Weraldiz – Urfauna
In den Liedern der Alten, die ich aus den Mündern der Feuerhüter der Sturmfelde und der schweigsamen Stimmen der Nordlichter aufzeichnen durfte, wimmelt es von Bestien, die heute nur noch als Schatten am Rande der Wälder existieren. Sie sprechen von Zeiten, in denen Herden donnernder Ygrak das Tal von Jávri in einem Zug durchquerten, von Wulmaren, die in Rudeln lebten statt in Einsamkeit, und von Schwingen, die den Himmel ganzer Sommerwochen verdunkelten. Solche Bilder weichen
deutlichweit von demzurück,ab, was wir heutealsWirklichkeitkennen.nennen. Die Ausdehnung der Siedlungen hat ihre Pfade verdrängt, doch ich wage anzumerken, dass auch das Land selbst sich gewandelt hat. Die feuchten, dampfenden Wälder, von denen die Lieder sprechen, scheinen einer kühleren, trockeneren Welt gewichen zu sein. Vielleicht ist es nicht nur die Menschheit, die sich von den Kreaturen entfernte — vielleicht hat sich auch Weraldiz selbst verändert, und mit ihm die Orte, an denen solche Wesen bestehen können.
—MaikarAratzOnthaz,Oroimen-Etxea, Transkriptor des HausesOroimen-Etxea,der Erinnerung, aus „Fleisch und Feder – Erinnerung an die alte Fauna", Band II
Wesen der alten Ordnung
Die sogenannte Urfauna umfasstnennt tierische Großformen,man die großen Tierformen, die aus einer älteren Ordnung der Welt übrig sind: Linien, die weder ausstarben noch sich verwandelten, sondern in ihrerabgelegenen ErscheinungLandstrichen aneinfach prähistorischeweiterlebten. KreaturenSie erinnern,sind jedochkeine Geschöpfe der Magie, wie es die Wesen der wilden Kräfte sind, die aus stehender Energie hervorgehen und oft nicht länger bestehen als eine Menschenspanne. Die Urfauna ist älter als jede Erinnerung, vollständig in die natürliche Ordnung voneingebettet, Weraldizan eingebettetBlut sind.und Nachkommenschaft gebunden — und gerade deshalb so schwer zu fassen: Sie tut nichts Unmögliches. Sie tut nur alles ein wenig besser, als sie sollte.
Ihre VerbreitungNähe zu Kraftlinien und Tiefenschlünden hat über unzählige Geschlechterfolgen Spuren hinterlassen. Fell, Panzer und Knochen tragen träge Widerstände gegen bestimmte Kräfte, und einzelne Arten reagieren auf geistesformende Felder, als wittere ein Rudel einen fremden Gedanken wie ein Raubtier. Nichts davon ist regionalZauberei; begrenzt,es ihrist VerhaltenAnpassung grundlegendan tierischein — dochLand, in ihrendem AugenMagie flackertzum bisweilenWetter etwas,gehört.
Diese überKreaturen bloßensind Instinktkeine hinauszugehendenkenden scheint.Geschöpfe Einim menschlichen Sinne. Sie sprechen nicht, sie bauen keine Werkzeuge, sie planen keine Zukunft. Doch ihre Klugheit zeigt sich anders: ein Wulmar, der einem verfolgten Jäger drei Tage lang folgt, ohne anzugreifen, nur um ihn am Rand seines TerritoriumsReviers mit einem einzigen Blick zu warnen.verabschieden. Ein Garuun-Weibchen, das kranke Tiere in seinem RevierGebiet duldet, als verstünde es das KonzeptWesen der Gnade. Skirrh-Rudel, die ihre Jagdmuster ändern, als hätten sie die RoutenWege der Händler studiert.
DieseSie Wesenverstehen stellenkeine keinenWorte, evolutionärenaber Anachronismussie dar,erfassen sondernAbsichten; einesie Linie,planen die in Isolation, magischer Durchtränkungnicht, und kulturellerdoch Beeinflussungwirken weiterbestand.ihre IhreHandlungen genetischevorausschauend. Durchlässigkeit erlaubt aktive Anpassung an magisch fluktuierende Umweltbedingungen — ein Erbe der generationslangen Nähe zu Kraftlinien und Tiefenschlünden. Fell, Panzer und Knochenstrukturen entwickelten latente Resistenzen gegen bestimmte Magiearten, während einzelne Spezies spezifische Reaktionsmuster auf geistesformende Felder zeigen. Die Skirrh etwa wehren als Rudel mentale Effekte ab, als hätten sie gelernt, fremde Gedanken wie Raubtiere zu wittern.
Diese KreaturenSie sind keine denkendenPersonen Geschöpfe— aber sie sind auch mehr als bloß Tiere.
Sinne, Kräfte und Zähmbarkeit
Die Fähigkeiten der Urfauna sind so verschieden wie ihre Gestalten. Ein Tharex speit ätzendes Sekret, das nicht nur Fleisch, sondern auch geweihte Amulette zerfrisst. Kirragon und Ornek tragen unter ihrem Panzer eine natürliche Sperre gegen gewirkte Kräfte, die kampfmagisch ausgebildete Jäger regelmäßig unterschätzen — der Zauber verpufft, das Tier steht noch. Wulmar und Thulvik sehen in vollständiger Dunkelheit und finden über Tagesreisen hinweg zurück in ihr Revier. Skirrh wehren mentale Einwirkung nicht einzeln ab, sondern als Rudel, so wie ein Schwarm einem Schatten ausweicht.
Der Rhythmus des Tages prägt sie ebenso wie die Menschen. Die meisten Großformen liegen während der Schattenruhe schwer und schläfrig im menschlichenDickicht, Sinneund Hirten haben gelernt, ihre Herden dann zu bewegen. Skirrh haben genau daraus gelernt: Sie jagen bevorzugt im letzten Drittel der Schattenruhe, wenn das Licht am dünnsten steht und der Mensch am müdesten ist. Der Auliven wiederum gleitet erst in der Besinnung über die Baumkronen, sodass Traumzirkel ihn im Mondlicht über sich ziehen sehen, während sie beten.
Die Zähmbarkeit bleibt ein Rätsel. Rituale der Alten Pfade und der Lithi-Noaidi stiften bisweilen eine Verbindung — siekeine sprechenDomestizierung, nicht,sondern gegenseitige Anerkennung, wie sie planenein Waidmann zu seinem Tier unterhält. Technischer Zugriff scheitert dagegen mit ermüdender Verlässlichkeit: Non'Gaudener Versuche, Urfauna durch Abrichtung oder magischen Zwang zu lenken, enden meist mit dem Tod des Tieres oder des Ausbilders, oft mit beidem.
Wo die alten Linien überdauerten
Kein Wesen der Urfauna lebt überall. Jede dieser Linien hat sich über Zeitalter in ein bestimmtes Land, ein bestimmtes Licht, eine bestimmte Kälte eingepasst, und wo diese Bedingungen enden, endet auch ihr Gebiet — meist schroff, an einem Gebirgskamm, einer Salzgrenze, einer Waldkante. Wer einen Wulmar in den warmen Buchten des Südens sucht, sucht vergeblich, und kein Ygrak hat je die Pässe des Duottar nach Süden genommen.
Eis, Tundra und Nadelwald. Im Hochnorden — über die Weiten Erek Noans, die nördlichen Hänge des Duottar und bis in den Finsterwald hinein — leben die schwersten Kälteformen. Ygrak-Herden ziehen mit den Rentierwanderungen über die Tundra und brechen im Winter mit den Stoßzähnen Schnee von Flechtenfeldern. Der Wulmar hält die Nadelwälder und Bergwälder, einzeln, in Revieren von mehreren Tagesreisen. In den Sommermooren, die aus dem tauenden Waldboden werden, staken Narthul durch Schlamm, in dem ein Mensch versinkt.
Gemäßigte Wälder, Fjorde und Grasebenen. Auwharin ist das Land der Übergänge, und entsprechend gemischt ist seine Urfauna. In den Eichentaler Laubwäldern zieht der Garuun Zweige zu sich herab, in den Sturmfelder Ebenen weideten einst Ornek-Rudel, von denen kaum noch etwas übrig ist, und in den südlichen Flusstälern hält sich der Kirragon an den feuchten Niederungen. Skirrh streifen von den Fjorden bis zur Südgrenze, Tharex brüten in den Steilwänden der Harrowin- und Kargas-Berge und segeln auf der Warmluft über den Klippen.
Salzebene, Trockensteppe und nördliche Öde. Östlich der Inneren See wird das Land hart. Zwischen den Salzkrusten und der Trockensteppe Non'Gaudens leben Formen, die tagelang ohne Wasser auskommen: Ornek, die Feuchtigkeit aus Wurzeln ziehen, Ulrek-Herden, die vor jedem Schatten in Bewegung geraten, und Skirrh-Rudel, die den Herden folgen. In der nördlichen Wüste gilt jede Sichtung als Gerücht, bis ein Kadaver vorliegt.
Warme Wälder, Seen und Südküsten. In den Südwäldern Non'Gaudens und über ganz Cel Atiz steht die dichteste Vielfalt des Kontinents. Garuun und Kirragon ziehen durch feuchte Waldtäler, Ulrek-Herden durch das offene Hügelland, Narthul waten in den flachen Rändern des Luruna-Sees, und über den Buchten der Südküste gleiten nachts die Auliven von Klippe zu Klippe. Der Tharex nistet in den Wänden des Tiur Apana.
Jenseits des Kargas-Gebirges, in der Südwüste Thalaven'dahrs, bricht dieses Wissen ab. Was dort lebt, kennt niemand aus eigener Anschauung; die Häute, die Veynun-Händler an die Küste bringen, gehören zu Tieren, für die keine Zukunft,Sprache sieAlweidars bauenein keineWort Werkzeuge.besitzt.
Namen für das, was sieman sein sollten, in Momenten, in denen ihre Augen eine Tiefe offenbaren, die kein gewöhnliches Raubtier besitzt.
Namenskonventionen der Urfaunakennt
„Die heute verbreiteten Namen der Urfauna entstammen weder den Klassifikationen der Jakintza noch den Katalogen der Orden.
VielmehrEshandelt es sich umsind volkstümlich verdichtete Formen — abgeleitet von älteren argitarischen Begriffen, gekürzt, verformt,übernommen.übernommen;EsgeprägtsindvonNamen, die Jäger,Jägern, Hirten undGrenzläufer geprägt haben,Grenzläufern, nichtSchreiber.von Schreibern. Ihre Verbreitung erklärt sich aus ihrerKlarheit, LautprägnanzKlarheit und ihrer Nähe zu denErzählmusternMustern mündlicherÜberlieferung.Erzählung. In Gesprächen über solche Kreaturen zählt nicht derkorrekterichtigeTerminus,Ausdruck, sondern das, was alle verstehen."
Diese allgemeinen Bezeichnungen reisen weiter als die Tiere selbst. Ein Fell wird gehandelt, wo das Fell tragende Wesen nie gelebt hat, und so kennt man in Vetluna das Wort Ygrak, ohne je einen gesehen zu haben. Die Namen der einzelnen Sprachen dagegen entstehen nur dort, wo ein Volk der Kreatur tatsächlich begegnet: an der Fährte, im Gatter, im Rücken der eigenen Herde. Wo eine Art nicht vorkommt, gibt es keinen eigenen Namen für sie — man behilft sich mit dem Handelswort oder mit einer Umschreibung, und die Umschreibungen verraten die Fremdheit sofort. Ein Lithi nennt den Garuun „den Baumbär der Südleute", ein Cel Hushi den Ygrak „das Tier aus dem Schnee".
Auch die Jakintza machen hier keine Ausnahme, so gern sie es hätten. Ihre Kataloge führen jede bekannte Großform unter einer Kennzahl, gleich ob sie in Non'Gauden lebt oder nur in einem Reisebericht; die Namen der folgenden Tafel jedoch sind die der Wildzonen-Jäger, und die sprechen von nichts, dem sie nicht begegnet sind.
Ein Strich bedeutet nicht, dass ein Volk das Tier nicht kennt, sondern dass es ihm nie im eigenen Land begegnet ist. Das Wort fehlt, weil das Wesen fehlt.
Nur ein Ausschnitt
Diese zehn Arten sind die bekanntesten, nicht die einzigen. Die Jägerzünfte Auwharins unterscheiden allein an den Nordgrenzen ein Dutzend weiterer Großformen, darunter den Thulvik, einen dunkeläugigen Höhlenjäger der nördlichen Bergwälder, dessen Fährte die Lithi zu meiden lehren, noch ehe ein Kind laufen kann. Die Kataloge der Jakintza Ezagutza führen einhundertneunzig gesicherte Großformen und weit über dreihundert strittige — und darin sind die kleineren Verwandten noch gar nicht enthalten: die federkiefrigen Fischräuber der Fjorde, die grabenden Panzerläufer der Salzebenen, die schwarmbildenden Segler über dem Luruna-See, all das Kleingetier, das kein Jäger je einer Zunft gemeldet hat, weil es sich nicht lohnt.
Jenseits des Kargas wird selbst diese Zählung sinnlos. Die Veynun sprechen von Thunal'kethvor und Ziran'naleth, gewaltigen Gestalten, die das Innere der Südwüste durchstreifen, und handeln mit den Häuten der Eval'zhurran- und Ilra'shor-Echsen an die Küste. Was diese Namen bezeichnen, hat noch kein Gelehrter Alweidars mit eigenen Augen gesehen. Jede Liste der Urfauna ist deshalb weniger ein Verzeichnis als ein Ausschnitt: das, was in Reichweite von Fackeln und Fallen lebt.
RegionaleWas Verbreitungdie undVölker Bedeutungin ihnen sehen
Auwharin
In dendie schwer zugänglichen Gebirgszügen,Gebirgszüge, WaldtälernWaldtäler und Fjorden AuwharinsFjorde hat sich die Urfauna in die letzten Refugienhier zurückgezogen. Felle und Panzerstücke gelten als Statusobjekte,Standeszeichen, besonders unter Tiefenläufern, die ihre Jagdgeschichten in Tavernenden zumSchankstuben Bestenausbreiten. geben. Doch zwischenZwischen den Zeilen dieser Prahlereien liegt eine andere Wahrheit: Die erfahrensten Jäger sprechen von Kreaturen,Tieren, die ihre Fallen erkennen und umgehen, von Rudeln, die den Köder ignorieren,liegen lassen, als wüssten sie um die Täuschung.
Schutzfetische aus RaptorenfedernSkirrh-Federn und Knochen bleiben trotz kirchlicher Ablehnung verbreitet. Die Kirche mag diese Praktiken alsdarin heidnische Überbleibsel abtun,sehen, doch selbst fromme Jäger tragen oft heimlich einen kleinen Knochensplitter bei sich — denn manche Dinge, so flüstern sie, verstehen die alten Kreaturen besser als die Himmlischen Heerscharen. Ornekpanzer jedochdagegen sind zur Rarität geworden; die Rudel der Sturmfelder Ebenen sind fast ausgestorben;verschwunden, und nur fünf Werkstätten besitzenbeherrschen noch die überlieferte Bearbeitungstechnik, und ihrederen Meister hüten dasihr Wissen hüten wie einen sterbenden Dialekt. Der Orden des Samens und der Orden des Flügels arbeiten mit Druidenzirkeln an Schutzgebieten und Aufklärung, doch das Verhältnis bleibt eines wachsender Distanz: Je weiter die Siedlungen vordringen, desto seltener die Begegnung, desto mehr verblassen die alten Geschichten zu Mythen.
Der Schatten von Dornfeld wurde zur Legende: Einein schwarzer Wulmar, größer als jeder seiner Art, der jahrelang eine ganze Region in Angst versetzte.hielt. Nicht durch bloße Brutalität, sondern durch eine unheimliche Intelligenz.Umsicht. Er mied jede Falle, griff nur an, wenn seine Verfolger am verwundbarsten waren, und verschwand in der Dunkelheit, als könntekönne er die Gedanken seiner Jäger lesen. Erst nach jahrelanger JagdJahren stellte ihn der Orden des Schildes — nicht durch Überlegenheit, sondern weil das Tier, so erzählen die Jäger noch heute, einfach stehenblieb und sie anschaute,ansah, als hätte es genug gesehen. Sein Fell hängt in der ZitadelleHandelskammer vonzu Wolfsthal, doch sein Blick, so sagen sie, verfolgtfolgt eineneinem noch immer.
Lithi-TerritorienErek Noan
In den nördlichen WäldernNadelwäldern und GebirgsschneisenTundren des Nordens ist die Urfauna weit verbreitet und stellt kaum eine Bedrohung für die wandernden SiddsSidd dar.kaum Dieseine Bedrohung. Das liegt nicht nurallein an der Vorsicht der Lithi, sondern an einer unausgesprochenen Koexistenz.Übereinkunft. Die Lithi besitzen keine Kreaturen,Kreaturen; sie verbinden sich mit ihnen durch Rituale — eineein Beziehung,Verhältnis, die fürdas Außenstehende schwerselten zubegreifen. begreifenGejagt ist. Jagd erfolgtwird nur bei Notwendigkeit, begleitet von GebetenGebet und Dankbarkeit,Dank, als verstünden die Tiere die AbsichtenAbsicht ihrer Jäger.
DieGefahr Noaidibesteht erzählenvor vonallem Momenten,für Fremde, die die ungeschriebenen Regeln nicht kennen. Ein Lithi weiß, welche Zeichen ein Ygrak-Bulle vor dem Angriff setzt, welcher Geruch einen Wulmar warnt und wie man einem Skirrh-Rudel Achtung erweist. Ein Fremder stolpert blind in denen ein Tharex einem verirrten Kind den Weg zurück zum Lager zeigte, oder ein Wulmar-Paar einen Angriff abbrach, als esReviere, die schamanistischener Symbolenicht auferkennt, einemund Zeltwundert erkannte.sich Ob dies auf übernatürliche Verbindungen oder auf generationsalte Gewöhnung zurückzuführen ist, vermag niemand zu sagen — dochüber die LithiFolgen. vertrauen darauf.
In großen Krisenzeiten wirdpraktizieren erfahrene Noaidi das rituelle Lesen aus frischem Tierleib praktiziert — Knochen, Eingeweide,Eingeweide und Blutverlauf offenbaren Zeichen für jene, die zu schauen wissen.wissen; Dieserein schamanistischNotbrauch, akzeptiertekein NotbrauchAlltag. wirdManche nur von erfahrenen Noaidi durchgeführt und nur bei tatsächlicher Not. Gewisse Kreaturen wie Vuolggánat oder ThulvikArten gelten als Träger von Signaturen aus der Zeit vor dem Schleier, und einigeeinzelne zeigenTiere spontane Reaktionenreagieren auf bestimmte TrommelsequenzenTrommelfolgen oder Joik-Muster, als würdenerinnerten sie sich an etwas erinnern,etwas, das keine Worte kennt.
VuolggánatGuhkesvázzi, ein Ygrak,Ygrak-Bulle, soll einen alten Schamanen einst durch zehn Winter getragen haben. Die Geschichte klingt wie eine Fabel, doch die Lithi schwören auf ihre Wahrheit: Das Tier folgte dem Mann freiwillig, trug seine Last, beschütztehielt ihn vor WölfenWölfe und anderenSchlimmeres Gefahren,von ihm fern, und als der Schamane schließlich starb, legte es sich der Ygrak neben ihn und verließ den Ort nie wieder. Heute ist dieserder Platz heilig — ein Stein markiert die Stelle, an der Mensch und BestieTier gemeinsam zur Erde zurückkehrten.
Non'Gauden
Um die großen Jakintza herum wurdeist die Urfauna nahezu ausgerottet, während sie in den Wildzonen gefährlich verbreitet bleibt. Die Non'Gaudener betrachtensehen diesein diesen Kreaturen als Forschungsobjekte:Forschungsgegenstände: Lebendfang für Experimente,Versuchsreihen, zurfür Ausstellungzoologische in zoologischen Sammlungen oderSammlungen, für alchemische Verwendung.Verwertung. Ethische Bedenken spielen kaum eine Rolle — was zählt, ist der wissenschaftlicheErkenntnisgewinn. Erkenntnisgewinn.
Die Jakintza Egitura entwickelt nicht-letaletödliche Fesselwaffen für Skirrh, GaruunUlrek und Tharex —Tharex, mit wechselhaftem Erfolg. Drüsensekrete bestimmtereinzelner KreaturenArten zeigen nachgewiesenenachweisbare Reaktivität beiunter magischer Bestrahlung, und Proben aus den Tiefenzonen weisen überproportionaleauffällige Resonanz mit den Kräften von Geistesformern auf.
Die Jagd gilt als HochrisikoprofessionHochrisikoberuf ohne staatliche Kontrolle,Aufsicht, was Überlebenden hohenAnsehen Status verleihtverschafft und einen florierendenblühenden Parallelmarkt für unverarbeitete Kreaturenteile nährt — verboten, aber unausrottbar.
Für die ungebildeten Unterschichten bietetist die Monsterjagdsie eine gefährliche,der aberwenigen wirksame Aufstiegschance.Aufstiegsmöglichkeiten: Wer einen Kirragon erlegt oder ein Skirrh-Rudel dezimiert, erlangterhält StatusRang und Belohnung —Lohn, doch die Überlebensrate ist niedrig. Die erfolgreichsten Jäger berichten von Verhaltensweisen, die ihrekeine Ausbildung nicht vorhergesehen hatte: Hinterhalte, die zu koordiniertabgestimmt wirkten, Ablenkungsmanöver,Ablenkungen, die fast taktisch erschienen, Angriffsmuster, die sich im LaufeVerlauf einer einzigen Jagd anpassten.veränderten. Die Isolation der Enklaven von der Wildnis verschärft jeden Zusammenstoß der beiden Welten — Forscher, die das Tier unterschätzen, Jäger, die Mechanik gegen Instinkt setzen, Versuchsreihen, die das Wesen dessen, was sie untersuchen, von Grund auf missverstehen.
Das Skirrh-Rudel Zeroth lebte nahe einer magischen Anomalie und entwickelte Verhaltensweisen,Eigenschaften, die selbst für ihreseiner Art ungewöhnlichsonst waren.fremd Kurzsprung-Teleportationen,sind: Sprünge über wenige Schritte, die nichtkeinen nurWeg derzurücklegten, Flucht,und sondern gezielten Angriffen dienten. Koordinierte Jagdstrategien,Jagdmuster, die mehreremehr Dimensionenals eine Richtung zugleich zu berücksichtigen schienen. Ob es sich überhaupt noch um Urfauna handelte, wird bis heute bestritten. Als das gesamte Rudel schließlich eingefangen und in der Jakintza Egitura zufür empathischenempathische TestserienVersuchsreihen verwendet wurde, begannenbemerkten die Forscher,Forscher seltsameein Muster zu bemerken:Muster: Die Tiere schienenreagierten auf emotionaledie ZuständeGemütslage ihrer Wärter zu reagieren,Wärter, bevor diese überhauptsich sichtbar wurden.zeigte. Innerhalb von drei Jahren verstarbenstarben alle beteiligten Jäger an „innerer Fragmentierung" —, einem psychischen Zusammenbruch, dessen Ursache nie offiziell geklärt wurde. Die überlebenden Skirrh wurden euthanasiert,getötet, ihre Kadaver verbrannt, die Akten versiegelt.
Cel Atiz
Cel Atiz beherbergt einedie hohehöchste BiodiversitätArtenvielfalt des Kontinents bei gleichzeitigden geringenwenigsten Konflikten zwischen Menschen und Urfauna.Zusammenstößen. Die Kreaturen vermeidenmeiden die Siedlungen nicht aus Furcht, sondern durchunter dendem Einfluss kollektiverder kollektiven Traumfelder — als würdenwebten die Träume der Cel Hushi selbst eine unsichtbare Barriere weben,Grenze, die nur selten durchbrochen wird. Manche Wesen gelten als Trägerspiegel oder Traumpartner, Projektionenals Gestalt gewordene Bilder des kollektivengemeinsamen UnbewusstenUnbewussten, inbesonders physischerdort, Form.wo Velani hoher Harmoniedisziplin leben.
Einige Urfaunaarten reagieren auf kollektive Traumfelder, besonders bei Velani mit hoher Harmoniedisziplin. Begegnungen mit der Urfauna werden als Zeichen gedeutet,gelesen, nicht als Gefahr. Ein Wulmar auf dem Weg ist eine Warnung, ein Garuun in der Nähe der Felder kündigt Veränderung an, ein HinweisKirragon auf kommendedem Veränderung.Weg gebietet Geduld, und ein Auliven, der zweimal über dasselbe Haus gleitet, gilt als Einladung zum Traum. Die Cel Hushi glauben, dass diediese KreaturenTiere die Träume der Landschaft verkörpern — lebende SymboleSinnbilder einer tieferen Ordnung.Ordnung, Teil desselben Gewebes wie die Träumenden selbst.
Der Traumschlinger von Kev Sura war einst ein gefährlichesAuliven, Wesen, dasder nachts in die Siedlung eindrangeinfiel und die Bewohner mit einer Art psychischergeistiger Lähmung heimsuchte.schlug. Statt das Tier zu jagen, berief der Eisnar Cipen Turms einen TraumzirkelTraumzirkel: — vierzigVierzig Menschen meditiertenwachten gemeinsam durch die Besinnung und projiziertentrugen ihre AbsichtenAbsicht in die kollektivegeteilte Traumlandschaft. Was genau geschah, istweiß unklar,niemand, doch am nächsten Morgen lag der Traumschlinger reglos und friedlich im Zentrum des Dorfes. Seither lebt er dort als Symboltier,dort, duldet Berührungen und scheint die Bewohner zu erkennen. Die Theorie dahinter:Deutung: Tiere könnten auf BewusstseinsmusterMuster reagieren,des nichtBewusstseins nurebenso reagieren wie auf äußereWind Umweltreize,und Witterung, als würdendächten sie in einer Sprache denken,Sprache, die keine SyntaxFügung braucht. Manche behaupten, er träume mit ihnen.
VerhaltenKeine und Besonderheiten
Die Urfauna zeigt eine tierische Intelligenz, die jedoch an den Rändern ins Unheimliche abgleitet. Sie bauen keine Werkzeuge, sprechen keine Sprache, planen keine Zukunft — und doch gibt es Momente, in denen ihr Verhalten Muster offenbart, die zu komplex erscheinen. Ein Wulmar, der seine Angriffe auf vorhersehbare Muster von Wanderern abstimmt. Ein Garuun, das seine Beute in Fallen treibt, die wie bewusst gestaltet wirken. Skirrh-Rudel, die ihre Jagdtaktiken über Generationen hinweg verfeinern, als gäbe es eine FormKinder des kulturellen Lernens.
Magisch-adaptive Fähigkeiten variieren je nach Art. Der Tharex spuckt ätzende, magisch aktive Sekrete, die nicht nur Fleisch, sondern auch Schutzamulette zersetzen. Kirragon und Ornek besitzen natürliche Magieresistenz, die sie zu gefährlichen Gegnern für kampfmagisch ausgebildete Jäger macht. Wulmar und Thulvik verfügen über überlegene Dunkelsicht, kombiniert mit einem fast übernatürlichen Orientierungssinn. Skirrh-Alpha beherrschen Kurzsprung-Teleportation über wenige Meter, oft genutzt für koordinierte Rudeljagden.
Die Zähmbarkeit bleibt ein Rätsel. Nur durch Rituale der Alten Pfade oder Lithi-Schamanen gelingt manchmal eine Verbindung — keine Domestizierung im klassischen Sinne, sondern eine gegenseitige Anerkennung. Technische Zähmung scheitert regelmäßig. Non'Gaudener Versuche, Urfauna durch Konditionierung oder magische Zwänge zu kontrollieren, enden meist mit dem Tod der Kreatur oder des Trainers — oft beides.
Manche Forscher vermuten, dass die Urfauna auf einer Ebene operiert, die zwischen Instinkt und bewusstem Denken liegt — eine Form der Intelligenz, die nicht auf Abstraktion basiert, sondern auf einer tiefen, intuitiven Verbindung mit ihrer Umgebung. Sie verstehen keine Worte, aber sie erfassen Absichten. Sie planen nicht im menschlichen Sinne, doch ihre Handlungen wirken vorausschauend. Sie sind keine Personen — aber sie sind auch mehr als nur Tiere.
Einbindung im Alltag
In Auwharin arbeiten bestimmte Orden — besonders der Orden des Samens und des Flügels — mit Druiden an Schutzstrategien und Aufklärung. Die Beziehung zwischen Mensch und Urfauna ist eine von wachsender Distanz: Je weiter die Siedlungen vordringen, desto seltener werden die Begegnungen, desto mehr verblassen die alten Geschichten zu Mythen.
Die Lithi leben in Koexistenz, wobei Gefahr hauptsächlich für Außenstehende besteht, welche die unausgesprochenen Regeln nicht kennen. Ein Lithi weiß, welche Zeichen ein Garuun setzt, welche Gerüche einen Wulmar warnen, wie man einem Skirrh-Rudel Respekt zeigt. Ein Fremder stolpert blind in Territorien, die er nicht erkennt, und wundert sich über die Konsequenzen.
Non'Gauden verfolgt einen technologischen Zugriff ohne Jagdethik. Die Isolation der Jakintza von der Wildnis erhöht Konflikte, wenn die beiden Welten aufeinandertreffen — Forscher, die das Verhalten der Kreaturen unterschätzen, Jäger, die mit Mechanik gegen Instinkt antreten, Experimente, die das Wesen dessen, was sie untersuchen, fundamental missverstehen.
Für Cel Atiz sind die Kreaturen Sinnbilder, lebende Metaphern. Eine Begegnung ist ein Zeichen, keine Gefahr — zumindest für jene, die die Sprache der Träume sprechen. Die Urfauna wird als Teil des großen Traumgewebes verstanden, als Manifestation kollektiver Ängste, Hoffnungen und Erinnerungen.
Absenz des Barkuz-BezugsBarkuz
Die Urfauna zeigt keine Barkuz-Resonanz. IhreWas Fähigkeitensie sindvermag, Resultatist biologischerErgebnis leiblicher Anpassung, nicht metaphysischerdes Einflussnahme durch den Aufstieg.Aufstiegs. Tiere, die BarkuzresonanzResonanz zeigen — Teleportstöße,Sprünge Formfluktuationohne Weg, fließende Formen —, gelten als kontaminiertberührt und werden nicht zur Urfauna gezählt,gerechnet, sondern als etwas, das zwischen dendie Kategorien gefallen ist. Genau an dieser Grenze streiten die Gelehrten am heftigsten, denn sie verläuft nicht zwischen zwei Arten, sondern manchmal mitten durch ein einziges Rudel.
Vermutete Urkulte
In tiefen Bergwäldern und unkartierten Hochlandzonen werden isolierte Menschengruppen vermutet, die in stabilerdauerhafter Koexistenz mit der Urfauna leben — ohne nachweisbaren Besitz, mit vollständigen oralenmündlichen TraditionskettenÜberlieferungsketten und spontanereinem BeeinflussungEinfluss auf das Verhalten der Tiere, den niemand erklären kann. Gesicherten Kontakt gibt es nicht, nur Reiseberichte, von Tierverhalten.denen Keinmancher gesicherternachweislich Kontaktgefälscht existiert, nur teils gefälschte Reiseberichte,ist, weshalb die Jakintza Ezagutza siedie ganze Frage als „phantastische Ethnologie" einordnet. Doch manchmal kehren Jäger aus den Tiefenwäldern zurück und sprechen von Fußspuren, die zu groß sind für einen Menschen und zu klein für ein Tier.
Die Himmelsgleiche und die Urfauna
Mit der nahenden Himmelsgleiche mehren sich Berichte über Verhaltensänderungen.verändertes Kreaturen,Verhalten. Tiere, die jahrelang ihre TerritorienReviere ein Leben lang nie verließen, wandern plötzlich in neuefremde Gebiete. Wulmare, diesonst normalerweise Einzelgänger sind,Einzelgänger, versammeln sich in Rudeln,sich, ohne zu kämpfen.kämpfen — so, wie es die alten Lieder von ihnen erzählen. Garuun-Herden bewegen sichziehen in Mustern, die konzentrische KreiseKreisen um bestimmte Orte ziehen — Orte, die keineohne erkennbare BedeutungBedeutung, haben,an bisdenen Wochen später dort eine magische Anomalie erscheint.aufbricht.
Die Lithi sagen, die Urfauna spüre das KommenKommende — nicht mit dem Verstand, sondern mit einem tieferenälteren Wissen, das ihr in ihrenden Knochen geschrieben steht. Die Non'Gaudener dokumentierenverzeichnen die PhänomeneErscheinungen akribisch,genau, ohne sie erklären zu können. Die Cel Hushi meditieren und sehen in denihren Träumen ihrer Nächte die gleichendieselben Muster, die die KreaturenTiere am Tag gehen. Und in Auwharin erzählt man sich, dass der Schatten von Dornfeld sei nicht starb,gefallen, sondern habe sich ergabergeben — als hätte er gewusst, dass seine Zeit gekommenvorüber war,war und die kommende noch nicht die seine sein würde.
„Sie gehorchen keinem Bann, keiner Leine, keinem Schwur. Nur der Ordnung, die sie selbst nie ausgesprochen haben."
—Vaermir,Eadgard Nebelwandler vom Stamme Finsterwalde, Bewahrer der Alten Pfade