Weraldiz – Geographie
Der Kontinent Alweidar präsentiert sich als ein Mosaik unterschiedlichster Landschaften, durch natürliche Grenzen voneinander getrennt und doch durch Handelsrouten und alte Pfade miteinander verwoben. Diese geografische Vielfalt hat fünf Hauptregionen hervorgebracht: Auwharin, die Lithi-Territorien, Non'Gauden, Cel Atiz und Thala Ven'dhal – jede mit ihrem eigenen Charakter, ihren eigenen Geheimnissen.
"Man sagt, die Himmlischen Heerscharen haben Weraldiz nicht erschaffen, sondern gefunden - ein Juwel im kosmischen Gewebe, dessen Facetten in unterschiedlichen Lichtern schimmern. Wo die Doppelsonnen auf das Meer treffen, wo die drei Monde am Himmel tanzen, wo Barkuz seinen silbernen Schleier über uns legt - dort entfaltet sich unser Land in all seiner Pracht und seinen Geheimnissen." — Aus den Aufzeichnungen von Magister Eneko vom Izar-Etxea
Natürliche Grenzlinien
Die Innere See
Tiefblaue Wasser erstrecken sich über tausende von Meilen und spalten Alweidar in zwei Landmassen. Die Innere See prägt das Klima der umliegenden Regionen und birgt ein Geheimnis, das Forscher seit Generationen fasziniert.
"Als ich das erste Mal an das Ufer des Meeres trat, welches Auwharin und Non'Gauden trennt, verstand ich endlich, warum die Alten es 'Das Ende der Welt' nannten. Es liegt da, umgeben von hohen Klippen und sanften Hügeln, und endlosen Wassern, die kein Gegenüber erblicken lassen. Und es ist seltsam – die Magie scheint hier anders zu wirken, gedämpfter, als würde das Wasser selbst die Kräfte absorbieren, die anderswo so leicht fließen." — Aus dem Tagebuch einer Non'Gaudener Forscherin
Das Wasser dämpft magische Energien und erschwert arkane Kommunikation über seine Weiten hinweg. Non'Gaudener Magierforscher studieren diese Eigenschaft intensiv, während Auwharins Seefahrer besondere Navigationstechniken entwickelt haben, um trotz der magischen Interferenz sicher zu navigieren. Die See selbst scheint zu atmen, ihre Kräfte zu schlucken und in ihren Tiefen zu verwahren.
Gebirgsketten und Hochländer
Mehrere imposante Gebirgsketten durchziehen Alweidar wie die Rippen eines schlafenden Riesen. Das Duottar-Gebirge im Norden bildet eine schroffe Barriere zwischen den Lithi-Territorien und Auwharin, seine schneebedeckten Gipfel das ganze Jahr über in Eis gehüllt. Nur wenige Pässe ermöglichen den Übergang zwischen den Welten.
"Das Duottar-Gebirge ist nicht einfach nur eine Ansammlung von Bergen – es ist eine Grenze zwischen Welten. Auf der einen Seite die bekannten Lande Auwharins, auf der anderen die geheimnisvolle Heimat der Lithi. Die Pässe sind schmal, die Winde schneidend, und die Gipfel berühren manchmal Barkuz selbst. Und wenn du genau hinhörst, während der Nordlichter, kannst du die Stimmen der Bajasdolgi hören, die vom Himmel flüstern." — Erzählung eines Finsterwalde-Führers
Die Harrowin-Berge im Osten Auwharins schützen das Land mit dichten Wäldern und tiefen Tälern, während die zerklüftete Kette des Kargas-Gebirges im Süden als Bollwerk gegen unwirtliche Wüstengebiete dient. Alle diese Bergregionen bergen reiche Mineralvorkommen und uralte Höhlensysteme – manche als heilige Orte verehrt, andere als Eingänge zu den gefürchteten Tiefenschlünden gemieden.
Die vier Hauptregionen
Auwharin – Land der neun Stämme
Das Königreich Auwharin liegt im Westen Alweidars und zeichnet sich durch bemerkenswerte landschaftliche Vielfalt aus. Zentrale Wälder, Heimat des Eichental-Stammes, beherbergen mächtige Laubbäume und eine jahrhundertealte Tradition meisterhafter Holzschnitzkunst. Im Westen und Norden schneiden tiefe Fjorde ins Land – Territorium der Nordstrand- und Hügelmark-Stämme, wo das Meer und die Berge seit jeher in stiller Zwiesprache stehen.
Der Wolfssee, ein ausgedehntes Binnengewässer, liegt dort wo der Wolf trinkt und die Berge schweigen. An seinen Ufern erhebt sich die Stadt Wolfsthal. Das östliche Hochland, felsenreiches Gebiet des Bergheim-Stammes, birgt wertvolle Erzadern in seinen Tiefen, während die südlichen Flusstäler des Flusswacht-Stammes fruchtbares Land mit verzweigten Wasserläufen bieten. Weite Graslandschaften prägen die südlichen Ebenen des Sturmfelde-Stammes, perfekt für die Pferdezucht, für die diese Region berühmt ist. Im Nordosten weben sich die dichten, geheimnisvollen Wälder des Finsterwalde-Stammes durch das Land wie ein grüner Schleier.
An der südlichen Küste thront Lumaris,Zeruko Hiri, Hauptstadt und Sitz des Hohen Rates sowie der Sieben Orden.
Erek Noan – Das Land der Ahnen
Nördlich des Duottar-Gebirges erstrecken sich die kargen, atemberaubenden Territorien der Lithi. Weite Tundra mit spärlicher Vegetation bietet perfekte Bedingungen für wandernde Rentierherden, während dichte nördliche Nadelwälder mit uralten Bäumen den spirituellen Kern der Region bilden. Kristalline Seen durchziehen das Land, von denen einige als heilige Orte – Saivo – gelten, wo die Grenze zwischen Welt und Geist dünn wird.
Im hohen Norden erheben sich die Bassivárri, heilige Berge mit Gletschern und ewigem Eis, die in der spirituellen Tradition der Lithi eine zentrale Rolle spielen. Die Lithi leben als nomadische Sidd-Verbände, errichten keine permanenten Städte, sondern temporäre Siedlungen, die mit den Jahreszeiten und der Bewegung der Rentierherden wandern – ein Leben im Einklang mit dem Land selbst.
Non'Gauden – Das Konsiliarat der fünf Enklaven
Östlich der Inneren See liegt Non'Gauden, ein Land der Kontraste. Weite Salzebenen erstrecken sich im Westen, karge wüstenähnliche Regionen im Norden, während warme, fruchtbare Wälder den Süden prägen. Im Zentrum dieser südlichen Wälder liegt Ezagutza, die Hauptstadt, umgeben von üppigem Grün und magischer Energie.
Die nördliche Wüste bleibt größtenteils unerforscht – weite Landschaften und tiefe Täler, die nur wenige Expeditionen gewagt haben zu durchqueren. Die westliche Küstenregion präsentiert sich als lebensfeindliche Salzlandschaft, wo nur die Härtesten überleben. Vor dieser Küste liegt Lehen Urratsa, eine gewaltige Insel, hunderte Meilen messend, wo Non'Gaudener Reisende nach der Überquerung der Inneren See zum ersten Mal festen Boden unter den Füßen spüren. Hier thront die Jakzinta Bitziza, eine der fünf großen Enklaven.
Jede Jakintza-Enklave – Ezagutza, Egitura, Adimen, Bizitza, Indarra – hat ihr eigenes architektonisches Zentrum mit charakteristischen Türmen, schwebenden Plattformen und magisch betriebenen Laternen, die in der Nacht wie gefallene Sterne leuchten.
Cel Atiz – Das harmonische Süden
Zwischen den östlichen und westlichen Gebirgszügen liegt Cel Atiz, ein Land, das Harmonie in Vielfalt verkörpert. Sanft geschwungene Hügel umgeben die Stadt Rasnal mit dem Eisnar Fanu, während die mysteriöse Luruna-Seenlandschaft spirituelle Traditionen bewahrt, die nirgendwo sonst praktiziert werden. Die warme Südküste beherbergt die einladenden Städte Vetluna und Pupluna, und fruchtbare Täler bieten ideale Bedingungen für den Anbau exotischer Gewürze und Pflanzen.
Die Architektur zeichnet sich durch bunte, warme Farben und organische Formen aus – eine Vielzahl verschiedener Stile, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit einander harmonisch ergänzen, als hätte das Land selbst sie zu einem Ganzen komponiert.
Thala Ven'dhal – Die unbekannten Süden
Über das Land im äußersten Süden ist nur wenig bekannt. Gerade mal zwei Siedlungen an der Ostküste betreiben unregelmäßigen Handel mit Seefahrern aus Cel Atiz. Was jenseits dieser spärlichen Außenposten liegt, bleibt Spekulation und Legende.
Besondere geografische Phänomene
Die Tiefenschlünde
Verstreut über den Kontinent öffnen sich Eingänge zu den gefürchteten Tiefenschlünden – unterirdischen Höhlensystemen, die tief in die Erde führen wie die Adern eines vergessenen Lebewesens.
"Die Tiefenschlünde atmen. Ich habe es selbst gespürt, als wir drei Tage unter der Erde verbrachten. Ein rhythmisches Ein und Aus, wie der Atem eines schlafenden Riesen. Die Tunnel verändern sich. Was gestern ein durchgehender Pfad war, kann heute eine Sackgasse sein. Und die leuchtenden Adern in den Wänden... manchmal schwören die Wächter, dass sie Muster bilden, die aussehen wie eine fremdartige Schrift." — Bericht eines Tiefenläufers vom Orden des Schildes
In Auwharin bewacht der Orden des Schildes viele Eingänge, während Non'Gaudener Forscher die energetischen Eigenschaften der Schlünde studieren. Die Lithi meiden diese Orte und umgeben sie mit Schutzzeichen, doch in Cel Atiz praktizieren manche Traumzirkel in der Nähe der Eingänge, um intensivere Visionen zu erlangen. Jede Kultur interpretiert die Schlünde anders – als Bedrohung, als Forschungsobjekt, als spirituelle Schwelle.
Die Glühende Küste
An einem faszinierendem Küstenabschnitt im Westen von Cel Atiz phosphoresziert das Meerwasser bei Nacht in unnatürlichem Blau. Fischer berichten, dass das Leuchten mit der nahenden Himmelsgleiche intensiver wird, als würde das Meer selbst die kosmische Verschiebung spüren.
Das Nebelmoor
Permanent vernebelt liegt diese Moorlandschaft an der Grenze zwischen Auwharin und den Lithi-Territorien. Trotz unwirtlicher Bedingungen soll es von einer Gemeinschaft Ausgestoßener beider Kulturen bewohnt sein – Menschen, die zwischen den Welten leben, zu keiner gehörend und doch von beiden geprägt.
Die Echoschlucht
Eine tiefe Schlucht zwischen Non'Gauden und Cel Atiz besitzt ungewöhnliche akustische Eigenschaften. Worte, die hier gesprochen werden, kehren manchmal Tage später als Echo zurück – manchmal verändert, mit neuen Bedeutungen versehen, als würde die Schlucht selbst über sie nachdenken.
Unerforschte Weiten
Trotz jahrhundertelanger Besiedlung bleibt ein Großteil Alweidars unentdeckt. Besonders jenseits der bekannten Gebiete von Non'Gauden liegen weite Steppen, fruchtbare Wälder und ausgedehnte Küstenregionen, über die nur Gerüchte und widersprüchliche Berichte existieren.
"Es ist ein Irrglaube, dass wir Alweidar kennen. Selbst nach all den Jahrhunderten haben wir kaum an der Oberfläche gekratzt. Die Karten enden dort, wo unser Mut versagt, nicht dort, wo das Land endet. Warum sonst kehren Expeditionen mit so unterschiedlichen Berichten zurück? Eine Gruppe spricht von endlosen Steppen, eine andere von dichten Wäldern – und beide schwören, dieselbe Route genommen zu haben." —
HarkonigHarkönigLeofricEadmund vom Stamme Hügelmark in einer Rede vor dem Hohen Rat
Jenseits des Kargas-Gebirges erstrecken sich karge Wüstenlandschaften, geprägt von extremen Temperaturen und einzigartigen Lebensformen. Dünn besiedelt, birgt diese Region uralte Ruinen und Geheimnisse, die auf ihre Entdeckung warten.
"Thala Ven'dhal, Die Wüste im Süden ist kein totes Land, wie viele glauben. Sie lebt und atmet im Rhythmus der beiden Sonnen. Bei Tag brennt Dagaz unbarmherzig auf den Sand, und nachts wirft Kaldaz ein gespenstisches blaues Licht über die Dünen. Es gibt Oasen dort, versteckt in Tälern zwischen wandernden Sandhügeln, wo seltsame Pflanzen wachsen, deren Blüten erst in der Dunkelheit öffnen." — Bericht eines Sturmfelde-Kundschafters
Für Entdecker ist Alweidar eine Welt ungeahnter Möglichkeiten – neue Wunder zu finden und vielleicht Geheimnisse zu lüften, die seit der letzten Himmelsgleiche im Verborgen lagen.
"Ich habe die Eiswüsten im Norden durchquert und die brennenden Sande im Süden. Ich bin über die Innere See gesegelt und habe die höchsten Gipfel des Duottar erklommen. Und doch weiß ich, dass ich nur einen Bruchteil dessen gesehen habe, was Alweidar zu bieten hat. Diese Welt ist größer als jede Karte und tiefer als jedes Buch. Sie ist ein Mysterium, das darauf wartet, gelöst zu werden – ein Abenteuer, das nie endet." — Aus den Memoiren eines wandernden Barden