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Aldrich Eichental

"Man nannte mich einst nur Druide. Doch der Stein in meiner Faust und das Fell auf meinem Arm gehorchen keinem einzelnen Namen."


Kurzprofil

Kategorie Information
Volk/Region Aus'Harringer, Eichental-Stamm
Funktion/Titel Druide; ohne offiziellen Titel Hüter einer alten Stätte nahe Eichenhain
Aufenthaltsort Meist unterwegs mit Nilas und Saula in den nördlichen Grenzgebieten; Heimatzirkel in Eichenhain
Alter 22 Jahre (beste Jahre)
Verbindungen Nilas Áilu-bártni Guovssahas-sidd, Noaidi, und Saula Zaintza-Etxea, Zaindari im nördlichen Grenzdienst (Gefährten seit Jahren); sein Zirkel in Eichenhain
Besondere Fähigkeiten Naturkommunion, seltene doppelte Bindung an Tier- und Steinwesen, Gespür für unruhige alte Stätten

Erscheinungsbild

Porträt des Aus'Harringer-Druiden Aldrich Eichental – wettergegerbtes Gesicht, rotbraunes, geflochtenes Haar mit Holzperlen, ein Pelzmantel über den Schultern, eine Hand ruht auf nacktem Fels.

Aldrich trägt seinen Pelzmantel wie ein zweites Fell – abgewetzt an den Schultern, an den Ärmeln geflickt mit Leder aus drei verschiedenen Häuten, jede von einer anderen Reise. Sein rotbraunes Haar hält er in enge, geflochtene Zöpfe gebunden, durchzogen mit kleinen Holzperlen, von denen jede einen Ort markiert, an dem er einst rastete. Sein Gesicht ist wettergegerbt und seine Hände tragen feine, helle Narben, die nicht von Waffen stammen – eher von etwas, das sich unter der Haut bewegt hat und wieder zur Ruhe kam. Bevor er einen Weg oder eine Gefahr einschätzt, geht er oft in die Hocke und lässt Erde oder Schnee durch die Finger gleiten, als ließe sich die Antwort ertasten, ehe sie sich zeigt.


Persönlichkeit

Aldrich ist der Ruhepunkt zwischen zwei ungleichen Gefährten – Nilas' Gewissheit und Saulas Ungeduld treffen in ihm auf einen Mann, der beides ernst nimmt und keinem von beiden vorschnell folgt. Er spricht selten zuerst, hört lange zu, und wenn er sich äußert, klingt es weniger nach Meinung als nach einer Beobachtung, die er sich lange nicht erlaubt hat auszusprechen. Diese Zurückhaltung wird gelegentlich als Zögerlichkeit missverstanden; wer länger mit ihm reist, erkennt darin eher Vorsicht – die eines Mannes, der einmal zu schnell gehandelt hat und die Folgen noch immer in den Narben an seinen Händen trägt.

Was ihn von den meisten Druiden seines Zirkels unterscheidet, ist eine leise Unruhe, die ihn selten ganz loslässt: das Wissen, dass er zwei Kräfte in sich trägt, die eigentlich getrennten Pfaden angehören – eine Doppelung, die seine Linie offenbar erwartet, ohne sie je zu erklären. Man lehrte ihn, was zu tun sei, nie warum. Seit dem Bruch mit seinem Vetter fragt er sich häufiger, als er zugeben würde, ob diese Art zu schweigen seine Familie eher schützt oder am Ende zerstört.


Hintergrund

Aldrichs Familie gehört zu jenen Eichenhainer Häusern, die seit Generationen eine bestimmte alte Stätte nahe der Stadt betreuen – ein Steinkreis, kleiner als der Große Steinkreis von Eichental und außerhalb des Zirkels kaum bekannt. Die Kinder dieser Häuser lernen, den Kreis zu grüßen, ihn zu pflegen und zu bestimmten Zeiten dorthin zu gehen, ohne je zu fragen, warum; den Grund für dieses Schweigegebot hat Aldrichs Vater ihm nie genannt, wohl weil auch er ihn nicht mehr kannte.

Als Jugendlicher verbrachte Aldrich, wie es Brauch seiner Linie ist, zur Sommerhöhe eine Nacht allein am Kreis. Was dort mit ihm geschah, bespricht die Familie bis heute nicht. Seither trägt er zwei Zeichen: Er kann seine Fäuste in Stein verwandeln, und er kann, mit derselben halblaut gesprochenen Formel, Klauen und Fell über seine Unterarme rufen. Beides gehorcht ihm – doch das Tierische legt sich schwerer wieder ab als der Stein, und in Angst oder Zorn kommt es rascher, als er es ruft. Sein Zirkel sah darin kein Unglück, sondern die Bestätigung uralter Wahrheit. Die Bindung bei einem Eichentaler an den Stein und nicht an Baum oder Wald, machte Aldrich zu einer bemerkenswerten Ausnahme unter den Seinen. Man schickte ihn früh und gründlich in die Lehre, weit über das übliche Maß eines Druidenlehrlings hinaus.

Reifer wurde er nicht durch jene Nacht, sondern durch das, was ihr folgte: Ein Vetter seines Hauses, mit dem er aufgewachsen war, wandte sich in seinen jungen Jahren von den stillen Pflichten der Familie ab und einem anderen, lauteren Pfad zu, den man dort seither nicht mehr beim Namen nennt. Was zwischen ihnen vorfiel, spricht Aldrich nicht aus – nur, dass er seither weiß, wie schmal der Grat zwischen Bewahren und Verlorengehen sein kann, und dass Blutsbande dafür keine Gewähr sind.

Vor mehreren Jahren begleitete er eine Handelskarawane aus Wolfsthal als Schutz in den hohen Norden und blieb dort. Bei Duottar-Vari fand er in Saula und dem Lithi-Noaidi Nilas Gefährten fürs Leben, nachdem die drei gemeinsam eine verschollene Karawane und einen Namen fanden, den sie seither nicht vergessen haben: Azaril. Seither reisen sie gemeinsam weiter, getrieben von einer Ahnung, dass diese Begegnung nicht die Letzte ihrer Art war.


Rolle in der Welt

Ein Druidenzirkel ist an sein Stammesgebiet gebunden, und es zu verlassen ist äußerst unüblich. In Eichenhain gilt Aldrich deshalb als einer, der weiter gereist ist als jeder andere seines Zirkels und dennoch wiederkommt, um seiner Familie bei den stillen Pflichten an der alten Stätte beizustehen, sooft es sein Weg erlaubt. In den Grenzgebieten des Nordens kennt man ihn weniger als Druiden denn als Teil eines verlässlichen Dreiergespanns, das Karawanen sicher durch unruhige Pässe geleitet und dorthin geht, wo andere Geleitschützer umkehren.

Mit der nahenden Himmelsgleiche wächst seine Sorge, dass die Ruhe an der Stätte seiner Familie nicht mehr selbstverständlich ist – eine Sorge, die er bislang nur Nilas anvertraut hat.


Gerüchte und Geheimnisse

In Eichenhain flüstert man, Aldrichs Sippe hütete seit Menschengedenken etwas, das größer ist als ein gewöhnlicher Steinkreis.

Reisende aus dem Norden erzählen von einem Druiden, dessen Fäuste zu Stein wurden, um Kristalle zu zerschlagen, die Menschen ihre Träume raubten – manche halten die Geschichte für ausgeschmückt, andere schwören, sie hätten die steinen Fäußte mit eigenen Augen gesehen.

Ein Ältester seines Zirkels soll einmal gesagt haben, Aldrich sei „mit zwei Zungen gesegnet, von denen keine ganz die seine ist" – eine Bemerkung, die Aldrich bis heute nicht kommentiert.

Manche in Eichenhain erinnern sich an einen Sohn seines Hauses, der vor Jahren fortging und nie zurückkehrte – man nennt seinen Namen nicht mehr laut, doch mancher alte Nachbar mustert Aldrich seither mit einem Blick, der mehr fragt, als er sagt.


"Wo Aldrich rastet, rasten auch die Steine. Das ist kein Zufall, sagen die Alten. Zufälle merkt man sich nicht so lange."
— Zugeschrieben einem Ältesten aus Eichenhain