
| Bhumi (Erdwächter) | Massive Steinwesen, kristalline Haut, geometrische Muster | Gebirge, Täler, unterirdische Regionen | Erdformung, Kristallwachstum, Erdbeben |
| Jala (Wasserwandler) | Formwechselnde fluide Gestalten, durchscheinende Körper | Ozeane, Seen, Flüsse, Regen | Wasserkontrolle, Nebelschöpfung, Ebbe und Flut |
| Vayu (Windflüsterer) | Kaum sichtbare, luftige Wesen mit melodischen Stimmen | Atmosphäre, Winde, Luftströmungen | Wetterveränderung, Kommunikation über weite Distanzen, Schallmanipulation |
| Agni (Flammenherzen) | Brennende humanoide Gestalten oder reine Flammenformen | Vulkane, Erdkern, Feuererscheinungen | Temperaturkontrolle, Materialtransformation, Licht-/Wärmeschöpfung |
Gegenwärtige Manifestationen: In Nähe dünner Stellen der Barriere zeigen sich elementare Anomalien wie unerklärliche Temperaturveränderungen, unnatürliche Windbewegungen oder spontane Veränderungen der Landschaft.
Schöpferwesen
Diese Entitäten besaßen die Fähigkeit, Aspekte der Realität direkt zu beeinflussen, zu formen und zu manipulieren. Sie waren für viele der komplexeren natürlichen und übernatürlichen Strukturen Weraldiz' verantwortlich.
| Wesenheit | Erscheinungsform | Einflussbereich | Besondere Fähigkeiten |
|---|---|---|---|
| Vishwa (Weltenweber) | Vielgliedrige Wesen mit geometrisch komplexen Körpern | Landschaftsgestaltung, Realitätsstruktur | Direkte Manipulation physischer Realität, Erschaffung stabiler geographischer Formationen |
| Prana (Lebensgeber) | Leuchtende Gestalten mit pflanzlichen und tierischen Aspekten | Flora, Fauna, biologische Prozesse | Erschaffung und Beeinflussung von Lebensformen, ökologische Harmonisierung |
| Svapna (Traumsinger) | Schimmernde, halb-transparente Wesen mit wechselnden Gesichtszügen | Traumebenen, kollektives Unterbewusstsein | Traummanipulation, Schöpfung psychischer Konstrukte, Bewusstseinstransfer |
Moderne Spuren: Alte Ruinen mit unmöglicher Architektur, eigenartig symmetrische natürliche Formationen und Orte mit ungewöhnlichen Traummanifestationen deuten auf das frühere Wirken dieser Wesen hin.
Dämonen und Schattenwesen
Diese Entitäten verkörperten destruktive, manipulative oder verzerrende Aspekte der Existenz. Ihre Rolle war ambivalent – einerseits zerstörerisch, andererseits sorgten sie für notwendige Transformation und Erneuerung.
| Wesenheit | Erscheinungsform | Einflussbereich | Besondere Fähigkeiten |
|---|---|---|---|
| Duhkha (Schmerzsammler) | Humanoide mit verzerrten Proportionen, ausgeprägten Sinnesorganen | Emotionales Leid, physischer Schmerz | Ernährung von Leid, Schmerztransformation in Energie, emotionale Manipulation |
| Atmaka (Seelenfresser) | Schattenhafte Wesen mit leuchtenden Augen, flüssigen Bewegungen | Lebensessenz, spirituelle Energie | Absorption spiritueller Energie, Erschaffung seelenloser Hüllen, Lebensentzug |
| Anartha (Chaosflüsterer) | Vielgesichtige Gestalten mit hypnotischen Mustern | Missverständnisse, Zwietracht, Wahnsinn | Gedankenverzerrung, Verursachung irrationaler Handlungen, Manipulation von Wahrnehmung |
| Dushta (Verderbniswandler) | Formwandelnde Wesen, die reine und korrumpierte Zustände verkörpern | Verfall, Fäulnis, Transformation | Beschleunigung von Verfall, Umwandlung von Materie, Schöpfung von Chimären |
Aktuelle Einflüsse: Orte mit lang anhaltenden Konflikten, ungewöhnlichen Krankheiten oder mentalen Störungen in der Bevölkerung können auf subtilen Einfluss dieser Wesen durch die Barriere hindeuten.
Weise und Beschützer
Diese Wesen übten bewahrende, schützende und beratende Funktionen aus. Sie standen oft in direkterem, wohlwollendem Kontakt mit Menschen und anderen Lebewesen.
| Wesenheit | Erscheinungsform | Einflussbereich | Besondere Fähigkeiten |
|---|---|---|---|
| Vana (Waldwächter) | Pflanzliche Wesen mit humanoiden Zügen | Wälder, Wildnis, Pflanzenökosysteme | Pflanzenkommunikation, beschleunigte Regeneration, Waldharmonisierung |
| Jnana (Weisheitshüter) | Alterslose humanoide Gestalten mit leuchtenden Augen | Wissen, Weisheit, kulturelle Erinnerung | Gedächtnisspeicherung, Wissensübertragung, Prophezeiung |
| Pashu (Tierherren) | Gestaltenwandler zwischen Mensch- und Tierform | Tierreiche, instinktives Wissen | Tierkommunikation, Gestaltwandlung, Natursinne |
| Akasha (Himmelsbeobachter) | Ätherische Wesen mit sternengleichen Körpern | Himmelskörper, kosmische Zyklen | Sternennavigation, Vorhersage astronomischer Ereignisse, kosmische Kommunikation |
Überdauernde Traditionen: Die Lehren dieser Wesen haben in abgewandelter Form in verschiedenen kulturellen Traditionen überlebt, besonders im Lithi-Schamanismus und den Alten Pfaden Auwharins.
Grenzgänger
Diese ungewöhnlichen Wesen bewegten sich zwischen verschiedenen Aspekten der Realität. Sie waren oft schwer zu kategorisieren und in herkömmliche Muster einzuordnen.
| Wesenheit | Erscheinungsform | Einflussbereich | Besondere Fähigkeiten |
|---|---|---|---|
| Niyati (Schicksalsweber) | Vielarmige Gestalten mit fadendurchzogener Haut | Schicksal, persönliche Lebenswege | Manipulation individueller Schicksalsfäden, Knotenpunktschaffung, Schicksalsvorhersage |
| Kala (Zeitwanderer) | Wesen mit fließenden Alterszuständen | Zeitlinien, temporale Anomalien | Reisen durch verschiedene Zeitebenen, Verlangsamung/Beschleunigung der Zeit |
| Darpan (Spiegelseelen) | Gestaltwandler mit reflektierenden Oberflächen | Identitäten, Selbstbilder | Kopieren von Persönlichkeiten, Spiegelung von Fähigkeiten, Übernahme von Erinnerungen |
Moderne Mysterienfälle: Berichte über Doppelgänger, ungewöhnliche Zeitphänomene oder schicksalhafte Begegnungen könnten auf den verbliebenen Einfluss dieser Wesen hindeuten.
Die Valvar (Eisriesen des Nordens)
Eine besondere, mächtige Gruppe magischer Wesen, die primär den hohen Norden beherrschten.
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Erscheinungsform | Riesenhafte humanoide Gestalten (3-5 Meter) mit eisiger/kristalliner Haut und tiefen, leuchtenden Augen |
| Machtbereich | Kontrolle über Eis/Kälte, gewaltige physische Kraft, außergewöhnliche Langlebigkeit |
| Gesellschaftsstruktur | Hierarchisches System mit Gottkönigen an der Spitze regionaler Herrschaftsbereiche |
| Beziehung zu Menschen | Komplexe Abhängigkeitsbeziehungen zu nördlichen Stämmen, von wohlwollender Führung bis zu tyrannischer Herrschaft |
| Besonderheiten | Von allen magischen Wesen am stärksten mit dem Land verbunden und am widerstandsfähigsten gegen äußere Einflüsse |
Historisches Trauma: Die Verbannung der Valvar hinterließ bei den Lithi ein tiefes kollektives Trauma, das nur durch den "Schleier des Vergessens" gemildert werden konnte.
Fraktionen und gegenwärtige Organisation in Barkuz
Nach der Verbannung entwickelten die verschiedenen Wesenheiten in Barkuz eigene gesellschaftliche Strukturen und Fraktionen. Diese werden zunehmend relevant angesichts der nahenden zweiten Mondgleiche.
Die Versöhnlichen
Anführer: Koalition aus Weisheitshütern (Jnana) und gemäßigten Elementargeistern Hauptziel: Friedliche Koexistenz mit den Menschen auf Weraldiz Methoden:
- Kommunikation durch Träume und subtile Signale mit empfänglichen Menschen
- Versuche, die wahre Geschichte in Erinnerung zu rufen ohne Rachegedanken
- Entwicklung von Methoden für friktionsfreie begrenzte Rückkehr
Philosophie: Sie betrachten die Verbannung als Missverständnis oder notwendigen historischen Prozess, streben aber nun nach einer ausgewogenen Beziehung zwischen den Welten.
Die Rachsüchtigen
Anführer: Allianz aus Schattenwesen (besonders Anartha und Dushta) und radikalen Elementargeistern Hauptziel: Eroberung von Weraldiz und Vergeltung an den Nachkommen der Verbannung-Verantwortlichen Methoden:
- Konzentration von Energie an Schwachstellen der Barriere
- Manipulation menschlicher Kulte für rituelle Unterstützung
- Psionische Beeinflussung empfänglicher Menschen
- Planung einer koordinierten Invasion während der Mondgleiche
Philosophie: Sie sehen die Verbannung als unverzeihlichen Verrat und Weraldiz als rechtmäßig ihres. Menschen betrachten sie als unterlegene Wesen, die bestenfalls als Diener existieren dürfen.
Die Assimilierten
Anführer: Lose Verbindung verschiedener Wesenheiten ohne zentrale Führung Hauptziel: Erhaltung und Weiterentwicklung ihrer neuen Existenz in Barkuz Methoden:
- Schaffung stabiler Gemeinschaften in Barkuz
- Entwicklung neuer Kunstformen und Kulturen
- Anlage von Schutzräumen gegen Eindringlinge aus Weraldiz
Philosophie: Sie haben Barkuz als neue Heimat akzeptiert und streben keine Rückkehr an. Stattdessen haben sie eigene kulturelle und soziale Strukturen entwickelt, die sie bewahren wollen.
Die Bewahrer
Anführer: Allianz aus Jnana (Weisheitshütern) und Akasha (Himmelsbeobachtern) Hauptziel: Erhaltung des kosmischen Gleichgewichts und der Barriere Methoden:
- Sammlung von Wissen über die erste Mondgleiche
- Entwicklung stabilisierender Techniken für die Barriere
- Warnung vor katastrophalen Konsequenzen unkontrollierter Durchbrüche
Philosophie: Sie sorgen sich um das kosmische Gleichgewicht und glauben, dass eine überstürzte Veränderung der aktuellen Ordnung verheerende Folgen für beide Welten haben könnte.
Interaktionsmöglichkeiten mit Weraldiz
Die Barriere zwischen Weraldiz und Barkuz ist nicht vollständig undurchlässig. Es gibt verschiedene Wege und Umstände, unter denen ein Einfluss oder sogar Kontakt möglich wird.
Durchlässigkeit der Barriere
Faktoren, die die Barriere schwächen:
- Kosmische Ereignisse: Bestimmte Mondstellungen, Sonnenstürme, andere astronomische Konstellationen
- Orte mit dünner Barriere: Besonders in der Nähe von Tiefenschlünden, alten Ruinen, kraftvollen natürlichen Formationen
- Emotionale Intensität: Extreme Gefühle wie Angst, Verzweiflung oder Ekstase können temporäre Schwachstellen erzeugen
- Psionische Aktivität: Menschen mit psionischen Fähigkeiten öffnen unbewusst "Kanäle" zwischen den Welten
- Magische Artefakte: Relikte aus der Zeit vor dem Aufstieg können die Barriere durchdringen oder schwächen
Aktuelle Manifestationsformen
Träume und Visionen:
- Subtilste und häufigste Form der Kontaktaufnahme
- Schamanen, Psioniker und sensitive Personen sind besonders empfänglich
- Künstler und kreative Menschen werden oft unbewusst inspiriert
- Intensität nimmt mit der nahenden Mondgleiche zu
Physische Manifestationen:
- Elementare Energieausbrüche (spontane Feuer, unnatürliche Winde)
- Zeitverzerrungen (temporäre Anomalien im Zeitfluss)
- Geistererscheinungen (meist Projektionen von Darpan-Wesen)
- Transformation von Pflanzen und Tieren zu ungewöhnlichen Formen
Transformierte Menschen:
- Unbeabsichtigte Berührung mit Barkuz-Energien kann Menschen verändern
- Schattenberührte entwickeln schattenartige Eigenschaften
- Elementargebundene nehmen Eigenschaften von Elementen an
- Wandler erfahren unkontrollierte Formwandlung in tierähnliche Gestalten
Umgang mit diesem Wissen
Das Wissen über die wahre Natur der verbannten Wesen ist streng zu hüten und nur den vertrauenswürdigsten Verbündeten mitzuteilen. Die meisten Menschen sind nicht bereit für die Wahrheit über die Vergangenheit und den nahenden kosmischen Umbruch.
Wächtergruppen mit teilweisem Wissen:
- Sternenwächter: Geheimer Orden innerhalb der Kirche der Himmlischen Heerscharen
- Egiaren Zirkulua: Kreis der Wahrheit in Non'Gauden
- Die Vajal: Die Zwölf bei den Lithi
- Zilac Hevil: Die wirklich Erwachten in Cel Atiz
"Die verbannten Wesen sind nicht einfach nur 'Monster' oder 'Dämonen', wie die vereinfachten Volksmythen sie darstellen. Sie sind komplexe Entitäten mit eigenen Gesellschaften, Kulturen und Motiven. Einige suchen Verständigung, andere Rache. Manche haben ihre Verbannung akzeptiert, andere planen seit Jahrhunderten ihre Rückkehr. Zur Mondgleiche werden wir sehen, welche Fraktion die Oberhand gewinnt."
— Aus dem versiegelten Testament von Maisu Elayne ez'Ezagutza-goi-bi Zuriarrain