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Herr der Heerscharen – Lob sei dem Höchsten

Zeruko Osteen Jauna — Tempelgesang der Argitari

„Wer den Gesang in der alten Zunge singt, begreift ihn nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Atem. So war er gemeint."
— Arima-zain Nagusi Zorion Ahots-Etxea, Vorwort zum Liederbuch der Kathedrale der Sieben Heerscharen

Ein Mönch kniet, von hinten gesehen, in einer lichtdurchfluteten Kapelle aus hellem Marmor und hält die Hände offen nach oben erhoben, den Kopf ins Licht gewandt. Auf dem Rücken seiner elfenbeinfarbenen Robe steht ein goldener Stern, ringsum ziehen sich geschwungenes Goldrankenwerk, hängende Kristalllampen und ein in den Boden eingelegter Stern.

Der Gesang wird in der alten Zunge der Tempel gesungen, wie sie unter den Argitari längst niemand mehr auf dem Markt oder am Herd spricht. Vier Sätze, ein Vorsänger, die Gemeinde antwortet mit dem Kehrvers — so erklingt er beim Morgenlicht-Gebet in den Lichtreflexionskammern und, in voller Länge und mit allen sieben Anrufungen, bei der Lichterprozession zum Fest des Aufsteigenden Lichtes in Zeruko Hiri.

Die beigefügte Übertragung in die gemeine Zunge Auwharins folgt dem Sinn, nicht dem Maß; sie ist Lesehilfe, nicht Ersatz. Wer den Kehrvers mitsingen will, singe ihn in der alten Zunge, wie es alle tun, die ihn nicht verstehen.


I. Deia · Der Anruf

Hasieran egitea zen,
egitetik sortu zen argia,
argiaren baitan atera ziren zazpiak.
Gorespen Izate Gorenari.

Im Anfang war das Wirken,
aus dem Wirken entsprang das Licht,
im Lichte gingen die Sieben hervor.
Lob sei dem Höchsten Sein.


II. Zazpiak · Die Sieben

Argitasuna, ilunpeak urratzen dituena,
Egia, gezurra ebakitzen duena,
Sendotasuna, mendien hezurra,
Bizia, uren ibilbidea,
Hazia, lurrean lo dagoen agindua,
Arnasa, hegoak zabaltzen dituena,
Gogoa, bere burua ikusten duen begia.
Zazpiak bat dira, bata Izate Gorena.

Die Erleuchtung, die die Finsternis zerreißt,
die Wahrheit, die die Lüge durchschneidet,
die Standhaftigkeit, das Gebein der Berge,
das Leben, der Lauf der Wasser,
die Saat, das Versprechen, das in der Erde schläft,
der Odem, der die Flügel ausbreitet,
der Geist, das Auge, das sich selbst sieht.
Die Sieben sind eins, und das Eine ist das Höchste Sein.


III. Eskaria · Die Bitte

Egunsentian gure begiak ireki itzazu,
itzalorduan gure bihotzak isil itzazu,
gogoetaren orduan gure ahotsak bil itzazu,
eta bi eguzkien azpian gure bidea argi ezazu.

Öffne uns die Augen im Tagesanbruch,
stille uns die Herzen in der Schattenruhe,
sammle uns die Stimmen zur Stunde der Besinnung,
und erhelle uns den Weg unter den zwei Sonnen.


IV. Hala bedi · Der Beschluss

Zerua zabal, lurra sendo,
gure eguna laburra da;
asabek kantatu zutena
gure haurrek kantatuko dute.

Gorespen Izate Gorenari,
zeruko osteen Jaunari.
Hala bedi.

Der Himmel weit, die Erde fest,
unser Tag ist kurz;
was die Ahnen gesungen haben,
werden unsere Kinder singen.

Lob sei dem Höchsten Sein,
dem Herrn der himmlischen Heerscharen.
So sei es.


Worte des Gesangs

Die alte Zunge nennt die Heerscharen bei eigenen Namen. Sie meinen dieselben Sieben, die in den Heiligen Lehren stehen — die Argitari beharren darauf, dass ihre Namen nicht Übersetzungen seien, sondern älter als die Bücher, in denen die anderen stehen. Zur Aussprache siehe die Namenskonventionen der Argitari.

Alte Zunge Gemeine Zunge Name in den Heiligen Lehren
Argitasuna Die Erleuchtung Liuhtją
Egia Die Wahrheit Sunją
Sendotasuna Die Standhaftigkeit Stōanā
Bizia Das Leben Lībanā
Hazia Die Saat Sēdiz
Arnasa Der Odem Atimā
Gogoa Der Geist Þankijaną
Wendung Bedeutung
Izate Gorena Das Höchste Sein
Zeruko Osteen Jauna Herr der himmlischen Heerscharen
Gorespen … -ari Lob sei dem …
Itzalordua Die Schattenruhe
Gogoetaren ordua Die Stunde der Besinnung
Hala bedi So sei es

„Man erkennt den Argitari nicht daran, dass er das Höchste Sein zu benennen weiß, sondern daran, dass er in sieben Namen dasselbe meint."
— Naroa Begi-Etxea, „Betrachtungen zum Volksleben in Auwharin"