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Iluntasunaren Eskuak - Hände der Dunkelheit

Kriminelle Organisation • Seit ca. 450 WZ • Non'Gauden

"Im Schatten gedeiht, was das Licht nicht dulden würde. Wir sind die Gärtner jener verbotenen Gärten." — Zugeschrieben der Schattentriade


Zweck und Wesen

Die Iluntasunaren Eskuak sind das, was entsteht, wenn Skrupellosigkeit zum Geschäftsmodell wird. Kein ideologisches Fundament hält sie zusammen, keine Vision einer besseren Welt — nur das Prinzip, dass jede Ware einen Käufer findet, wenn der Preis stimmt, und dass die verbotenen Waren die besten Margen tragen. Informationen, die niemand besitzen sollte. Relikte, deren Handel unter Todesstrafe steht. Reagenzien für Experimente, die in keiner offiziellen Enklave stattfinden dürfen. Und gelegentlich, wenn ein Auftraggeber hartnäckig genug und reich genug ist: Menschen.

Geschätzt vier- bis fünfhundert aktive Mitglieder operieren in autonomen Zellen, von denen die meisten nur ihre unmittelbaren Aufträge kennen. Was die Iluntasunaren Eskuak von vergleichbaren kriminellen Netzwerken unterscheidet, ist nicht ihre Größe, sondern ihre Kundschaft — Forscher der Grauen Hand, die Versuchssubjekte brauchen. Sammler aus Auwharin, die argitarische Artefakte begehren, die seit Jahrhunderten verboten sind. Geistesformer verschiedener Kulturen, die nach Substanzen suchen, die ihre Fähigkeiten erweitern oder unterdrücken. Die Hände der Dunkelheit stellen keine Fragen nach dem Verwendungszweck. Sie liefern.


Struktur

An der Spitze steht die Itzalaren Hirukoa, die Schattentriade — drei Führungsfiguren, deren Identitäten selbst innerhalb der Organisation weitgehend unbekannt sind. Sie treffen sich persönlich nur einmal jährlich; den Rest der Zeit kommunizieren sie über verschlüsselte Botschaften und abgesicherte Zwischenmänner. Unter der Triade operieren die Bost Hatzamarrak, die Fünf Finger: jeweils zuständig für Schmuggel und Logistik, Informationshandel, Gewaltanwendung, Menschenhandel und externe Beziehungen. Jeder Finger führt eine Vielzahl eigenständiger Zellen von drei bis sieben Mitgliedern, die weitgehend unabhängig voneinander arbeiten.

Diese zelluläre Architektur minimiert Schäden bei Infiltration — der Verlust einer Zelle bedeutet nie den Verlust einer ganzen Linie. Koordination erfordert Aufwand, aber Vorsicht ist die Währung, in der die Iluntasunaren Eskuak ihr Überleben bezahlen.


Ursprung

Die offizielle Erzählung — ein Zusammenschluss von Schmugglerbanden während der Handelskrisen des 7. Jahrhunderts — ist eine bequeme Lüge, die die Organisation selbst pflegt. Die wahren Anfänge um 450 WZ waren ideologischer Natur: drei Außenseiter mit Ambitionen, die weit über Profit hinausgingen. Sie wollten Wahrheiten graben, die Non'Gauden vergrub. Was von diesen Anfängen geblieben ist, ist schwer zu sagen. Generationen von pragmatischen Führungsfiguren haben die Ideologie so vollständig durch Profitorientierung ersetzt, dass der ursprüngliche Kern heute kaum mehr auffindbar ist. Gelegentlich taucht in den tiefsten Rängen noch jemand auf, der meint, die Organisation müsse einem höheren Zweck dienen — und wird entweder rasch eines Besseren belehrt oder still zur Seite gestellt.


Methoden und Mittel

Das Fundament des Geschäfts bilden vier Säulen. Der Reliktenhandel ist die lukrativste: präargitarische Artefakte, verbotene geistesformende Objekte, Barrierenbruchstücke aus den Tiefen der Schlünde — Gegenstände, für die Sammler, Forscher und Kulte Vermögen zahlen, ohne Herkunftsfragen zu stellen. Der Informationshandel ist der subtilere Arm: Spionageergebnisse aus allen fünf Jakintza, kompromittierende Dokumente, gestohlene Forschungsergebnisse. Die Iluntasunaren Eskuak wissen, dass eine Information doppelt so wertvoll ist, wenn sie sowohl an den Betroffenen als auch an seinen Feind verkauft werden kann.

Der Reagenzienhandel deckt den Bedarf jener ab, die experimentieren, aber nicht selbst beschaffen können oder wollen: geistesbeeinflussender Substanzen aus entlegenen Regionen, gefährliche alchemistische Grundstoffe, organische Proben von Wesen, die nicht einmal einen Namen haben. Was die Hände der Dunkelheit verkaufen, haben andere entwickelt oder gewonnen — sie transportieren, sie lagern, sie liefern, ohne zu verstehen, was sie durch ihre Hände fließen lassen.

Die vierte Säule spricht man nicht laut aus, aber sie ist die profitabelste und die, die das Netzwerk am meisten in Verruf bringt: der Menschenhandel. Primär auf Forschungssubjekte ausgerichtet — Personen mit bestimmten geistesformenden Veranlagungen, bestimmten Konstitutionen, bestimmten Traumprofilen — beliefern die Iluntasunaren Eskuak Auftraggeber wie die Graue Hand mit lebenden Versuchssubjekten. Wer geliefert wird, weiß nie wohin. Wer kauft, stellt keine Fragen über die Herkunft.


Knotenpunkte

Handelshaus Etxea Urrezko in der wohlhabendsten Handelsgegend Non'Gaudens fungiert als legale Fassade für den größten Teil der Geldwäsche und den feinen Informationshandel an zahlungskräftige Klienten. Sein Patriarch Arkaitz Urrezko ist als respektierter Kaufmann bekannt; niemand verbindet ihn mit den Händen der Dunkelheit.

Der Stille Hafen — kein einzelner Ort, sondern ein rotierendes System von Lagern in den Außenbezirken aller fünf Enklaven — dient der kurzfristigen Zwischenlagerung von Waren, die nicht länger als nötig an einem Ort bleiben sollten. Relikte, Reagenzien, gelegentlich auch Personen, werden hier für Stunden oder Tage gehalten, bevor sie weitergeschickt werden.

Die Grüne Apotheke in Ezagutza, äußerlich ein schlichtes Heilmittelgeschäft, ist der primäre Umschlagsplatz für Reagenzien und geistesbeeinf Substanzen. Hinter dem Ladentisch sitzt tagsüber ein harmloser Angestellter; die Kellersysteme sind weitaus umfangreicher, als die Größe des Gebäudes vermuten lässt.


Die Führung

Arkaitz Urrezko, erstes Mitglied der Schattentriade, ist das Gesicht, das niemand als Gesicht erkennt — der respektierte Patriarch, dessen Handelsimperium aus echten Geschäften und kriminellen Einnahmen gleichermaßen gespeist wird. Er denkt in Jahrzehnten, hält Ideologen für die gefährlichste Art von Idioten und hat die Überzeugung, dass die Organisation für keinen höheren Zweck existiert, zur eisernen Doktrin der Führung gemacht. Wer von „Mission" spricht, verlässt das Gespräch in schlechterem Zustand.

Magnara Larramendi, zweites Mitglied der Schattentriade, gilt offiziell seit fünfzehn Jahren als tot. Hinter dieser inszenierten Auslöschung verbirgt sich Non'Gaudens bedeutendste Informationsmaklerin — jemand, der in jedem Zimmer zuhört, ohne je anwesend zu sein. Ihr Netzwerk persönlicher Informanten reicht tiefer in die Jakintza hinein als das jedem offiziellen Ermittler bekannt ist.

Das dritte Mitglied der Triade bleibt selbst den anderen beiden ein Rätsel. Manche vermuten, es handele sich nicht um eine einzelne Person, sondern um eine rotierende Gruppe — was erklären würde, wie das „Auge der Schatten" scheinbar überall gleichzeitig sein kann. Andere glauben, die dritte Stimme sei niemand aus Non'Gauden.


Verbündete und Gegner

Die wichtigste Geschäftsbeziehung verbindet die Iluntasunaren Eskuak mit der Grauen Hand — die Forscher kaufen Versuchssubjekte, seltene Artefakte und schwer beschaffbare Reagenzien; die Hände liefern, ohne Verwendungszwecke zu hinterfragen. Es ist eine Beziehung gegenseitiger Nützlichkeit und gegenseitigen Misstrauens, die beide Seiten aufrechterhalten, weil die Alternative unbequemer wäre. Über das Handelshaus Etxea Urrezko bestehen lose Kontakte zu wohlhabenden Sammlern in Auwharin und zu einzelnen Cel-Hushi-Kräuterhütern, die exotische Substanzen liefern und keine Fragen zur Verwendung stellen.

Auf der Gegenseite stehen das Izpi Taldea, die geheime Eingreiftruppe des Jakintza Ezagutza, die zunehmend in die unteren Ränge infiltriert, und die Lerratzaile, eine Elite-Einheit der Jakintza Egitura. Innerhalb der Organisation selbst ist die bedrohlichste Kraft gelegentlich die eigene Führung: Arkaitz und Magnara misstrauen einander nicht weniger als jedem anderen.


Die nahende Himmelsgleiche

Für die Iluntasunaren Eskuak bedeutet die nahende Himmelsgleiche vor allem eines: Gelegenheit. Wenn die kosmische Konstellation die Welt destabilisiert, wenn Forschungseinrichtungen ihr Tempo erhöhen, wenn Kulte und Gelehrte gleichermaßen nach Artefakten und Substanzen greifen, die sie sonst nie anfassen würden — dann steigen Nachfrage und Preise. Arkaitz hat die Lager entsprechend gefüllt, die Lieferketten verstärkt, die Preise diskret angehoben.

Was die Hände der Dunkelheit nicht stört: dass einige ihrer Auftraggeber mit dem, was sie liefern, Dinge tun könnten, die weit gefährlicher sind, als sie ahnen. Das ist nicht ihr Problem. Konsequenzen für die Käufer, nicht für die Verkäufer — so lautet die Doktrin. Arkaitz würde sagen: Wer einen Hammer kauft, ist selbst dafür verantwortlich, wohin er schlägt.


"Wir haben keine Überzeugungen. Das ist unser größter Vorteil." — Arkaitz Urrezko