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Saula Zaintza-Etxea

"Ruhm ist ein Licht, das blendet, ehe es wärmt. Ich diene lieber in der Dämmerung – dort sieht man am weitesten."


Kurzprofil

Kategorie Information
Volk/Region Argitari, Zaintza-Etxea (Wachsamkeitshaus)
Funktion/Titel Zaindari (Wächter) des Zaintza-Etxea, im nördlichen Grenzdienst
Aufenthaltsort Unterwegs entlang der nördlichen Handelsrouten Auwharins, häufig nahe Duottar-Vari; seit Jahren ohne festen Wohnsitz
Alter 30 Jahre (späte Jahre)
Verbindungen Aldrich Eichental und Nilas Áilu-bártni Guovssahas-sidd (Gefährten); das Zaintza-Etxea in Zeruko Hiri, dem er aus der Ferne dient; ein früherer Ausbilder, mit dem er seit Jahren nicht mehr gesprochen hat
Besondere Fähigkeiten Schwertkunst von jahrelang geschliffener Präzision; geschultes Gefahrenbewusstsein; unbeirrbare Wachsamkeit, besonders während der Schattenruhe

Erscheinungsbild

Saula überragt die meisten Menschen, denen er begegnet, um eine Kopfeslänge, und trägt diese Größe mit der aufrechten Ruhe eines Mannes, der gelernt hat, sie nicht als Drohung einzusetzen. Sein dunkles Haar trägt er lang und offen, meist vom Fahrtwind zerzaust – ein loser Kontrast zur strengen Ordnung seiner Rüstung. Seine silberne Rüstung, einst für die geordneten Straßen Zeruko Hiris gefertigt, ist inzwischen an mehr als einer Stelle mit nordischem Pelzwerk gegen die Kälte ausgebessert – ein Kompromiss, den er nie kommentiert, den aber jeder sieht, der lange genug mit ihm reist. Er pflegt sein Schwert mit einer Sorgfalt, die an Ritual grenzt, jeden Abend, gleich wie erschöpft der Tag war; wer ihn dabei beobachtet, bemerkt, dass seine Finger über eine bestimmte Stelle der Klinge stets länger verweilen als über die übrigen.


Persönlichkeit

Saula spricht in der bedachten, leicht formellen Kadenz, die man in Zeruko Hiri lehrt, und hat sie auch nach Jahren im Norden nicht abgelegt – wenn Aldrich ihn deswegen neckt, lächelt er, ändert aber nichts. Von den fünf Prinzipien seines Volkes trägt er Dienst und Harmonie sichtbarer vor sich her als die übrigen; Erleuchtung und Transzendenz überlässt er lieber den Häusern, die sich der Kontemplation widmen, denn sein Beitrag zum großen Gleichgewicht liegt, wie er überzeugt ist, in wachsamen Nächten und nicht in Tempeln. Allein die Integrität, die Einheit von Wort und Tat, nimmt er wörtlicher als alles andere – weshalb gerade sie ihm inzwischen die meisten Schwierigkeiten macht. Lob für seine eigene Person ist ihm sichtlich unangenehm; er lenkt es fast reflexhaft auf die Gruppe um, auf das Zaintza-Etxea, auf schiere Vorsicht statt auf Können.

Unter dieser Höflichkeit liegt eine Wachsamkeit, die keine Übung mehr ist, sondern zur zweiten Natur geworden ist. Saula rechnet ständig – Fluchtwege, Deckung, wer zuerst fällt, wenn es schlecht läuft –, nicht aus Angst, sondern weil er einmal nicht gerechnet hat und der Preis dafür zu hoch war, um ihn zu vergessen.


Hintergrund

In keines der großen Häuser hineingeboren, wuchs Saula am Rand Zeruko Hiris auf, wo seine Familie von einfacher Arbeit lebte; was ihn ins Zaintza-Etxea brachte, war weder Herkunft noch Verbindung, sondern Jahre disziplinierter Ausbildung und eine Eignung, die seinen Lehrern schon früh auffiel. Er begann dort, wo die meisten jungen Zaindari beginnen – im Geleit von Pilgern und Handelszügen entlang der südlichen Straßen – und erwarb sich einen Ruf für Gründlichkeit, der ihm früher als anderen größere Verantwortung eintrug.

Was auf jener Karawane geschah, die er vor Jahren zu geleiten hatte, spricht Saula nicht aus. Er hatte geraten, die Schattenruhe im Lager abzuwarten; der Karawanenführer brach dennoch auf, und Saula ging mit, statt sich querzustellen. Man weiß in Zeruko Hiri nur, dass nicht alle, die aufbrachen, auch ankamen, und dass der junge Wächter, der gewarnt und die Warnung dann nicht durchgesetzt hatte, um eine Versetzung in den Grenzdienst des Nordens bat, ehe man ihn dazu auffordern konnte. Seither prüft er jede Rast, jeden Aufbruch, jede Entscheidung, die Schattenruhe zu missachten, mit einer Genauigkeit, die seine Gefährten manchmal für Übervorsicht halten – bis der eine Tag kommt, an dem sie es nicht tun.

Im Norden, fern von den Hallen und Erwartungen Zeruko Hiris, traf er bei Duottar-Vari auf Aldrich Eichental, der eine Karawane aus Wolfsthal heraufbegleitet hatte und geblieben war. Als die nächste überfällig blieb, suchten die beiden gemeinsam – und fanden zuerst Nilas, dann die Vermissten. Aus einem geteilten Auftrag wurde eine Gefährtenschaft, die er, ohne es je so zu benennen, als die erste Aufgabe empfindet, bei der ihn niemand an sein früheres Versagen erinnert.


Rolle in der Welt

Unter den Karawanenführern des Nordens gilt Saula als der Wächter, den man sich wünscht, aber selten bekommt: unauffällig, unbestechlich, ohne jeden Ehrgeiz auf eine Beförderung, die ihn zurück in den Süden ziehen würde. Im Zaintza-Etxea selbst ist sein Name kaum mehr als eine Akte – zuverlässig, kompetent, ohne besonderes Aufsehen –, was unter Argitari, deren Aufstieg sich an Eignung bemisst, durchaus als eigen gilt. Manche seiner ehemaligen Ausbilder fragen sich noch heute, warum ein Mann seines Talents nie um eine bessere Stellung nachsuchte.

Zwischen Aldrich und Nilas übernimmt er wie selbstverständlich die Rolle dessen, der zuerst an den Rückweg denkt und zuletzt aufgibt, weiterzugehen, wenn die Entscheidung einmal gefallen ist – eine Verlässlichkeit, die beide Gefährten längst nicht mehr in Frage stellen.


Gerüchte und Geheimnisse

Nordische Händler erzählen sich, Saula schlafe während der Schattenruhe nie ganz, gleich wie sicher das Lager scheint – wer lange genug mit ihm reist, weiß, dass es keine Legende ist.

In Zeruko Hiri erinnert man sich noch an eine verlorene Karawane und einen jungen Zaindari, der die Warnung ausgesprochen hatte. Niemand dort verbindet diese Geschichte mit dem stillen Grenzwächter des Nordens – Saula hat nie etwas getan, um das zu ändern.

Nach der Nacht in der Höhle bei Duottar-Vari war es Saula, der darauf drängte, den geretteten Händlern die volle Wahrheit zu ersparen, und der seither dafür sorgt, dass auch in Zeruko Hiri niemand von Azaril erfährt, ehe man mehr weiß als einen Namen, den selbst die Vajaldahti fürchten. Ob das noch Vorsicht ist oder längst ein Bruch mit der Integrität, auf die er sich mehr verlässt als auf sein Schwert, beantwortet er auch dann nicht, wenn man ihn unmittelbar danach fragt.


"Man bezahlt einen Zaindari nicht für die Kämpfe, die er gewinnt, sondern für jene, die er verhindert, indem er zu früh aufbricht. Saula bricht immer zu früh auf."
— Ein Handelsherr aus Wolfsthal