Zirkel der Wissenden
Geheimer Verbund • Etwa seit 150 WZ • Alle Regionen
"Wir wissen nicht die ganze Wahrheit – aber wir wissen genug, um zu verstehen, dass unswir belogen wird.werden. Und wir wissen genug, um zu ahnen, was auf uns zukommt."
Maisu Irenez Otai, Archivarin in Auwharin\
Mitgliederstärke
ca. 300-400 Personen
Führung
Lose regionale Kreise ohne zentrale Autorität
Erkennungszeichen
Wechselnd; codierte Grüße und versteckte Symbole
Zweck und Ziele
Der Zirkel der Wissenden ist weniger eine Organisation als ein Netzwerk von Zweifelnden. Menschen aus allen vier Regionen, die durch Zufall oder hartnäckige Neugier auf Widersprüche in der offiziellen Geschichte gestoßen sind, finden hier Gleichgesinnte. Sie teilen Fragmente von Wahrheiten, die einzeln bedeutungslos erscheinen mögen, zusammengenommen jedoch ein verstörendes Mosaik ergeben.
Niemand im Zirkel kennt die vollständige Wahrheit über dendie Aufstieg,erste Himmelsgleiche, über Barkuz oder über die Natur der Barriere. Was sie haben, sind Bruchstücke: ein uralter Text, der von der offiziellen Version abweicht; eine Traumvision, die zu präzise war, um Zufall zu sein; ein Artefakt, das nicht existieren sollte; Aufzeichnungen über Ereignisse, die aus allen Archiven gelöscht wurden. Diese Fragmente flüstern von einer Geschichte, die anders verlief als gelehrt wird – und von einer Zukunft, die gefährlicher ist, als die meisten ahnen.
Struktur und Hierarchie
- Lose Zusammenschlüsse in jeder Region
- Keine formale Führung, nur erfahrene Vermittler
- Treffen nach Bedarf an wechselnden Orten
- Sammeln aktiv Informationen und Artefakte
- Pflegen Kontakte zwischen Regionen
- Kennen mehrere andere Mitglieder
- Kennen nur ein oder zwei Kontakte
- Teilen gelegentlich Informationen
- Meist in ihren regulären Positionen tätig
Der Zirkel hat bewusst keine formale Hierarchie entwickelt. Zu groß ist die Furcht vor Infiltration, zu unterschiedlich sind die Motivationen der Mitglieder. Stattdessen organisiert sich das Netzwerk organisch: Wer mehr weiß oder besser vernetzt ist, wird natürlich zum Knotenpunkt – doch auch diese Position ist flüchtig und kann jederzeit wechseln.
Geschichte und Ursprung
Die Wurzeln des Zirkels reichen etwa 150 Jahre nach demder Aufstiegersten Himmelsgleiche zurück, als verschiedene Einzelpersonen unabhängig voneinander begannen, die offiziellen Geschichten zu hinterfragen. Eine Archivarin in Auwharin, die auf widersprüchliche Daten stieß. Ein Schamane bei den Lithi, dessen Träume nicht zu den überlieferten Erzählungen passten. Ein Forscher in Non'Gauden, der Anomalien in astronomischen Aufzeichnungen entdeckte. Ein Traumarbeiter in Cel Atiz, der Visionen erlebte, die zu real wirkten, um bloße Träume zu sein.
Über Jahrzehnte fanden diese Zweifler einander durch vorsichtige Andeutungen, codierte Botschaften in Publikationen, zufällige Begegnungen, die vielleicht nicht ganz so zufällig waren. Der erste dokumentierte Kontakt zwischen Mitgliedern aus verschiedenen Regionen fand etwa 230 WZ in einer abgelegenen Höhle im Grenzgebiet zwischen Auwharin und Non'GaudenErek Noan statt. Zwölf Personen – drei aus jeder damals bekannten Region – teilten ihre Erkenntnisse und erkannten erschrocken, dass ihre fragmentierten Wahrheiten zusammen ein größeres, beunruhigendes Bild ergaben.
Seitdem wuchs das Netzwerk langsam. Neue Mitglieder werden nur nach langer Beobachtung aufgenommen. Vertrauen muss verdient werden, denn niemand weiß genau, wer sonst noch nach denselben Geheimnissen sucht – und mit welchen Absichten.
| Zeitraum | Ereignis |
|---|---|
| ~150 WZ | Erste Zweifler beginnen unabhängig voneinander zu forschen |
| ~230 WZ | Erstes dokumentiertes Treffen in der Grenzhöhle |
| ~380 WZ | Etablierung regelmäßiger Kontakte zwischen den Regionen |
| ~520 WZ |
Einfluss und Ressourcen
Der Zirkel verfügt über keine zentrale Infrastruktur oder große Geldmittel. Seine Stärke liegt in der Vielfalt seiner Mitglieder und ihrer regulären Positionen. Eine Archivarin gewährt Zugang zu versiegelten Sammlungen. Ein Händler transportiert verschlüsselte Nachrichten zwischen Regionen. Ein Gelehrter nutzt seine akademische Position, um Forschung zu tarnen. Ein Traumarbeiter sammelt Visionen, die niemand ernst nehmen würde – außer anderen Mitgliedern des Zirkels.
Die Organisation unterhält keine festen Hauptquartiere. Stattdessen gibt es Treffpunkte, die wechseln: eine vergessene Ruine hier, ein abgelegenes Gasthaus dort, manchmal auch private Räume vertrauenswürdiger Mitglieder. Informationen werden auf verschiedenste Weisen ausgetauscht: persönliche Treffen, codierte Briefe, verschlüsselte Botschaften in akademischen Texten, sogar arrangierte Zufallsbegegnungen an öffentlichen Orten.
Finanziell trägt sich der Zirkel durch freiwillige Beiträge wohlhabenderer Mitglieder, doch die Summen sind bescheiden. Das meiste Geld fließt in die Beschaffung seltener Texte, die Bezahlung diskreter Informanten oder die Deckung von Reisekosten für wichtige Treffen.
Bekannte Knotenpunkte
Die Grenzhöhle
Zwischen Auwharin und Non'GaudenErek Noan
"Wo zwölf Stimmen das erste Mal als eine sprachen."
Eine abgelegene Höhle in einer zerklüfteten Bergregion, schwer zu finden und nur Eingeweihten bekannt. Hier fand das erste überregionale Treffen statt. Noch heute ist sie ein symbolischer Ort für wichtige Zusammenkünfte, auch wenn sie nur alle paar Jahre genutzt wird.
Das Wandernde Archiv
Wechselnde Standorte
"Verborgen in Sichtweite."
Keine physische Bibliothek, sondern eine verteilte Sammlung bedeutender Texte und Artefakte, die bei verschiedenen Mitgliedern verwahrt werden. Ein verschlüsselter Katalog verzeichnet, wer was besitzt – doch selbst dieser wird regelmäßig aktualisiert und neu verteilt.
Die Stille Taverne
Lunaris,Zeruko Hiri, Auwharin
"Wo Geschichten im Wein ertrinken."
Eine unauffällige Taverne im Hafenviertel, deren Besitzer dem Zirkel nahesteht. Im hinteren Raum treffen sich manchmal Mitglieder, getarnt als Kaufleute beim Geschäftsessen oder alte Freunde beim Kartenspiel.
Der Traumgarten
Wechselnde Traumlandschaft
"Ein Ort, der nirgendwo ist."
Sensitiv begabte Mitglieder aus Cel Atiz haben eine geteilte Traumlandschaft erschaffen – einen neutralen Ort für Austausch, wenn physische Treffen zu riskant sind. Nur Eingeweihte kennen die Symbolik, um ihn zu betreten.
Aufnahme und Mitgliedschaft
Es gibt keinen formalen Aufnahmeprozess. Die meisten Mitglieder werden über Monate oder Jahre hinweg beobachtet, nachdem sie durch Fragen, Forschungen oder Äußerungen aufgefallen sind. Ein bestehendes Mitglied nähert sich vorsichtig an, meist mit vagen Andeutungen oder scheinbar zufälligen Begegnungen. Vertrauen wird langsam aufgebaut.
Erst wenn beide Seiten sicher sind, erfolgt eine deutlichere Offenbarung – und selbst dann teilt ein neues Mitglied zunächst nur mit einem oder zwei Kontakten Informationen. Die vollständige Integration ins Netzwerk kann Jahre dauern, und selbst dann kennen die meisten Mitglieder nur einen Bruchteil der anderen.
Der typische Weg in den Zirkel:
-
Eigenständige Zweifel – Die Person stolpert über Widersprüche oder Anomalien und beginnt zu zweifeln.
-
Stille Beobachtung – Bestehende Mitglieder werden auf die Person aufmerksam und beobachten diskret ihr Verhalten.
-
Vorsichtige Annäherung – Ein Mitglied initiiert scheinbar zufällige Gespräche oder teilt verschlüsselte Hinweise.
-
Gegenseitiges Abtasten – Beide Seiten testen vorsichtig, wie viel sie dem anderen anvertrauen können.
-
Erste Offenbarung – Wenn Vertrauen besteht, wird das neue Mitglied in begrenztem Umfang eingeweiht.
-
Graduelle Integration – Über Monate und Jahre hinweg lernt das Mitglied mehr und wird tiefer vernetzt.
Verbündete und Rivalen
Verbündete
Einzelne Gelehrte und Archivare
Viele Mitglieder des Zirkels stammen aus akademischen oder administrativen Kreisen. Auch außerhalb des Netzwerks pflegen sie Kontakte zu Kollegen, die ähnliche Fragen stellen, ohne formell dem Zirkel anzugehören.
Unabhängige Traumwanderer
Besonders in Cel Atiz gibt es Kontakte zu Traumarbeitern, die nicht den dominanten Zirkeln angehören und deren Visionen oft wertvolle Informationen liefern.
Kritische Noaidi
Bei den Lithi existieren einzelne Schamanen, die die alten Tabus hinterfragen und diskret mit dem Zirkel kooperieren.
Rivalen und Feinde
Konservative Institutionen
Der Orden des Schild in Auwharin und ähnliche Organisationen in anderen Regionen betrachten das Hinterfragen der offiziellen Geschichte mit Misstrauen oder offener Feindseligkeit.
Radikale Gruppen
Extremistische Fraktionen, die entweder die Barriere um jeden Preis bewahren oder um jeden Preis zerstören wollen, sehen den Zirkel als Hindernis oder potenzielle Ressource.
Unbekannte Überwacher
Mehrere Mitglieder berichten von subtiler Überwachung, doch niemand weiß genau, wer dahintersteckt oder wie umfassend diese ist.
Interne Fraktionen
Der Zirkel ist kein monolithischer Block. Verschiedene Mitglieder und Gruppen verfolgen unterschiedliche Ziele, was regelmäßig zu Spannungen führt.
Die Wahrheitssucher
Wissen als Selbstzweck
Wollen einfach nur verstehen, was wirklich geschah. Skeptisch gegenüber aktivem Handeln, bevorzugen stilles Forschen und Sammeln.
Die Vorbereiter
Pragmatische Realisten
Glauben, dass etwas Großes bevorsteht und die Menschen vorbereitet werden müssen – auch wenn sie nicht die ganze Wahrheit kennen.
Die Bewahrer
Vorsichtige Konservative
Fürchten, dass zu viel Wahrheit destabilisierend wirken könnte. Wollen Wissen bewahren, aber kontrolliert teilen.
Die Versöhner
Idealistische Brückenbauer
Hoffen auf Dialog und Aussöhnung mit dem, was jenseits der Barriere liegt. Sehen in der Wahrheit einen Weg zur Heilung.
Diese internen Differenzen werden meist durch gegenseitigen Respekt überbrückt – noch. Doch mit der nahenden Stillen KonvergenzHimmelsgleiche wachsen die Spannungen, und die Frage, was mit dem gesammelten Wissen geschehen soll, wird immer drängender.
Geheimnisse und verborgenes Wissen
Was der Zirkel wirklich weiß – und was nicht
Die Mitglieder des Zirkels haben verschiedene Puzzle-Teile zusammengetragen, doch das Gesamtbild bleibt verschwommen und umstritten:
Relativ gesichert:
- Die offizielle Geschichte des Aufstiegs ist mindestens unvollständig, wahrscheinlich aktiv verfälscht
- Die Barriere zu Barkuz ist real und wurde künstlich erschaffen, nicht natürlich
- Vor dem Aufstieg existierten Wesen mit enormer Macht, die heute "verbannt" sind
- Die
LumarierArgitari waren keine einheimische Gruppe, sondern kamen von anderswo - Bestimmte mächtige Organisationen wissen mehr und arbeiten aktiv daran, Informationen zu unterdrücken
Stark umstritten:
- War der Aufstieg eine notwendige Schutzmaßnahme oder ein Verbrechen?
- Sind alle verbannten Wesen gefährlich, oder wurden auch Unschuldige eingesperrt?
- Ist die Barriere stabil, oder droht sie zu versagen?
- Was genau ist die
Stille Konvergenz,Himmelsgleiche, und wie gefährlich ist sie wirklich?
Völlig unklar:
- Die genauen Mechanismen der Verbannung
- Die wahre Natur und Vielfalt der verbannten Wesen
- Ob und wie Kommunikation oder Koexistenz möglich wäre
- Welche Konsequenzen eine Schwächung oder Auflösung der Barriere hätte
Diese Unsicherheit ist gleichzeitig die größte Schwäche und Stärke des Zirkels: Sie verhindert dogmatisches Denken, führt aber auch zu lähmenden Debatten über das richtige Vorgehen.
Rollenspielhinweise
Für Spielleiter:
Questideen:
Begegnungshooks:
Schlüsselpersönlichkeiten
MaisuMaiali Irenez OtaiOroimen-Etxea (Auwharin)
- Position: Archivarin des Ordens der Lampe, regionale Vermittlerin
- Besondere Eigenschaft: Außergewöhnlich gutes Gedächtnis für Details in alten Texten
- Persönliches Ziel: Die Lücken in den historischen Aufzeichnungen verstehen
- Konflikt: Wachsender Druck von Vorgesetzten, bestimmte Forschungsrichtungen einzustellen
Aslak Uffa-bártni Bassi-sidd (Lithi)
- Position: Erfahrener Schamane, Kontakt zu mehreren Zirkel-Mitgliedern
- Besondere Eigenschaft: Intensive, wiederkehrende Traumvisionen von Orten jenseits der Barriere
- Persönliches Ziel: Herausfinden, ob die alten Geister wirklich böse waren
- Konflikt: Loyalität zu seinen Lehrern, die das Gegenteil behaupten
Dr.Aztertzaile Maite ez'Indarra-gaur-bi Begiesle (Non'Gauden)
- Position: Forscherin für Astronomie, aktive Informationssammlerin
- Besondere Eigenschaft: Hat mathematische Modelle entwickelt, die seltsame Himmelsereignisse vorhersagen
- Persönliches Ziel: Verstehen, was die
Stille KonvergenzHimmelsgleiche wirklich bedeutet - Konflikt: Ihre Forschung zieht unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich
Sertur (Cel Atiz)
- Position: Unabhängiger Traumarbeiter, Vermittler zu anderen sensitiven Menschen
- Besondere Eigenschaft: Kann geteilte Traumlandschaften schaffen und stabilisieren
- Persönliches Ziel: Sicheren Dialog mit dem etablieren, was jenseits der Barriere wartet
- Konflikt: Zunehmende Infiltration der Traumzirkel durch feindliche Kräfte
"Die Wahrheit ist wie ein zerbrochener Spiegel. Wir haben alle ein paar Scherben gefunden, und jede zeigt ein anderes Bild. Vielleicht können wir sie nie wieder zusammensetzen – aber allein das Suchen zeigt uns, dass der Spiegel überhaupt zerbrochen wurde. Und das, das ist bereits eine Wahrheit, die niemand hören will."
Aufzeichnung aus einem Treffen in der Grenzhöhle, 534 WZ