Rabenfels II: Gutachten des Ordens des Samens
Wasserwirtschaftliche und naturbezogene Beurteilung des geplanten Abbaugebiets am Rabenfelsen
"Das Wasser ist nicht nur Spiegel des Himmels, sondern auch Gedächtnis der Erde."
— Aus den Lehren Lībanąs (Das Leben), Buch der Sieben Heerscharen
An den Gemeinderat von Kreuzweg
Mit Abschrift an den Hohen Rat von Auwharin und den Orden der Waage
Verfasst im Auftrag des Gemeinderates Kreuzweg Durchgeführt unter der Leitung von Maistra Ainara Eguzki-Etxea, Älteste des Ordens des Samens
Zusammenfassung
Die vorliegende Untersuchung des Quellsystems am Rabenfelsen ergibt ein ungewöhnlich empfindliches wasserwirtschaftliches und naturgebundenes Gleichgewicht von außerordentlicher Bedeutung für die Region. Die Erschließung des Eisenerz-Vorkommens ohne strenge Schutzmaßnahmen würde mit hoher Wahrscheinlichkeit zu unumkehrbaren Schäden am Wassersystem und an seltenen, teils hier-einheimischen Pflanzenarten führen.
Die Gutachter des Ordens des Samens sprechen sich nicht grundsätzlich gegen eine bergbauliche Erschließung aus, jedoch nur unter strengen Auflagen, die im Abschnitt "Empfehlungen" detailliert dargelegt werden.
1. Wasserwirtschaftliche Analyse
1.1 Quellstruktur
Der Rabenfelsen beherbergt ein vielschichtiges System aus neun Hauptquellen und 23 Nebenquellen, die gemeinsam den Kreuzbach bilden:
- Sieben der neun Hauptquellen (77,8%) befinden sich direkt im möglichen Abbaugebiet an der Ostflanke
- Diese sieben Quellen liefern 84,3% des Gesamtwasservolumens des Kreuzbachs
- Die durchschnittliche Schüttung beträgt 28 Würfelmaß pro Stunde, mit jahreszeitlichen Schwankungen von ±8 Würfelmaß
- Die Quellen sind vom Typ "Schichtquelle mit überlagernder Höhlengesteinsstruktur", eine besonders seltene und anfällige Bildung
1.2 Wasser-Gesteins-Besonderheiten
Die geologische Struktur des Rabenfelsens weist mehrere entscheidende Besonderheiten auf:
- Durchdringung der eisenführenden Schicht mit wasserleitenden Spalten
- Untypisch dünne Filterschicht zwischen Erzvorkommen und Wasserführung (0,8 bis 2,3 Meter)
- Unmittelbare Verbindungskanäle zwischen möglichem Abbaugebiet und Quellaustritten
- Ungewöhnliche wasserstoffliche Zusammensetzung mit erhöhtem Mineralgehalt, insbesondere Kalzium, Magnesium und seltenen Spurenelementen
1.3 Wasserqualität
Die Wasseranalyse ergibt herausragende Qualitätsmerkmale:
- Außergewöhnlich hohe Reinheit (niedrigster Schwebstoffgehalt im gesamten Bergheim-Gebiet)
- Besonders günstiges Mineralienverhältnis für Trinkwassernutzung
- Ungewöhnlich hoher Gehalt an Kieselstoff und Urbestandi (Selen)
- Natürlicher Schutz vor kleinstlebewesenbedingter Verunreinigung durch Silberionenspuren
Diese Qualitätsmerkmale machen das Wasser des Kreuzbachs zu einem der wertvollsten Trinkwasservorkommen in ganz Auwharin.
2. Naturkundliche Bedeutung
2.1 Pflanzenwelt
Das Quellgebiet des Rabenfelsens beherbergt eine bemerkenswerte Vielfalt an Pflanzen:
- 123 festgestellte Pflanzenarten, davon 37 mit bekannten heilkundlichen Eigenschaften
- Fünf nur hier heimische Arten, die ausschließlich am Rabenfelsen vorkommen:
- Izarosto Zilarbelarra (Sternblättrige Silberwurz) – blüht nur alle sieben Jahre
- Belarbeltza Menda (Rabenfelsenminze) – bekannt für ihre fiebersenkenden Eigenschaften
- Iturrigoroldi Urdina (Blaues Quellmoos) – verwendet in Wundheilungssalben
- Hiruhatz Belarbeltz (Dreifingerkraut) – unentbehrlich für Geburtshilfe
- Urargidist (Wasserleuchte) – selbstleuchtende Blüten mit schlafbringender Wirkung
Die Heilerin Wulfrun vom Ordeb des Gefäßes aus Kreuzweg schätzt den jährlichen Wert der gesammelten Heilpflanzen auf 280 bis 350 Silbergewichte.
2.2 Tierwelt
Das Quellgebiet ist Lebensraum für ein einzigartiges wasserbewohnendes Naturgeflecht:
- Drei Arten von Quellschnecken, davon eine bisher unbeschriebene Art
- Seltene Steinkrebssippe mit außergewöhnlicher Größe
- Eierlegeplatz für den Zilarbukatzaile (Silbertaucher, gefährdete Fischart)
- Jahreszeitlich wichtiges Tränkgebiet für Rotwild und Auerhühner
Eine Verschlechterung der Wasserqualität würde diese Arten unmittelbar gefährden.
2.3 Kulturelle Bedeutung
Der Rabenfelsen und seine Quellen haben erhebliche kulturelle Bedeutung:
- Althergebrachtes Sammelgebiet für Heilpflanzen (aufgezeichnet seit 412 WZ)
- Jährliches Wassersegenritual der Siedlung Kreuzweg am ersten Tag des Monats Blostmaz
- Geschichtlich belegter Ort für die "Wasserweihe" der Neuanzunehmenden des Ordens des Gefäßes
- Mehrere in Felsen geschlagene Sinnbilder der Himmlischen Heerschar Lībaną
3. Gefahrenbeurteilung
3.1 Hauptgefahren eines Erzabbaus
Aufbauend auf vergleichbaren Abbaugebieten in Bergheim und Untersuchungen des Ordens des Samens bestimmen wir folgende Hauptgefahren:
- Wassermengenverringerung: Wahrscheinlichkeit 70-90%, geschätzte Verringerung 30-60%
- Wasserverunreinigung: Erhöhung des Schwermetallgehalts um das 5- bis 12-fache des natürlichen Werts
- Quellverlagerung: Gefahr des vollständigen Versiegens von 3-5 Hauptquellen
- Lebensraumverlust: Zerstörung von 60-80% der nur hier heimischen Pflanzenbestände
- Naturgeflecht-Erschütterung: Langfristige, möglicherweise unumkehrbare Auswirkungen auf das Gesamtsystem
3.2 Folgeerscheinungen
Bei einer Beeinträchtigung des Quellsystems wären folgende Nachwirkungen zu erwarten:
- Gefährdung der Trinkwasserversorgung von Kreuzweg
- Verringerte Wassermenge im Silberlauf mit Auswirkungen auf Flusswachtgebiet
- Verlust wertvoller Heilpflanzenbestände mit Auswirkungen auf die heilkundliche Versorgung
- Erhöhte Schwebstofflast mit Auswirkungen auf Fischwanderung und Eiablageplätze
- Möglicherweise erhöhte Hochwassergefahr durch verringerte Wasserrückhaltungsfähigkeit
4. Ausführliche Empfehlungen
Im Falle einer Entscheidung zugunsten eines Erzabbaus empfiehlt der Orden des Samens folgende unbedingt notwendige Schutzmaßnahmen:
4.1 Handwerkliche Schutzmaßnahmen
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Wasserwirtschaftliche Abgrenzung zwischen Abbaugebiet und Wasserleiter:
- Vollständige Abdichtung der Abbaugrube mit verdichtetem Ton (mind. 1 Meter Stärke)
- Einbau von Wasserableitungen mit Überprüfungsschächten
- Engmaschiges Grundwasserüberwachungs-System (mind. 12 Messstellen)
-
Wasserleit-System:
- Dreistufige Reinigungsanlage für sämtliches Abbau- und Regenwasser
- Verzögerte Wasserrückführung nach Gütekontrolle
- Anlage von künstlichen Rückhaltungsflächen (mind. 5.000 Geviertmeter)
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Handwerkliche Auffangsysteme:
- Rückhaltebecken für Notfälle mit dreifachem Tagesvolumen
- Doppelt vorhandene Pumpsysteme mit eigenständiger Kraftversorgung
- Sperrvorrichtungen für unbeabsichtigte Freisetzungen
4.2 Betriebliche Auflagen
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Güteüberwachung:
- Tägliche Wasseruntersuchungen durch geschultes Personal
- Wöchentliche unabhängige Überprüfungen durch den Orden des Samens
- Maschinelle fortlaufende Messung entscheidender Kennwerte
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Zeitliche Beschränkungen:
- Vollständiger Abbaustopp während der Blütezeit der Izarosto Zilarbelarra
- Verringerter Betrieb während der Hauptregenzeiten (Monate 2-3 und 12-13)
- Nächtliche Betriebsruhe (Schattenruhe und Nachts bis zwei Stunden nach Tagesbeginn)
-
Mengenbegrenzungen:
- Höchstens 800 Tonnen Abbaumenge pro Monat
- Stufenweise Erschließung mit jeweils höchstens 2.000 Geviertmetern offener Abbaufläche
- Fortlaufende Wiederherstellung abgebauter Bereiche
4.3 Naturschutzmaßnahmen
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Außerörtliche Bewahrung:
- Anlage eines Heilpflanzengartens für bedrohte Arten in Kreuzweg
- Umpflanzung seltenster Gewächse unter Aufsicht des Ordens des Samens
- Saatgutsammlung für alle betroffenen Pflanzenarten
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Schutzgebiet:
- Unbedingter Schutz eines Kerngebiets von 1,5 Hektar um die beiden Hauptquellen
- Anlage eines 50 Meter breiten Pufferstreifens um alle Quellaustritte
- Zugangsbeschränkung für nicht betriebsnotwendiges Personal
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Langfristige Maßnahmen:
- Vollständiger Naturwiederherstellungsplan mit zeitlichen Richtlinien
- Einrichtung eines dauerhaften Heilpflanzen-Schutzgebiets nach Abbauende
- Anlage eines neuen rituellen Wassergartens für die Siedlung Kreuzweg
4.4 Organisatorische und Geldwirtschaftliche Anforderungen
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Beaufsichtigung:
- Ständiger Naturschutzbeauftragter aus dem Orden des Samens vor Ort
- Monatliche Berichtspflicht an den Gemeinderat Kreuzweg
- Vierteljährliche Überprüfung durch ein unabhängiges Gremium
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Geldwirtschaftliche Absicherung:
- Hinterlegung einer Sicherheitsleistung von 3.000 Silbergewichten
- Einrichtung eines Wiederherstellungsschatzes mit jährlicher Einzahlung (mind. 8% des Ertrags)
- Verbürgte Entschädigungszahlungen bei Nichteinhaltung der Auflagen
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Unterweisung und Bewusstsein:
- Naturschutzunterweisung für alle am Abbau beteiligten Arbeiter
- Öffentliche Mitteilungsveranstaltungen für die Einwohner von Kreuzweg
- Aufzeichnung des gesamten Ablaufs für zukünftige Vorhaben
5. Abschließende Beurteilung
Die wasserwirtschaftlichen und naturgebundenen Gegebenheiten am Rabenfelsen stellen eine besondere Herausforderung für jede bergbauliche Tätigkeit dar. Aus Sicht des Ordens des Samens ist ein Abbau nur unter strengster Einhaltung aller genannten Schutzmaßnahmen vertretbar.
Wir empfehlen nachdrücklich, die wirtschaftlichen Vorteile des Erzabbaus gegen die naturgebundenen und kulturellen Werte des Gebiets sowie die langfristigen Folgen einer Beeinträchtigung des Wassersystems sorgfältig abzuwägen.
Der Orden des Samens steht für weitere Beratung und Unterstützung zur Verfügung und ist bereit, bei der Umsetzung der genannten Schutzmaßnahmen aktiv mitzuwirken.
Gesiegelt mit dem Siegel des Samenkeims
Maistra Ainara Eguzki-Etxea
Älteste des Ordens des Samens, Fachkundige für Quellennaturgefüge
Lehrmeister Sigurd vom Stamme Finsterwalde
Meister der Pflanzenkunde, Träger des Grünen Kranzes
Lehrschwester Edurne Oroimen-Etxea
Wasserfachkundige, Beauftragte für den Kreuzbach