Die Geographie Alweidars
Der Kontinent Alweidar präsentiert sich als ein Mosaik unterschiedlichster Landschaften, die durch natürliche Grenzen voneinander getrennt und doch durch Handelsrouten und alte Pfade miteinander verbunden sind. Diese geografische Vielfalt hat zur Entwicklung der vier Hauptregionen beigetragen, die heute den Kontinent prägen: Auwharin, Erek Noan die Lithi-Territorien, Non'Gauden und Cel Atiz.
"Man sagt, die Himmlischen Heerscharen haben Weraldiz nicht erschaffen, sondern gefunden - ein Juwel im kosmischen Gewebe, dessen Facetten in unterschiedlichen Lichtern schimmern. Wo die Doppelsonnen auf das Meer treffen, wo die drei Monde am Himmel tanzen, wo Barkuz seinen silbernen Schleier über uns legt - dort entfaltet sich unser Land in all seiner Pracht und seinen Geheimnissen." — Aus den Aufzeichnungen von Magister Eneko vom Izar-Etxea
Natürliche Grenzlinien
Die Innere See
Die Innere See im Zentrum spaltet Alweidar in zwei Landmassen. Ihre tiefblauen Wasser erstrecken sich über tausende von Meilen und beeinflussen das Klima der umliegenden Regionen maßgeblich.
"Als ich das erste Mal an das Ufer des Meeres trat, welches Auwharin und Non'Gauden trennt, verstand ich endlich, warum die Alten es 'Das Ende der Welt' nannten. Es liegt da, umgeben von hohen Klippen und sanften Hügeln, wie ein gewaltiges Auge, das zum Himmel blickt. Und es ist seltsam – die Magie scheint hier anders zu wirken, gedämpfter, als würde das Wasser selbst die Kräfte absorbieren, die anderswo so leicht fließen." — Aus dem Tagebuch einer Non'Gaudener Forscherin
Trotz ihrer Größe ist die Innere See für ihr seltsames Verhalten bekannt: Sie dämpft oder absorbiert magische Energien und erschwert so die Kommunikation oder den Transport durch arkane Mittel über ihre Weiten hinweg. Dieses Phänomen hat dazu geführt, dass Non'Gaudener Magierforscher das Wasser intensiv studieren, während die Seefahrer Auwharins besondere Navigationstechniken entwickelt haben, um diese Eigenheit zu kompensieren.
Gebirgsketten und Hochländer
Alweidar wird von mehreren beeindruckenden Gebirgsketten durchzogen, die als natürliche Grenzen zwischen den Regionen dienen:
Das Duottar-Gebirge im Norden bildet eine imposante Barriere zwischen den Lithi-Territorien und Auwharin. Seine schroffen Gipfel sind das ganze Jahr über schneebedeckt, und nur wenige Pässe ermöglichen den Übergang zwischen den Regionen.
"Das Duottar-Gebirge ist nicht einfach nur eine Ansammlung von Bergen – es ist eine Grenze zwischen Welten. Auf der einen Seite die bekannten Lande Auwharins, auf der anderen die geheimnisvolle Heimat der Lithi. Die Pässe sind schmal, die Winde schneidend, und die Gipfel berühren manchmal Barkuz selbst. Und wenn du genau hinhörst, während der Nordlichter, kannst du die Stimmen der Bajasdolgi hören, die vom Himmel flüstern." — Erzählung eines Bergheim-Führers
Die Harrowin-Berge trennen Auwharin im Osten und bilden mit ihren dichten Wäldern und tiefen Tälern eine natürliche Grenze zur Inneren See. Nur wenige Pässe durchqueren diese Bergkette, wobei der bekannteste die Heimat der Siedlung Grenzfeste ist.
Das Kargas-Gebirge im Süden schützt es Auwharin vor den unwirtlichen Wüstengebieten. Diese zerklüftete Bergkette beherbergt zahlreiche Höhlensysteme und verborgene Täler.
Die Bergregionen Alweidars sind reich an Mineralien und beherbergen alte Höhlensysteme, von denen einige als heilige Orte verehrt werden, andere als Eingänge zu den gefürchteten Tiefenschlünden bekannt sind.
Die vier Hauptregionen
Auwharin (Westliche Region)
Das Königreich Auwharin liegt im Westen Alweidars und zeichnet sich durch seine landschaftliche Vielfalt aus:
- Zentrale Wälder: Heimat des Eichental-Stammes, bekannt für mächtige Laubbäume und meisterhafte Holzschnitzkunst
- Westliche & Nördliche Fjorde: Territorium der Nordstrand- und Hügelmark-Stämme, geprägt von tief ins Land schneidenden Meeresarmen
- Wulfsaiwiz: Wo der Wolf trinkt und die Berge schweigen. Ein ausgedehntes Binnengewässer, an dessen Ufern die Stadt Wolfstal liegt
- Östliches Hochland: Felsenreiches Gebiet des Bergheim-Stammes mit wertvollen Erzadern
- Südliche Flusstäler: Fruchtbares Gebiet des Flusswacht-Stammes mit verzweigten Wasserläufen
- Süđliche Ebenen: Weite Graslandschaften des Sturmfelde-Stammes, perfekt für Pferdezucht
- Nordöstliche Waldgebiete: Dichte, geheimnisvolle Wälder des Finsterwalde-Stammes
An der südlichen Küste Auwharins liegt Lumaris, Hauptstadt und Sitz des Hohen Rates sowie der Sieben Orden.
Lithi-Territorien (Nördliche Region)
Nördlich des Duottar-Gebirges erstrecken sich die kargen, aber atemberaubenden Territorien der Lithi:
- Tundra: Weite, offene Landschaften mit spärlicher Vegetation, perfekt für Rentierherden
- Nördliche Nadelwälder: Dichte Waldgebiete mit uralten Bäumen, die den Kern der Region bilden
- Kristalline Seen: Zahlreiche Seen, von denen einige als heilige Orte (Saivo) gelten
- Bassivárri: Im hohen Norden erheben sich Gebirgszüge mit Gletschern und ewigem Eis. Eine Gruppe heiliger Berge, die in der spirituellen Tradition der Lithi eine zentrale Rolle spielen
Die Lithi leben als nomadische Sidd-Verbände und errichten keine permanenten Städte, sondern temporäre Siedlungen, die mit den Jahreszeiten und der Bewegung der Rentierherden wandern.
Non'Gauden (Östliche Region)
Östlich der Inneren See liegt das Konsiliarat Non'Gauden ein Land geprägt von Kontrasten. Den weiten Salzebenen im Westen, kargen wüstenähnlichen Regionen im Norden und warmen und fruchtbaren Waldregionen im Süden.
- Zentrale Wälder: Fruchtbares Gebiet, in dem die Hauptstadt Ezagutza liegt
- Nördliche Wüste: Weite größtenteils unerforschte tiefe Täler und weite Landschaften.
- Küstenregion: Eine weite und lebensfeindliche Salzlandschaft die sich im Westen Non'Gaudens erstreckt.
- Lehen Urratsa: Hier setzen die Non'Gaudener nach der Überquerung der Inneren See zum ersten mal an Land an. Eine große hunderte Meilen messende Insel welche die Jakzinta Bitziza beheimatet.
Jede der fünf Jakintza-Enklaven (Ezagutza, Egitura, Burmuina, Bizitza, Indarra) hat ihr eigenes architektonisches Zentrum mit charakteristischen Türmen, schwebenden Plattformen und magisch betriebenen Laternen.
Cel Atiz (Südliche Region)
Im Süden, zwischen den östlichen und westlichen Gebirgszügen, liegt das harmonische Land Cel Atiz:
- Zentrale Hügellandschaft: Sanft geschwungene Hügel umgeben die Stadt Rasnal mit dem Eisnar Fanu
- Luruna-Seengebiet: Mysteriöse Seenlandschaft mit einzigartigen spirituellen Traditionen
- Südküste: Warme, einladende Küstenregion mit den Städten Vetluna und Pupluna
- Fruchtbare Täler: Üppige Anbaugebiete für exotische Gewürze und Pflanzen
Die Architektur in Cel Atiz zeichnet sich durch bunte und warme Farben, organische Formen und eine Vielzahl verschiedener Stile aus, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit einander harmonisch ergänzen.
Thala Ven'dhal (Südliche Region)
Über das Land im Süden ist nur wenig bekannt. Gerade mal zwei Siedlungen an der Ostküste betreiben unregelmäßigen Handel mit Seefahrer aus Cel Atiz.
Besondere geografische Phänomene
Die Tiefenschlünde
Verstreut über den Kontinent finden sich Eingänge zu den gefürchteten Tiefenschlünden – unterirdischen Höhlensystemen und Tunneln, die tief in die Erde führen. Diese Orte gelten als gefährlich und unberechenbar, werden aber von verschiedenen Fraktionen aus unterschiedlichen Gründen erforscht.
"Die Tiefenschlünde atmen. Ich habe es selbst gespürt, als wir drei Tage unter der Erde verbrachten. Ein rhythmisches Ein und Aus, wie der Atem eines schlafenden Riesen. Die Tunnel verändern sich. Was gestern ein durchgehender Pfad war, kann heute eine Sackgasse sein. Und die leuchtenden Adern in den Wänden... manchmal schwören die Wächter, dass sie Muster bilden, die aussehen wie eine fremdartige Schrift." — Bericht eines Tiefenläufers vom Orden des Schildes
In Auwharin werden viele Eingänge vom Orden des Schildes bewacht, während Non'Gaudener Forscher die energetischen Eigenschaften der Schlünde studieren. Die Lithi meiden diese Orte traditionell und umgeben sie mit Schutzzeichen, während in Cel Atiz manche Traumzirkel in der Nähe der Eingänge praktizieren, um intensivere Visionen zu erlangen.
Die Glühende Küste
Ein faszinierender Küstenabschnitt im Westen von Cel Atiz, wo das Meerwasser bei Nacht in einem unnatürlichen Blau phosphoresziert. Fischer und Reisende berichten, dass das Leuchten mit der nahenden Himmelsgleiche intensiver zu werden scheint.
Das Nebelmoor
Eine permanent vernebelte Moorlandschaft an der Grenze zwischen Auwharin und den Lithi-Territorien. Trotz seiner unwirtlichen Bedingungen soll es von einer Gemeinschaft Ausgestoßener beider Kulturen bewohnt sein.
Die Echoschlucht
Eine tiefe Schlucht zwischen Non'Gauden und Cel Atiz mit ungewöhnlichen akustischen Eigenschaften. Worte, die hier gesprochen werden, kehren manchmal Tage später als Echo zurück, manchmal verändert und mit neuen Bedeutungen.
Unerforschte Weiten
Trotz jahrhundertelanger Besiedlung und Erforschung bleibt ein Großteil Alweidars unentdeckt oder nur oberflächlich kartiert. Besonders im Osten und Sdes Kontinents, jenseits der bekannten Gebiete von Non'Gauden, liegen weite Steppen, fruchtbare Wälder und ausgedehnte Küstenregionen, über die nur wenig bekannt ist.
"Es ist ein Irrglaube, dass wir Alweidar kennen. Selbst nach all den Jahrhunderten haben wir kaum an der Oberfläche gekratzt. Die Karten enden dort, wo unser Mut versagt, nicht dort, wo das Land endet. Warum sonst kehren Expeditionen mit so unterschiedlichen Berichten zurück? Eine Gruppe spricht von endlosen Steppen, eine andere von dichten Wäldern – und beide schwören, dieselbe Route genommen zu haben." — Harkonig Leofric vom Stamme
WolfsthalHügelmark in einer Rede vor dem Hohen Rat
Im Süden des Kontinents, jenseits des Kargas-Gebirges, erstrecken sich karge Wüstenlandschaften, die von extremen Temperaturen und einzigartigen Lebensformen geprägt sind. Diese Region ist dünn besiedelt, beherbergt jedoch uralte Ruinen und Geheimnisse, die noch auf ihre Entdeckung warten.
"Thala Ven'dhal, Die Wüste im Süden ist kein totes Land, wie viele glauben. Sie lebt und atmet im Rhythmus der beiden Sonnen. Bei Tag brennt Dagaz unbarmherzig auf den Sand, und nachts wirft Kaldaz ein gespenstisches blaues Licht über die Dünen. Es gibt Oasen dort, versteckt in Tälern zwischen wandernden Sandhügeln, wo seltsame Pflanzen wachsen, deren Blüten erst in der Dunkelheit öffnen." — Bericht eines Sturmfelde-Kundschafters
Für Entdecker und Abenteurer ist es eine Welt ungeahnter Möglichkeiten, neue Wunder zu finden und vielleicht sogar Geheimnisse zu lüften, die seit der letzten Himmelsgleiche im Verborgen lagen.
"Ich habe die Eiswüsten im Norden durchquert und die brennenden Sande im Süden. Ich bin über die Innere See gesegelt und habe die höchsten Gipfel des Duottar erklommen. Und doch weiß ich, dass ich nur einen Bruchteil dessen gesehen habe, was Alweidar zu bieten hat. Diese Welt ist größer als jede Karte und tiefer als jedes Buch. Sie ist ein Mysterium, das darauf wartet, gelöst zu werden – ein Abenteuer, das nie endet." — Aus den Memoiren eines wandernden Barden