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Die Gliederung der Zeit

Zwischen Sonnenrhythmus und Ringschatten: Wie die Himmelsmechanik die Zeit auf Weraldiz gliedert


"Wir wandeln im Licht zweier Sonnen, die unsere Tage formen und unsere Sinne prägen. In ihrer weisen Führung finden wir den Rhythmus des Lebens."
— Aus "Betrachtungen der Himmlischen Kreisläufe" von Luminar Eilward

Der Rhythmus des Lebens auf Weraldiz wird durch ein komplexes Zusammenspiel kosmischer Kräfte bestimmt. Die Doppelsonnen Dagaz und Kaldaz, die fünf himmlischen Wanderer und der silberne Ring Barkuz formen gemeinsam das Gefüge von Tag, Woche, Monat und Jahr. Während alle Kulturen dieselben himmlischen Grundlagen teilen, haben sie unterschiedliche Systeme zur Gliederung und Deutung der Zeit entwickelt.

Zeitrechnungen auf Weraldiz
Alle Zeitangaben in diesem Wiki sind in Weraldizischer Zeitrechnung (WZ), sofern nicht anders angegeben. Non'Gauden verwendet seit 300 WZ eine eigene Zeitrechnung (NZ), die das Jahr der Großen Trennung als Jahr Null setzt. Der Umrechnungsfaktor zu Erdjahren beträgt 0,5341. Ein Jahr auf Weraldiz entspricht etwa 195 Erdentagen.

Allgemeingültige himmlische Grundlagen

Die Grundzeiteinheiten

Alle Kulturen von Weraldiz teilen dieselben kosmischen Kreisläufe, deuten sie jedoch unterschiedlich.

Zeiteinheit Dauer Himmlischer Bestimmungsfaktor
Minute 64 Sekunden Die kleinste Einheit nur in Non'Gauden mit kostbaren Präzissionsmessgeräten messbar
Stunde 64 Minuten Praktische Unterteilung
Tag 32 Stunden Planetenrotation mit 6-stündiger Schattenruhe
Woche 8 Tage Kulturell-religiöse Gliederung
Monat 32 Tage Verwaltungseinheit (4 Wochen)
Jahr 515 Tage Vollständiger Umlauf um Doppelsonnen
Mondkreisläufe 59/67/chaotisch Hwīlô, Marōną, Draupnaz
Stille Konvergenz ~875 Jahre Kosmische Syzygie aller Himmelskörper

Die allgemeingültige Tagesgliederung (32 Stunden)

Der 32-stündige Tag gliedert sich in fünf natürliche Abschnitte, die alle Kulturen anerkennen:

Tagesanbruch (1 Stunde, 6:00-7:00): Der Tag beginnt und Mensch und Tier auf Weraldiz erwacht.

Morgenwerk (6 Stunden, 7:00-13:00): Der erste arbeitsame Abschnitt des Tages.

Schattenruhe (6 Stunden, 13:00-19:00): Barkuz filtert etwa 70% des Sonnenlichts. Silbrige Beleuchtung ideal für Besinnung und Erholung. Die Natur von Tier und Mensch braucht diese Zeit zum Ruhen.

Abendwerk (6 Stunden, 19:00-25:00): Rückkehr des vollen Sonnenlichts. Zeit für Handel, Handwerk Feldarbeit.

Abendruhe (3 Stunden, 25:00-28:00): Sanfter Übergang zur Ruhe. Zeit für Mahlzeiten, Familie und Entspannung.

Erste Nachtruhe (3 Stunden, 28:00-31:00): Menschen und Tiere ruhen, Körper und Geist erholen sich vom Werk des Tages.

Besinnung (2 Stunden, 31:00-1:00): Die Monde stehen im Zenit, Zeit für Gebet, Familie, Besinnung.

Zweite Nachtruhe (5 Stunden, 1:00-6:00): Die zweite Nachtruhe. Körper und Seele erfahren Stärkung für den kommenden Tag.


Das Lumarische Kalendergebilde (Auwharin)

Kultureller Hintergrund

Das nach der ersten Stillen Konvergenz eingeführte Kalendergebilde richtet sich an Sonnenkreisläufen und religiösen Strukturen aus. Seit seiner Einführung ist es zum Standard für zwischenstaatliche Verständigung geworden.

Gliederungsaufbau: 16 Monate × 32 Tage + 3 Festtage = 515 Tage

Die 16 Monate

Das lumarische Jahr durchläuft sechszehn Monate, die jeweils spirituelle und praktische Bedeutungen tragen.

Die 16 Monate
  • Niwarunaz (Neubeginn): Dagaz und Kaldaz im Gleichgewicht, Fest des Aufsteigenden Lichtes
  • Sedislagiþo (Aussaat): Zunehmende Dagaz-Vorherrschaft, Segnung der Felder
  • Blostmaz (Blütezeit): Erste merkliche Dagaz-Vergrößerung, Blütenfest
  • Wahsijana (Wachstum): Deutliche Dagaz-Vorherrschaft, Frühjahrs-Tagundnachtgleiche
  • Hauhazsumaraz (Hochsommer): Dagaz größte Ausdehnung, Fest des Zenitlichtes
  • Hauhazsuna (Hochsonne): Dagaz unumschränkte Vorherrschaft, Sommersonnenwende
  • Frumistaskapa (Frühernte): Dagaz beginnt zu schrumpfen, Erste Erntedankfeier
  • Austwindaz (Ostwind): Dagaz deutlich kleiner, Windgebete
  • Aftumistaskapa (Späternte): Dagaz und Kaldaz ausgeglichen, Große Ernte
  • Azgo (Brache): Leichte Kaldaz-Vergrößerung, Herbst-Tagundnachtgleiche
  • Laubaleta (Laubfall): Deutliche Kaldaz-Vorherrschaft, Ahnengedenken
  • Unþargang (Niedergang): Kaldaz merklich größer, Fest des Absteigenden Lichtes
  • Fargetana (Vergessen): Kaldaz-Vorherrschaft verstärkt, Reinigungsrituale
  • Frusiklo (Frostklaue): Kaldaz größte Ausdehnung, Wintersonnenwende
  • Þaujana (Auftauen): Kaldaz unumschränkte Vorherrschaft, Ausdauerprüfungen
  • Wana (Erwachen): Kaldaz beginnt zu schrumpfen, Fest des Wiederkehrenden Lichtes

Das Große Lichterfest (3 Tage)

Zwischen Blostmaz und Wahsijana unterbrechen drei zusätzliche Festtage den normalen Kalenderrhythmus. Diese Zeit außerhalb der gewöhnlichen Ordnung ermöglicht den Bewohnern Auwharins, sich auf die kosmischen Rhythmen zu besinnen und ihre Zeitgebilde neu abzugleichen.

Die drei Tage sind der Lampe, der Waage und dem Schild gewidmet und dienen als Zeit besonderer Nähe zu den Himmlischen Heerscharen, in der die Grenzen zwischen göttlicher und irdischer Sphäre durchlässiger werden.

Die Religiöse Wochengliederung (8 Tage)

Die achttägige Woche verkörpert die religiöse Weltschau der Sieben Orden mit einem zusätzlichen Tag für tiefere Besinnung.

Liuhtją (Tag der Erleuchtung): Orden der Lampe - Wissen, Studium und Aufklärung
Sunną (Tag der Wahrheit): Orden der Waage - Gerechtigkeit und Entscheidungen
Stþaną (Tag der Standhaftigkeit): Orden des Schildes - Mut, Schutz und Verteidigung
Lībaną (Tag des Lebens): Orden des Gefäßes - Heilung, Geburt und Wachstum
Sēdiz (Tag der Saat): Orden des Samens - Landwirtschaft und Zukunftsplanung
Atimą (Tag des Odems): Orden des Flügels - Kommunikation und Reisen
Þankijaną (Tag des Geistes): Orden des Spiegels - Ruhetag für Besinnung und Träume
Aiwiskō (Tag der Ewigkeit): Zweiter Ruhetag für Familie und Erneuerung

Tägliche Religiöse Rhythmen

Morgenlicht-Gebet bei Dagaz-Aufgang (6:00 Uhr)
Schattenruhe-Besinnung (14:00-20:00 Uhr)
Abendlicht-Gebet bei Rückkehr des vollen Lichts (20:00 Uhr)
Nachtkerzen-Ritual zur Mitternacht (0:00 Uhr)


Das Non'Gaudener Wissenschaftliche Kalendergebilde

Kultureller Hintergrund

Seit der Großen Trennung (300 WZ / 0 NZ) haben die Non'Gaudener ein wissenschaftliches Kalendergebilde entwickelt, das Präzision mit praktischer Anwendbarkeit verbindet. Sie führten dabei auch eine eigene Zeitrechnung ein – das heutige Jahr 843 WZ entspricht 543 NZ.

Anders als oft angenommen, ist dieses System nicht kalt oder mechanisch. Die Non'Gaudener verstehen ihren Kalender als lebendiges Werkzeug zur Selbstentwicklung, das den natürlichen Lernrhythmen des menschlichen Geistes folgt.

Gliederungsaufbau: 16 Monate × 32 Tage + 3 Kalibrierungstage = 515 Tage

Die 16 Entwicklungsmonate

Das Non'Gaudener Jahr folgt einem durchdachten Entwicklungskreislauf, der auf jahrhundertelanger Beobachtung menschlicher Lern- und Wachstumsrhythmen basiert. Jeder Monat repräsentiert eine Phase natürlicher Entfaltung.

Die 16 Monate der geistigen Entwicklung

Hasiera (Beginn): Neubeginn, frische Perspektiven, erste Impulse
Kalkulua (Berechnung): Planung und Zielsetzung, strukturierte Vorbereitung
Analisia (Zerlegung): Datenuntersuchung, tiefes Verstehen der Teile
Sintesia (Vereinigung): Zusammenführung, ganzheitliches Begreifen
Transformazioa (Umwandlung): Prozessverbesserung, adaptive Entwicklung
Aplikazioa (Anwendung): Umsetzung in die Praxis, konkrete Ergebnisse
Ebaluazioa (Bewertung): Reflexion und Analyse der Fortschritte
Hobekuntza (Verbesserung): Verfeinerung und Optimierung
Integrazioa (Eingliederung): Wissensverbindung, systemisches Denken
Probak (Erprobungen): Überprüfung durch Experiment, Validierung
Dokumentazioa (Aufzeichnung): Erkenntnisbewahrung für künftige Generationen
Transmisioa (Übertragung): Wissensweitergabe, Lehre
Hausnartzea (Besinnung): Kritische Betrachtung, ehrliche Selbstreflexion
Prestakuntza (Vorbereitung): Vorbereitung des kommenden Jahres
Atsedena (Erholung): Notwendige Regeneration, körperliche und geistige Ruhe
Berrikuntza (Neuerung): Offenheit für Neues, kreative Durchbrüche

Die Drei Kalibrierungstage

Zwischen Berrikuntza und Hasiera liegen drei Kalibrierungstage außerhalb des normalen Monatsrhythmus. Diese Zeit nutzen die Non'Gaudener nicht nur für astronomische Justierungen ihrer Instrumente, sondern auch für persönliche Neuausrichtung.

Die drei Tage sind dem Körper (Gorputza), dem Geist (Adimena) und der Harmonie beider (Bateratze) gewidmet. Es ist eine Zeit des bewussten Innehaltens, in der technische Präzision und menschliches Wohlbefinden in Einklang gebracht werden.

Die Entwicklungswoche (8 Tage)

Die Non'Gaudener Woche folgt den Prinzipien ganzheitlicher Entwicklung und gliedert die Zeit nach den acht Aspekten menschlicher Entfaltung.

Ezagutza Eguna (Tag des Wissens): Intellektuelle Entwicklung, Lernen
Gorputza Eguna (Tag des Körpers): Körperliche Übung, Gesundheit
Adimena Eguna (Tag des Geistes): Meditation, geistige Vertiefung
Bizia Eguna (Tag des Lebens): Heilung, Gemeinschaftsstärkung
Egitura Eguna (Tag der Gestalt): Kreativität, Handwerk
Bateratze Eguna (Tag der Integration): Harmonisierung aller Aspekte
Atseden Eguna (Tag der Ruhe): Regeneration und stille Besinnung
Berrikuntza Eguna (Tag der Neuerung): Experimentation, neue Ansätze

Der Optimale Non'Gaudener Tagesrhythmus

Die Non'Gaudener haben durch systematische Beobachtung einen natürlichen Tagesrhythmus erkannt, der die Leistungskurven des menschlichen Organismus respektiert.

Lokartzeko (Zeit des Loslassens, 0:00-6:00): Tagesrückblick, bewusstes Loslassen, Traumvorbereitung
Goizeko (Zeit des Erwachens, 6:00-14:00): Bewusstes Erwachen, Körperübung, Hauptarbeit
Itzaleko (Zeit der Schatten, 14:00-20:00): Meditation, Reflexion, leichtere Tätigkeiten
Gaueko (Zeit des Abends, 20:00-28:00): Gemeinschaft, kreative Arbeit, Lernen
Atseden Hasiera (Beginn der Ruhe, 28:00-32:00): Sanfte Vorbereitung auf die Nacht


Das Lithi-Naturgebilde

Kultureller Hintergrund

Die Lithi verwenden ein naturbasiertes Gebilde, das sich an jahreszeitlichen Kreisläufen, Tierwanderungen und schamanischen Überlieferungen ausrichtet. Für die Lithi ist Zeit kein messbarer Gegenstand, sondern ein lebendiger Fluss, untrennbar mit den Rhythmen der natürlichen Welt verwoben.

Gliederungsaufbau: 4 Jahreszeitkreisläufe × flexible Länge = anpassbares Jahr

Die Vier Jahreszeitkreisläufe

Das Lithi-Jahr durchläuft vier große Kreisläufe. Die Übergänge sind fließend und können sich je nach Umständen um Tage oder Wochen verschieben.

Die vier großen Naturzeiten

Jiekŋa (Eiszeit, 140-160 Tage):
Der längste Abschnitt beginnt, wenn Kaldaz seine Vorherrschaft antritt. Gliedert sich in Čakča Jiekŋa (Dunkle Eiszeit) mit vollständiger Polarnacht, Guovssahas Jiekŋa (Lichtereiszeit) mit verstärkten Nordlichtern und Álggi Jiekŋa (Beginnende Eiszeit) als Übergangszeit.

Giđa (Erwachen, 80-100 Tage):
Der kürzeste, aber intensivste Kreislauf markiert den Übergang von Kaldaz- zu Dagaz-Vorherrschaft. Umfasst Árgga Giđa (Frühes Erwachen), Biegga Giđa (Wind-Erwachen) und Riegádan Giđa (Reise-Erwachen).

Saivohasi (Seenzeit, 120-140 Tage):
Die Zeit der Dagaz-Vorherrschaft und der Mitternachtssonne. Der Name bezieht sich auf die heiligen Seen, zu denen die großen Wanderungen führen. Unterteilt in Báze Saivohasi (Heilige Seenzeit), Suoidni Saivohasi (Sommer-Seenzeit) und Čakti Saivohasi (Spät-Seenzeit).

Čakčat (Dämmerung, 100-120 Tage):
Die Zeit der Rückkehr zur Kaldaz-Vorherrschaft ist geprägt von Vorbereitung und Dankbarkeit. Besteht aus Ruska Čakčat (Farben-Dämmerung), Duolva Čakčat (Feuer-Dämmerung) und Jiekŋa-Vuorru Čakčat (Eis-Vorhof-Dämmerung).

Flexible Tagesgliederung

Die Lithi teilen ihren Tag nicht in starre Stunden ein, sondern folgen einer flexiblen Gliederung, die sich an Sonnenlauf und Jahreszeit anpasst.

Gaskabeaivi (Mittertag): Haupttätigkeit während der hellsten Stunden
Ádja-beaivi (Rand-Tag): Übergangszeiten
Idja (Nacht): Ruhe, Träume und Geistergespräche
Gaskaija (Mitternacht): Schamanische Hochzeit, Noaidi-Arbeit

Schamanische Zeitrechnung

Die schamanische Zeitrechnung der Noaidi beruht auf geistigen Kreisläufen:

Boazu-Áigi (Rentier-Zeit): Ausgerichtet an Wanderungen und Herdenrhythmen
Máddár-Áigi (Vorfahren-Zeit): Gespräche mit Ahnengeistern
Luonddu-Áigi (Natur-Zeit): Übereinstimmung mit natürlichen Kreisläufen
Dáidda-Áigi (Kunst-Zeit): Schöpferische Abschnitte starker Inspiration


Das Cel Atiz Naturharmonische Gebilde

Kultureller Hintergrund

Das Cel Hushi-Zeitgebilde hat sich aus den alten Cel Atizmo-Traditionen entwickelt und verbindet natürliche Zyklen mit gemeinschaftlichen Bewusstseinszuständen. Für die heutigen Cel Hushi ist Zeit ein lebendiger Ausdruck der Harmonie zwischen Mensch und Natur.

Das naturharmonische Gebilde ist das flexibelste aller Zeitordnungen auf Weraldiz und passt sich fortlaufend an jahreszeitliche Veränderungen, natürliche Phänomene und gemeinschaftliche Bedürfnisse an.

Gliederungsaufbau: 5 Naturphasen × flexible Dauer = anpassbares Jahr (meist ~515 Tage)

Die Fünf Naturphasen (Sasoi Bost)

Flexible Zeitabschnitte nach natürlichen Rhythmen

Berriz-Sasoia (Erneuerungszeit, 80-120 Tage):
Beginnt, wenn drei Zeichen zusammentreffen: erste Blüten an den heiligen Haritzen (Eichen), Rückkehr der Zugvögel und drei aufeinanderfolgende warme Träume in der Gemeinschaft.

Loraldi-Sasoia (Blütezeit, 60-100 Tage):
Die Zeit der vollen Entfaltung wird eingeleitet durch Dagaz' stärkste Präsenz, Vollblüte der Traumkräuter und kollektive Visionen von Licht.

Bilduma-Sasoia (Sammelzeit, 70-110 Tage):
Beginnt mit der ersten Ernte, verstärkter Barkuz-Aktivität während Schattenruhe und gemeinschaftlichen Dankträumen. Zeit für Ernte, Kunstschaffen und gemeinschaftliche Projekte.

Hausnar-Sasoia (Nachdenkzeit, 90-130 Tage):
Zeit der Reflexion, eingeleitet durch Kaldaz' stärkere Präsenz, fallende Blätter der Haritzen und kollektive Träume der Erinnerung. Zeit für Innenschau und Geschichtenerzählen.

Isilik-Sasoia (Stille Zeit, 80-120 Tage):
Die kontemplative Phase beginnt mit dem ersten Frost, längsten Schattenruhe-Perioden und den tiefsten Träumen. Zeit für Meditation, Traumarbeit und spirituelle Vertiefung.

Besondere Zeitmarkierungen

Sternen-Anker (Izar Aingura): Nur vier feste Punkte im Jahr folgen astronomischen Ereignissen – die beiden Sonnenwenden und die beiden Tag-und-Nacht-Gleichen. Diese dienen als Orientierungspunkte.

Ring-Rhythmus (Eraztun Erritmoa): Die tägliche Schattenruhe strukturiert den Tag, aber ihre Anomalien werden als natürlicher Teil des Zeitflusses akzeptiert.

Mond-Flüster (Ilargi Xuxurla): Hwīlô und Marōną geben sanfte Rhythmen vor, aber ihre Zyklen werden nicht zwanghaft befolgt. Draupnaz' unberechenbare Erscheinungen werden als "Überraschungszeiten" gefeiert.

Fließende Tagesgliederung

Der Cel Hushi-Tag folgt nicht starren Zeitvorgaben, sondern gliedert sich nach natürlichen Energieflüssen und jahreszeitlichen Gegebenheiten.

Goizeko Energia (Morgenenergie): Natürliches Erwachen mit der Sonne
Lan Aldia (Arbeitszeit): Hauptaktivitätsphase, flexible Dauer
Eguerdiko Pausa (Mittagspause): Natürliche Ruhephase
Arratsaldeko Jarduera (Nachmittagsaktivität): Sanftere Energie, kreative Tätigkeiten
Iluntzeko Bilkura (Abendzusammenkunft): Gemeinschaftszeit, Mahlzeiten, Kultur
Gaueko Atsedena (Nachtruhe): Schlaf, Träume, spirituelle Praktiken

Integration in die moderne Gesellschaft

Handelsgeschäfte werden in "festen Tagen" nach dem Weraldiz-Standardkalender abgewickelt, während das Gemeinschaftsleben dem flexiblen Naturkalender folgt. Eisnar Cipen koordinieren zwischen beiden Systemen.


Zwischenkulturelle Zeitumrechnung

Praktische Beispiele

Das Übersetzen von Zeitangaben zwischen den Kulturen erfordert nicht nur rechnerische Genauigkeit, sondern auch Verständnis der kulturellen Bedeutungen.

Derselbe Augenblick, verschiedene Ausdrücke:

  • Auwharin: "5. Tag des Hauhazsuna, Jahr 843 WZ, 3. Stunde der Schattenruhe"
  • Non'Gauden: "Aplikazioa 5, 543 NZ, Itzaleko-Besinnungsabschnitt"
  • Lithi: "Mittlere Saivohasi, Suoidni-Zeit, Gaskabeaivi bei stillen Himmeln"
  • Cel Atiz: "Loraldi-Zeit, Eguerdiko Pausa bei sanften Winden und klarem Himmel"

Für zwischenstaatliche Verhandlungen und Handelsverträge hat sich die Praxis eingebürgert, Daten sowohl in WZ als auch in der jeweiligen lokalen Zeitrechnung anzugeben.


Heutige Zeitungewöhnlichkeiten (843 WZ)

Die nahende Stille Konvergenz macht sich bereits durch verschiedene Störungen bemerkbar, die alle eingelebten Zeitgebilde vor Herausforderungen stellen.

Zeitmesskundliche Störungen

Ringführer-basierte Uhren zeigen zunehmende Ungenauigkeiten. Inara-Zeitmesser weisen wöchentliche Abweichungen von 15-45 Minuten auf, Velka-Zeitgeber zeigen ähnliche Unregelmäßigkeiten, und Doppel-Synchron-Uhren fallen während Störungsabschnitten völlig aus.

Schattenruhe-Unregelmäßigkeiten bereiten besondere Schwierigkeiten. Zeitliche Unberechenbarkeit führt zu unvorhersagbaren Anfangs- und Endzeiten, Dauerschwankungen lassen den normalerweise beständigen 6-Stunden-Abschnitt zwischen 4 und 8 Stunden wandeln.

Draupnaz zeigt sich unberechenbarer denn je. Seine chaotischen Erscheinungen – wochenlang unsichtbar, dann plötzlich dominant strahlend – verwirren alle herkömmlichen Himmelsdeutungen.

Kulturelle Anpassungen

Auwharin kehrt zu sonnenbasierten Uhren und traditioneller Zeitmessung zurück. Verstärkte religiöse Zeitgebung durch Gebetsrhythmen ersetzt unzuverlässige technische Hilfsmittel. Draupnaz' Erscheinungen werden als Zeichen göttlicher Allmacht interpretiert.

Non'Gauden entwickelt ringführer-unabhängige Zeitmessung und nutzt Sternenpositionen für genaue Zeitbestimmung. Versuchsweise entwickelte gravitationsbasierte Uhren sollen unabhängig von lokalen Störungen wirken. Draupnaz wird als "das große Berechnungsrätsel" betrachtet.

Die Lithi verstärken naturbasierte Zeitrhythmen. Schamanische Zeitdeutung durch die Noaidi ersetzt technische Messungen. Die Noaidi deuten Draupnaz als "Geisterwanderer zwischen den Welten".

Cel Atiz verstärkt die Orientierung an natürlichen Zyklen statt technischer Zeitmessung. Gemeinschaftlicher Zeitsinn-Synchron durch intensive Naturbeobachtung ersetzt äußere Zeitmessung. Draupnaz erscheint in kollektiven Träumen.


Zukunft der Zeit auf Weraldiz

Die nahende Große Stille Konvergenz wirft fundamentale Fragen über die Zukunft aller Zeitgebilde auf. Gelehrte und Weise aller Kulturen arbeiten intensiv an Prognosen und Vorbereitungen.

Drei Hauptszenarien werden diskutiert:

Das günstige Szenario sieht die Etablierung neuer, stabilerer Ringführer-Synchronisationen vor, die verbesserte zwischenkulturelle Zeitabstimmung ermöglichen könnten.

Das Störungsszenario befürchtet den dauerhaften Verlust genauer ringführer-basierter Zeitmessung und die Notwendigkeit völlig neuer Zeitsysteme.

Das Transformationsszenario spekuliert über eine grundlegend andere Wahrnehmung von Zeit und Rhythmus – möglicherweise eine Verschmelzung der verschiedenen kulturellen Ansätze.

Die Rolle des unberechenbaren Draupnaz bleibt der entscheidende Unbekannte – seine mögliche Anwesenheit bei der Konvergenz könnte die Intensität jeder Transformation dramatisch verstärken oder völlig neue Entwicklungen auslösen.


"Zeit ist nicht nur das Vergehen von Augenblicken, sondern der Rhythmus, in dem sich Himmel und Erde, Geist und Körper, Gemeinschaft und Natur miteinander verweben. Auf Weraldiz leben wir nicht nur in der Zeit - wir tanzen mit ihr, und sie tanzt mit uns."
— Aus "Naturharmonische Zeitbetrachtungen" von der Cel Hushi Gemeinschaft, Rasnal