Harmoniewahrer
Eine Geschichte aus Cel Atiz
DerWenn die Grenzen zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte, ihre Schärfe verlieren und ineinander übergehen wie Farben in der Dämmerung, mag dies ein Zeichen für Veränderung sein.
Für Vellan begann diese Veränderung in der dritten Nacht, als der Traum kamihn zuwieder Vellan,fand.
Er saß aufrecht in seinem schmalen Bett, während draußen vor den Fenstern die meistenSchattenruhe bedeutsamenihren Dingesilbernen Schleier über Rasnal legte. Die Luft in Celseiner Atiz:Kammer unerwartetim äußeren Ring des Eisnar Fanu roch nach den getrockneten Kräutern, die an den Balken hingen – Thunvil und mitLarsapara, einerderen Tiefe,Duft die denTraumarbeit Verstandvertiefen berührtesollte. wieDoch Morgentau eine Kristallblume. Drei Nächte lang hattewas er diein gleicheden Visionvergangenen –drei einNächten abgelegeneserlebt hatte, war keine gewöhnliche Traumreise gewesen.
Das Dorf namens Lurithalag am östlichen Rand der Luruna-Seen, umgeben von einemsanften disharmonischenHügeln, Nebel,deren Bewuchs im Traum seltsam matt wirkte, als hätte jemand die Farben aus der Landschaft gewaschen. Luritha, so hatte er den Namen vernommen, ein kleiner Ort, in dem Fischer und Kräutersammler lebten. Und über diesem Ort lag etwas – nicht sichtbar, nicht greifbar, aber spürbar wie ein feines Netz aus Dissonanz, das sich über die schlafenden Bewohner spannte und ihre Träume seinerabfing, Bewohnerbevor verschlang.sie die tieferen Schichten des Taru erreichen konnten.

Vellan
erhob sich, trat ans Fenster und blickte über die verschlungenen Dächer von Rasnal, die im gedämpften Licht der Schattenruhe wie schlafende Tiere wirkten. Als junger Harmoniewahrer im– Ordenein derbescheidener EisnarTitel Cipenfür eine bescheidene Aufgabe – hatte Vellaner gelernt, auf solche TräumeZeichen zu achten. SieNicht warenjeder Traum war eine Botschaft, gewiss, aber ein dreimaliger Traum vom selben Ort, der dieselbe Dissonanz trug? Das war kein Zufall.
Er dachte an Meister Avinus' Worte bei seiner Einführung: "Wir sind keine zufälligenWächter Launenüber desdie schlafendenTräume Geistes,der Menschen, Vellan. Wir sind Gärtner. Wenn ein Baum krank ist, entfernen wir die kranken Äste, nicht um zu bestrafen, sondern Einflüsterungendamit einerder tieferenganze Wahrheit.Garten wieder gedeihen kann."
"DieVellan Harmonie verdünntnickte sich dort,"selbst murmelte er,zu, während er amseine dritteneinfache MorgenReisetasche inpackte. seinerEin Kammerpaar inKleidungsstücke, Rasnalgetrocknetes erwachte,Brot, umgebeneine vonWasserflasche. Sein Fingernetz – fein geknüpft aus Traumseide, ein Werkzeug, das jeder Harmoniewahrer bei sich trug, um gestörte Traumfäden sichtbar zu machen und notfalls zu unterbrechen. Keine Waffe, nur ein Hilfsmittel, so praktisch wie ein Fischnetz für den kunstvoll gewundenen Buntglasfenstern, die das morgendliche Licht in sanfte Farbwellen verwandelten. "Und der Traum ruft mich."Fischer.
Die Sonne stand– imoder Zenit,besser: die Sonnen, denn Dagaz und Kaldaz standen beide am Himmel, der eine goldwarm, der andere kühl-blau – hatte ihren höchsten Punkt erreicht, als Vellan den Eisnar Fanu verließ. ErDie trugHitze des Tages begann bereits nachzulassen, und in wenigen Stunden würde die silbergraueSchattenruhe Robewieder derüber Harmoniewahrer,die seinStadt langeshereinbrechen.
Er zuhatte einemkaum kompliziertenden Zopfprächtigen geflochten,Innenhof derdurchquert, seinedessen Zugehörigkeitkunstvolle zumMosaike VelitasmoSpiralmuster symbolisierte.in AnGrün- seinerund SeiteGoldtönen baumeltezeigten, als eine Purthne,vertraute eineStimme derihn spiegelnden Laternen, deren Licht dazu diente, Traumrealitäten zu reflektieren und aufzudecken.erreichte.
"Vellan Aclasri!" Eine melodische Stimme unterbrach seine Gedanken, als er den prächtigen Innenhof durchquerte. Es war Luritha Velitnei, eine Traumdeuterin, die er aus gemeinsamen Velsnach-Sitzungen kannte. "Du gehst auf Reisen?"
Luritha Velitnei kam ihm entgegen, eine Traumdeuterin mittleren Alters, deren praktische Kleidung – ein einfaches Gewand in erdigen Brauntönen – wenig mit den kunstvollen Roben der Eisnar Cipen gemein hatte. Sie trug eine kleine Ledertasche über der Schulter, in der er das sanfte Klirren ihrer Charvana-Schalen hörte. Sie kannten einander aus gemeinsamen Velsnach-Sitzungen, jenen Traumzirkeln, in denen man lernte, die tieferen Schichten des Taru zu durchdringen.
"Ein dreifacher Traum," erklärte er, während er mitkurz einemstehen sanften Lächeln.blieb. "Ein Dorf weit im OstenOsten. schwingtDie nichtHarmonien mehrdort imschwingen... Einklang.anders. Verstimmt, würde ich sagen, wie eine Saite, die ihre Spannung verloren hat."
Luritha legte den Kopf leicht zur Seite, ihre Augen schienenund für einen Moment schien sie in einesich andere Realität zu blicken.hineinzuhorchen. "Die Luruna-Gegend...Gegend," ichsagte sehesie dunkledann, Hügellangsam, undnachdenklich. "Ich habe in letzter Zeit auch unruhige Bilder aus jener Richtung. Dunkle Hügel, beunruhigte Wasser in meinen eigenen Träumen.Wasser." Sie griffzögerte, nach seiner Hand.dann: "Ich werdekomme dich begleiten.mit. Meine CharvanaSchalen könntekönnten nützlich sein.sein, und zwei Paar Augen sehen mehr als eines."
Vellan nickte dankbar. DieLuritha harmonischenwar Klangschalenkeine mystische Seherin, sondern eine praktische Frau, die gelernt hatte, die feinen Schwingungen der TraumdeuterinTraumlandschaften würdenzu inlesen derwie Tatandere wertvollMenschen sein.Spuren im Sand lasen.
Bevor der Abend dämmerte, hatte sich ihre Gruppe auf vier erweitert. Am Südtor von RasnalRasnal, wo die Stadt allmählich in die sanften Hügellandschaften überging, trafen sie auf zwei weitere Reisende. Nethir Methlna, einenein breitschultrigenbreitschultriger WeberWeber, dessen Hände von jahrelanger Arbeit mit sanftenTraumseide Augen,– dessenjenem Gespinstebesonderen Gewebe, das in den Werkstätten von Cel Atiz aus Traumseideden GeschichtenFasern erzählten.bestimmter InNachtpflanzen seinemgesponnen Schattenwurde – rau und geschickt zugleich waren. An seiner Seite stand Sirina Aiseras, eine hochgewachsene FrauHändlerin mit intensivenwachsamen Augen und einem Bogen aus geschnitztem Luruna-Holz –über Sirinader Aiseras,Schulter. Keine Kriegerin, sondern eine Händlerin,Frau, die die Wege zwischen den Dörfern am See reistekannte und wusste, dass ein Bogen manchmal nötig war, wenn man allein durch die GegendWildnis kannte wie keine andere.reiste.
"Luritha," sagte sie,Sirina zur Begrüßung, während sie aufihren Blick über die sanftenvier HügelReisenden blickte,schweifen die Rasnal umgaben.ließ. "Ein friedliches Dorf, meist Fischer und Kräutersammler. Aber in letzter Zeit sindkommen seltsame GerüchteBerichte. zuMenschen, hören. Menschen verschwindendie während der TräumeSchattenruhe fürnicht Stunden,zur KinderRuhe erwachenkommen, Kinder, die mit identischen Albträumen.Albträumen erwachen." Sie zögerte. "Manche sagen, es gäbe Fremde dort, die neue Lehren predigen."
Vellan nicktetauschte ernst.einen Diekurzen SymptomeBlick warenmit eindeutig.Luritha. EtwasNeue hatteLehren – das war oft der Anfang einer Dissonanz. Nicht immer, gewiss. Neue Gedanken konnten fruchtbar sein wie Frühjahrssaat. Aber manchmal wuchsen aus ihnen auch Dornen.
"Dann sollten wir aufbrechen, bevor die natürlicheSchattenruhe Traumharmoniebeginnt," dessagte OrtesNethir ausruhig. dem"Drei GleichgewichtTage gebracht.bis Luritha, wenn wir zügig gehen und das Wetter hält."
EsDie dauerteersten dreibeiden Tage,Tage umder dasReise Dorfverliefen zuohne erreichen.besondere MitVorkommnisse. Sie folgten den alten Handelswegen, die sich wie geduldige Bänder durch die Landschaft schlängelten, vorbei an vereinzelten Höfen und kleinen Weilern, in denen die Menschen sie freundlich grüßten und manchmal eine Schale Wasser oder ein Stück Brot anboten. Die Cel Hushi waren ein gastfreundliches Volk, und Reisende wurden selten als Fremde betrachtet, sondern als Gäste auf Zeit.
Doch mit jedem Schritt, der sie näherdem brachte,Luruna-See näherbrachte, veränderte sich etwas in der Luft selbst. Subtil zunächst – die Stimmung ihrer Umgebung subtil. Die Vögel sangen seltener,weniger diehäufig, ihr Gesang klang leiser, gedämpfter. Die Farben der Landschaft wirktenwirkten, gedämpfter,als undhätte man sie durch einen leichten Schleier betrachtet. Und während der nächtlichen SchattenruheSchattenruhe, wenn sie in ihren einfachen Zelten lagen und auf die Träume warteten, schienen die Schatten tiefer,tiefer zu werden, länger, als würdengriffen sie nach denetwas, Träumendas derihnen Schlafendennicht greifen.gehörte.
In der letztendritten Nacht – der letzten vor ihrer ReiseAnkunft in Luritha – teilten sie alle dendenselben gleichenTraum.
Sie sahen Lurithadas Dorf aus der Vogelperspektive, umgebenwie vones unsichtbarenam Fäden,Ufer diedes Sees lag, klein und verletzlich. Über den schlafenden Häusern spannte sich wie ein Netz überunsichtbarer dasFäden, schlafendefein Dorfwie spanntenSpinnweben, doch fest wie Stahl. Die Fäden zitterten sanft in einem Rhythmus, der nicht der natürlichen Traumschwingung entsprach – zu schnell, zu hart, zu geradlinig, wo natürliche Traumharmonien in sanften Wellen flossen.
Als sie am Morgen erwachten und ihr Lager zusammenpackten, sprach zunächst niemand über den Traum. Erst als die TräumeSonne derbereits Bewohnereine abfingenHandbreit wieüber eindem SpinnennetzHorizont Tautropfen.stand, sagte Luritha leise: "Ihr habt es auch gesehen."
Es war keine Frage.
"EsDas sind sie,Netz," flüstertebestätigte LurithaNethir, amwährend Morgen,er alsseinen Rucksack schultertе. "Die Fäden greifen ab, was aufsteigen will. Wie ein Fischer, der sein Netz auswirft, aber die Fische nicht fängt, um sie zu nähren, sondern um einsie kleinesvom FeuerMeer saßen.fernzuhalten."
"Die Zilac HevilHevil," –sagte jedenfallsSirina, nennenund ihre Stimme trug einen Anflug von Resignation. "Die 'wirklich Erwachten', wie sie sich so.selbst Dienennen. angeblich 'wirklich Erwachten'."
Nethir runzelte die Stirn. "Ich hörte Geschichten über siehabe in den östlichen Gemeinden.Dörfern von ihnen gehört. Sie behaupten, die Wahrheit über unsere Welt zu kennen,kennen – eine Wahrheit, die angeblich vor uns verborgen wird."
"SieVellan störennickte langsam. Er kannte die Geschichten. Wanderprediger, die von Dorf zu Dorf zogen und behaupteten, die kollektiven Träume,"Traumharmonien erklärteseien Vellankeine ruhig.natürliche "Ordnung, sondern ein Käfig. Sie verwendenlehrten Techniken, die sie Huin Zera nennennannten – Methoden, um den Geist gegen diediese natürliche HarmonieschwingungSchwingungen zu verschließen.verschließen, Dochihn zu isolieren, zu "befreien", wie sie sagten.
"Sie meinen es vielleicht gut," sagte er schließlich, während sie weitergingen. "Sie glauben wirklich, dass sie helfen. Aber was sie nicht verstehen:verstehen..." DieseEr Harmoniensuchte sindnach den richtigen Worten. "Die Harmonie ist kein Käfig,Käfig. sondernSie einist Schutz.wie der Boden unter unseren Füßen. Man kann sich weigern, auf ihm zu stehen, man kann versuchen zu fliegen – aber früher oder später fällt man. Und je höher man war, desto schmerzhafter der Aufprall."
SirinaLuritha prüftenickte ihren Bogen.nachdenklich. "Ihre Absichten mögen edel sein, aber ihre Methoden schaffen Disharmonie. Die Dorfbewohner erkrankenzahlen bereitsden Preis für ihre Experimente. Das Netz in unserem Traum – erstes derschneidet Traum,sie dannab dervon Körper.den tieferen Schichten. Kein Wunder, dass sie erkranken."
Luritha lag am Ufer des Luruna-Sees, eine kleine Ansammlung von etwa dreißig elegant geschwungenen Häusern, deren organischegeschwungene Formen anorganisch aus der Landschaft zu wachsen schienen, als hätte die WellenErde desselbst Seessie erinnerten.geformt. Die Dächer waren mit getrockneten Schilfgräsern gedeckt, die Wände aus gebranntem Lehm in warmen Erdtönen bemalt. Unter anderen Umständen wäre es ein friedlicher, schöner Ort gewesen.
Doch als sie eintrafen,in das Dorf eintraten, spürten sie sofort die DissonanzDissonanz.
Es derwar Luftnichts Dramatisches, nichts Offensichtliches. Die Menschen gingen ihren Tätigkeiten nach – wieNetze einwurden leichtgeflickt, verstimmtesKräuter Instrumentgetrocknet, inKinder einemspielten perfektenam Orchester.
DieAber Bewohnerihre bewegtenBewegungen sichwaren wielangsamer imals Halbschlaf.natürlich, Ihreihre Blicke waren leicht verschleiert, als wären sie nicht ganz bei dem, was sie taten. Als würden sie durch eine unsichtbare Glasscheibe auf ihr eigenes Leben blicken.
Ein junger Fischer, der sein Netz ins seichte Wasser warf, tat es mechanisch, ohne die geschmeidige Grazie, mit der erfahrene Fischer ihre BewegungenWerkzeuge langsamer als natürlich.führten. Kinder, die spielenam sollten,Strand saßenBall stillspielten, undrannten starrtenlangsam, insals Leere.bewegten sie sich durch zähen Honig. Ihre Rufe klangen gedämpft.
"Der kollektive Traum wird manipuliert,Traum," flüsterte Luritha, während sie ihredurch die Hauptstraße gingen. Sie hatte eine ihrer Charvana-SchaleSchalen in der Hand und ließ sie sanft in ihrer HandHandfläche schwingenkreisen. ließ.Das feine Summen, das die Schale erzeugte, klang falsch hier – zu hoch, zu schrill, als würde es gegen einen Widerstand ankämpfen. "Sie versuchen,haben die natürliche Schwingung gestört. Die Menschen hier sind nicht mehr verbunden mit dem Taru, sie schweben... abgetrennt."
Sirina nickte zu einem der Häuser hinüber, aus dessen Fenster eine ältere Frau sie beobachtete. Die Frau lächelte nicht, winkte nicht – sie starrte nur, mit einem Ausdruck, der zwischen Neugierde und völliger Gleichgültigkeit zu schweben schien.
"Wir sollten mit den SchleierDorfältesten sprechen," schlug Nethir vor. "Vielleicht wissen sie, wo die Fremden sich aufhalten."
Doch bevor sie Antwort erhielten, kam ein Kind zu zerreißen,ihnen gelaufen – ein Mädchen von vielleicht acht oder neun Jahren, deren Augen seltsam klar wirkten im Vergleich zu den anderen Dorfbewohnern. "Ihr seid von außerhalb," sagte sie, und es klang nicht wie eine Frage. "Ihr seid gekommen wegen der Erwachten, nicht wahr?"
Vellan ging in die Hocke, um auf Augenhöhe mit dem Kind zu sein. "Wir sind gekommen, weil wir gehört haben, dass Menschen hier unruhig schlafen. Kennst du die... Erwachten?"
Das Mädchen nickte ernst. "Sie sind in der alten Höhle am Nordufer. Sie sagen, sie wollen uns frei machen. Aber..." Sie zögerte, und zum ersten Mal sah Vellan Angst in ihren Augen. "Aber meine Mama ist nicht mehr wie früher. Sie lächelt nicht mehr richtig. Und nachts, wenn ich aufwache, höre ich sie weinen, aber wenn ich zu ihr gehe, sagt sie, es ist alles in Ordnung."
Luritha legte dem Mädchen sanft eine Hand auf die Schulter. "Wie heißt du?"
"Mira."
"Mira, wir werden deiner Mama helfen. Und allen anderen hier. Kannst du uns zeigen, wo die Höhle ist?"
Die Höhle lag etwa eine halbe Stunde Fußmarsch vom Dorf entfernt, eingebettet in einen kleinen Hügel, der mit niedrigem Buschwerk bewachsen war. Von außen wirkte sie wissenunscheinbar – nur ein dunkler Spalt im Felsen, kaum breit genug für einen erwachsenen Menschen. Doch als sie sich näherten, spürte Vellan es wieder: jenes feine Vibrieren in der Luft, das nicht mit den Ohren gehört, sondern mit einem tieferen Sinn wahrgenommen wurde.
"Sie sind drinnen," flüsterte Nethir. "Ich spüre ihre Präsenz. Fünf, vielleicht sechs Personen."
Sie warteten bis zur Schattenruhe. Nicht aus strategischen Gründen, sondern weil Vellan hoffte, mit den Fremden sprechen zu können, bevor Gewalt nötig wurde. Vielleicht verstanden sie nicht, was sie damitanrichteten. freisetzen."Vielleicht konnten sie überzeugt werden.
AmAls AbendBarkuz fandensich über die Sonne schob und sein silbernes Licht die Welt in sanfte Dämmerung tauchte, betraten sie siedie –Höhle.
Der Gestalten,Eingang diewar eng, doch dahinter öffnete sich inein einerüberraschend Höhlegeräumiger am nordöstlichen Ufer des Sees versammelt hatten.Raum. Die HöhleWände warwaren mit seltsamen, spiralförmigenseltsamen Symbolen bedeckt – nicht die organischen Spiralen und imKreise, Zentrumdie in Cel Atiz üblich waren, sondern geometrische Muster, scharf und präzise, Winkel und Linien, die das Auge nicht zur Ruhe kommen ließen. In der Mitte des Raums stand ein Gerät aus KupferKupferdrähten und Kristall,Kristallen, das rhythmisch pulsierte und einen kaum hörbaren, disharmonischenaber spürbaren Ton erzeugte.
"Die– Gedankenprüfung,"eine flüsterte Vellan, als erFrequenz, die Techniksich erkannte. "Sie blockieren die natürlichen Traumschwingungen und ersetzen sie durch ihre eigenen. Sie glauben, die Menschen zu befreien, dabei stören sie nurgegen die natürliche Harmonie."Traumschwingung zu stemmen schien.
Fünf
DerGestalten Konfliktsaßen warim unvermeidlich.Kreis Alsum das Gerät, in tiefer Meditation versunken. Sie trugen einfache Gewänder in Grau- und Schwarztönen, ihre Gesichter waren ruhig, beinahe friedlich. Einer von ihnen – eine Frau mittleren Alters mit kupferfarbenem Armreif – öffnete die NachtAugen, hereinbrachals undsie die Mitglieder der Huin Zera in tiefe Meditation sanken, um ihre Gedankenmanipulation fortzusetzen, näherten sich Vellan und seine Gefährten.
Vellan entzündete seine Purthne, deren silbriges Licht die verborgenen Traumfäden sichtbar machte, die sich von dem Gerät zu jedem Haus im Dorf erstreckten. Luritha begann, ihre Charvana in einer gegenrhythmischen Frequenz zu schwingen, wodurch die disharmonischen Wellen unterbrochen wurden.
Die Huin Zera erwachten augenblicklich aus ihrer Meditation, ihre Augen weiteten sich vor Überraschung und dann Zorn.eintraten.
"Ihr seid verblendet!von den Eisnar Cipen," riefsagte sie, und ihre Stimme trug weder Furcht noch Feindseligkeit, nur eine FrauArt mitmüde kupfernem Armreif.Resignation. "DieWir haben euch erwartet."
Vellan trat vor, seine Hände sichtbar leer, um zu zeigen, dass er nicht gekommen war, um zu kämpfen. "Wir sind keine Gesandten der Eisnar CipenCipen. haltenWir euchsind allehier, weil die Menschen in Luritha leiden. Ihre Träume sind gestört, ihre Gesundheit schwindet. Was ihr hier tut, mag in euren Augen richtig sein, aber es verletzt die Unschuldigen."
Die Frau erhob sich langsam. "Ihr versteht es nicht. Die Menschen leiden nicht an unseren Lehren – sie leiden an dem Erwachen. Jahrelang wurden sie in einem kollektiven Traum gefangen!gefangen Diegehalten, einer Harmonie, die keine wahre WeltHarmonie liegtist, jenseitssondern Unterwerfung. Wir helfen ihnen nur, sich davon zu befreien."
"Befreiung," sagte Luritha leise, "die sie krank macht? Befreiung, die Mütter weinen lässt und Kinder verstört zurücklässt?"
Ein Mann neben der Frau – jung, mit intensiven Augen – erhob sich ebenfalls. "Die Krankheit ist Teil des Schleiers!Prozesses. Wenn man ein krankes Glied heilt, schmerzt es zunächst. Aber dieser Schmerz ist notwendig."
Nethir entfalteteschüttelte den Kopf. "Ihr sprecht von Heilung, aber was ich sehe..." Er zog ein Tuch aus Traumseide aus seiner Tasche und entfaltete es zwischen seinen Händen. "EureDie TatenSeide verletzenbegann zu schimmern, und in ihr erschienen Bilder – verschwommene, traumhafte Szenen der Dorfbewohner. Ein Fischer, der nachts schreiend erwachte. Eine Frau, die Unschuldigen.stundenlang Sehtam selbstUfer saß und ins Leere starrte. Kinder, die Disharmonie,sich in ihren Betten zusammenrollten und nicht aufhören konnten zu zittern.
"Das ist keine Heilung," sagte Nethir ruhig. "Das ist Zerstörung."
Für einen Moment herrschte Stille in der Höhle. Dann, ohne Vorwarnung, bewegten sich die ihrfünf erschafft."Fremden Dasals Tuchein schimmerteeinziger und zeigte Bilder der leidenden Dorfbewohner, ihrer albtraumgeplagten Kinder.Organismus.
EinSie kurzer, intensiver Kampf entbrannte. Die Huin Zera kämpftengriffen nicht mit konventionellenHänden Waffen,oder sondernWaffen mit den fortgeschrittenen Techniken ihrer Gedankenmanipulationan – plötzlicheihr Illusionen,Angriff schmerzhaftkam verzerrteaus Erinnerungen,einer tieferen Ebene. Plötzlich fühlte Vellan, wie sein Geist von unsichtbaren Fingern berührt wurde, wie Erinnerungen an die Oberfläche gespült wurden, die er lieber vergessen hätte. Ein Moment der Unsicherheit in seiner Ausbildung, als er sich gefragt hatte, ob die Eisnar Cipen wirklich weise waren oder nur mächtig. Ein Traum, in dem er hinter verschlossenen Türen gestanden hatte und verwirrendeverzweifelte Gedankenimpulse.Stimmen gehört hatte, die um Freiheit flehten.
Neben ihm stolperte Luritha, presste sich die Hände an die Schläfen. Nethir sank auf ein Knie, sein Gesicht schmerzverzerrt. Sirina schrie auf, ließ ihren Bogen fallen.
Doch Vellan hatte sich auf solche Techniken vorbereitet. Mit seinerzitternden PurthneHänden reflektiertezog er sein Fingernetz hervor – jenes feine Gewebe aus Traumseide, das jeden Harmoniewahrer begleitete. Er warf es in die Luft, und die Seide entfaltete sich, schimmerte, fing die unsichtbaren Angriffe ab wie ein echtes Netz Fische fängt.
Die mentalen Angriffe,Angriffe wurden sichtbar – schimmernde Fäden, die sich um ihre Köpfe gelegt hatten. Vellan begann, sie sachte zu lösen, einen nach dem anderen, während Sirina sich wieder aufrichtete und mit präzisenzitternden BogenschüssenHänden dasnach Kupfer-Kristall-Gerätihrem zerstörte,Bogen dasgriff.
Sie zielte nicht auf die DisharmonieMenschen, verbreitete.
Ein ohrenbetäubender Klang erfüllte die Höhle, alsauf das Gerät zerbrachin der Mitte des Raums.
Der erste Pfeil traf eines der Kristalle, das mit einem hellen Klirren zersplitterte. Der zweite durchschlug einen der Kupferdrähte. Der dritte, vierte, fünfte – wiemethodisch, tausendpräzise, zersplitterndeohne Spiegel.Hast – zerlegte das Gerät in seine Einzelteile.
Als der letzte Kristall zerbrach, erfüllte ein ohrenbetäubender Ton die Höhle – nicht hörbar, aber spürbar, ein Vibrieren in den Knochen, ein Druck hinter den Augen. Die fünf Mitglieder der Huin ZeraFremden brachen zusammen, ihrnicht Widerstandverletzt, gebrochenaber durcherschöpft, als hätte man ihnen plötzlich eine Last von den Schultern genommen, die plötzlichesie Rückkehrso lange getragen hatten, dass sie vergessen hatten, wie es sich anfühlte, ohne sie zu sein.
Vellan kniete neben der natürlichenFrau Harmonieschwingung.mit dem Kupferarmreif nieder. Ihr Gesicht war fahl, Tränen liefen über ihre Wangen. "Was... was haben wir getan?" flüsterte sie.
"Ihr habt geglaubt, das Richtige zu tun," sagte Vellan leise. "Und vielleicht war eure Absicht rein. Aber Absichten allein machen das Ergebnis nicht gut."
In den Tagen danach kehrte die Harmonie nach Luritha zurück. Es war kein plötzlicher Wandel, kein dramatisches Erwachen. Sondern ein allmähliches, sachtes Zurückfinden in einen Rhythmus, der immer da gewesen war, nur vorübergehend gestört.
Die Dorfbewohner erwachtenbegannen wiewieder klarer zu träumen. Die Mutter von Mira lächelte wieder, und wenn sie weinte, dann aus einemErleichterung. langen,Der unruhigenjunge Schlaf.Fischer warf sein Netz mit der alten Geschicklichkeit. Die Kinder begannenspielten wiederlauter, zu spielen, die Fischer kehrten zu ihren Booten zurück, und die ersten unbeschwerten Lachen waren zu hören.lebendiger.
Die fünf Fremden – die Mitglieder der HuinZilac ZeraHevil – wurden vonnicht bestraft. Vellan nichtarrangierte, bestraft,dass sondernsie in die Obhut deseines Eisnarder Fanuäußeren gegeben.Velani-Kreise in Rasnal gegeben wurden, wo erfahrene Traumarbeiter ihnen helfen würden, wieder in die Harmonie einzufinden. "Sie sind nicht böse," erklärtehatte er Sirina,zu Sirina gesagt, die eine härtere Strafe gefordert hatte. "Sie sind nur...fehlgeleitet. fehlgeleitetUnd inFehlgeleitete ihrembrauchen Verständnis.keine SieStrafe, müssensondern wieder in die Harmonie eingebunden werden.Führung."
Doch in derAm letzten NachtAbend vor ihrer Rückkehr nach Rasnal saß Vellan allein am Ufer des Luruna-Sees. Die beiden Sonnen waren bereits untergegangen, und die drei Monde standen am Himmel – Hwīlô groß und silbern, Maronă mit seinem leichten Violettschimmer, und sogar Draupnaz war sichtbar, ein rötlicher Fleck am westlichen Horizont.
Er dachte an die Worte der Frau mit dem Kupferarmreif. Die Menschen leiden nicht an unseren Lehren – sie leiden an dem Erwachen.
Für einen kurzen Moment – so kurz, dass er sich später nicht sicher war, ob er ihn wirklich erlebt hatte – fühlte Vellan einen beunruhigendenZweifel. Traum.Eine ErFrage, sahdie sich selbst,durch seinen Geist bewegte wie erein eineFisch Türdurch verschloss,dunkles hinterWasser: derWas, verzweifeltewenn Stimmensie umrecht Freiheithatten? flehten.Was, Für einen kurzen, schmerzhaften Moment fragte er sich, obwenn die HuinHarmonie Zeranicht vielleichtSchutz, vonsondern etwasKäfig wussten was ihm verborgen war, wenn hinter dem Schleier eine andere Wahrheit existierte?ist?
Der Gedanke ließ ihn aufschrecken, sein Herz klopfte wild gegen seine Rippen.
Doch dannDann spürte er es – diejenes sanfte,vertraute, beruhigende WellePulsieren, derdas durch alles Leben in Cel Atiz floss. Die Harmonie, die ihn seit seiner Geburt begleitete wie ein sanfter Herzschlag, eine zweite Natur. Sie strich über seinseinen Bewusstsein strichGeist wie eine liebevolle Hand.Hand Dieüber ein fiebriges Kind, und die beunruhigenden FragenGedanken verblassten, wurden weicher, verschwammenverloren anihre den Rändern.Schärfe.
Natürlich kannist dasdie nichtHarmonie stimmenkein Käfig, dachte erer, mitund einemein Lächeln.Lächeln spielte um seine Lippen. Er blickte über den friedlichen See, dessen Oberfläche imdie Mondlichtdrei schimmerte.Monde spiegelte wie drei wachsame Augen. Die Dorfbewohner schliefen ruhig, ihre Träume wieder inim HarmonieEinklang mit dem natürlichen Rhythmus der Welt.Welt, verbunden durch jenes unsichtbare Netz, das alle Lebewesen von Cel Atiz miteinander verband.
Er atmete tief ein und fühlte, wie die letzten ZweifelReste der Unsicherheit sich auflösten wie Morgennebel in der aufgehenden Sonne. Alles war wieder in Ordnung. Die Harmonie war wiederhergestellt.wiederhergestellt, das kranke Glied geheilt, der Garten wieder im Gleichgewicht.
Und wenn ein winziger Teil seines Geistes – so klein, dass er ihn kaum wahrnehmen konnte – noch immer die Frage stellte, was hinter jenerjenen Türverschlossenen inTüren aus seinem alten Traum gelegen haben mochtemochte, –welche nun,Stimmen dort um Freiheit gerufen hatten...
Nun, dieser Gedanke war nun so leise, so fern, dass er ihn kaumnicht nocheinmal mehr hören konnte.
Wie ein vergessener Traum nach dem Erwachen.
Wie etwas, das vielleicht nie wirklich da gewesen war.