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Non'Gauden

„Erkenntnis ist wie ein Funke im Geist, der zur Flamme werden kann. Hier nähren wir diesen Funken, bis er hell genug brennt, um selbst die dunkelsten Geheimnisse zu erhellen.“
— Maistra Maialen ez'Adimen-goi-bi Pentsalari, Sprecherin der Jakintza Adimen im Gogoaren Kontseilua

Das Land des rationalen Geistes

Eine Non'Gaudische Stadt mit ihrer gewschwungenen Archtiektur hohen Türmen und schwebenden Plattformen

Östlich der Inneren See, wo sich Denker und Forscher der Ergründung der Welt verschrieben haben, liegt das Konsiliarat Non'Gauden. Anders als im stammesgeprägten Auwharin oder den nomadischen Lithi-Territorien atmet hier eine Gesellschaft, die Beobachtung und Experiment über Tradition stellt. Magie gilt nicht als göttliche Gabe, sondern als natürliche Kraft – ein Phänomen, das denselben Gesetzen folgt wie der Lauf der Gestirne oder die Eigenschaften der Stoffe, und das man deshalb messen, berechnen und lehren kann.

Das Land selbst gibt wenig her und fordert viel. An der westlichen Küste liegen lebensfeindliche Salzebenen, im Norden karge Felslandschaften, die kaum je jemand durchquert hat. Erst der Süden trägt: warme, fruchtbare Wälder, in deren Herz die Hauptstadt Ezagutza liegt. Im Osten schließen Gebirgsketten das Konsiliarat ab. Dass eine Kultur, die den Fortschritt nicht als Ideal, sondern als Notwendigkeit begreift, ausgerechnet hier entstand, gilt den Non'Gaudenern selbst als der beste Beweis ihrer These.

"Die sogenannten 'Himmlischen Heerscharen' sind nichts weiter als komplexe Energiemuster mit unterschiedlichen Resonanzfrequenzen. Dass andere Kulturen ihnen Persönlichkeiten und Absichten zuschreiben, ist lediglich ein verständlicher Versuch, das Unverstandene in vertraute Formen zu kleiden."
— Aus "Grundlagen der Selbsterkenntnis" von Jakintsu Aratz ez'Adimen-goi-hiru Zabaleta

Städte der schwebenden Lichter

Steinerne Akademien mit himmelhohen Türmen ragen neben bescheidenen Handwerkersiedlungen empor. Schwebende Plattformen gleiten zwischen Gebäuden in fließenden, organischen Formen hindurch, während breite gepflasterte Straßen von Laternen gesäumt werden, deren gebundene Lichtessenz seit Jahren brennt und noch Jahre brennen wird. In öffentlichen Gärten katalogisieren Gelehrte jede Pflanze mit der Präzision von Uhrmachern, und Bibliotheken türmen sich wie versteinerte Wissenströme gen Himmel.

Die Schattenruhe gilt in Non'Gauden nicht als verlorene Zeit: Wer meditiert, entwickelt sein Bewusstsein; wer ruht, bereitet sich auf die nächste Erkenntnisphase vor. Auf Weraldiz gibt es keinen zweiten Ort, an dem das Innehalten selbst als Fortsetzung der Arbeit gilt statt als deren Unterbrechung.

Diese Selbstverständlichkeit reicht bis in jeden Haushalt: Sphären, die den Staub aus einem Raum ziehen; Platten in den Wänden, die die Temperatur halten, ob draußen Schnee fällt oder die Sonnen brennen; harmonisierte Kristalle, über die man mit jemandem drei Enklaven weiter spricht. Nichts davon gilt als Wunder. Alles davon braucht eine Befähigungsprüfung.

Wie das Land geordnet ist

Fünf Akademie-Enklaven – die Jakintza – tragen Non'Gauden: Ezagutza das Wissen, Egitura die Struktur, Adimen den Geist, Bizitza das Leben, Indarra die Kraft. Jede ist zugleich Stadt, Forschungsstätte und beratende Instanz, und keine von ihnen regiert. Das tut der Gogoaren Kontseilua, ein Rat aus achtzehn Köpfen, in den niemand gewählt und niemand geboren wird, sondern nur geprüft.berufen. Wer mehr weiß, trägt mehr Verantwortung – Macht über andere ist damit ausdrücklich nicht gemeint. (Ausführlich: Non'Gauden – Zivilisation und Non'Gauden – Staat & Führung.Führung.)

Wo andere Kulturen Götter anbeten, gehen die Non'Gaudener nach innen. Die Lehre vom Höheren Selbst ist keine Religion, sondern ein Weg der Selbstvervollkommnung über drei Bewusstseinsebenen, den jeder Bürger sein Leben lang geht – als Schüler und als Lehrer zugleich. Sie steckt in der Tagesordnung, in der Erziehung, sogar in den Namen, die ein Mensch im Lauf seines Lebens trägt. (Ausführlich: Innere Wege → Höheres Selbst sowie Non'Gauden – Philosophie.Philosophie.)

Zu den Nachbarn hält Non'Gauden höfliche Distanz: reger Warenaustausch mit Auwharin bei gegenseitigem weltanschaulichem Unverständnis, lebhafter und ebenso frustrierender Austausch mit Cel Atiz, kaum Kontakt zu den Lithi. (Ausführlich: Non'Gauden – Staat & Führung.Führung.)

Die Schwäche der See

Trotz allen Fortschritts haben die Non'Gaudener eine auffällige Achillesferse: das Wasser. Die Innere See schluckt Magie. Was an Land selbstverständlich ist, versagt dort binnen weniger Meilen – Antriebsrunen erlöschen, harmonisierte Kristalle verstummen, Ortungsinstrumente drehen sich im Kreis.

Was blieb, ist Handwerk. Non'Gaudens Schiffe fahren mit Segel, Ruder und mechanischen Systemen, und sie fahren zuverlässig: die kurze Überfahrt nach Lehen Urratsa gehört zum Alltag, die Küstenfahrt zwischen den Häfen ebenso. Aber es ist unelegantes, langsames, unberechenbares Reisen, und genau das kränkt eine Kultur, die alles andere berechnet. Die offene Innere See überqueren fast ausschließlich auwharinische Kapitäne, die sich nicht an Sternen und Karten orientieren, sondern an Wasserfarbe und Windgeruch – eine Kunst, die sich nicht in Formeln fassen lässt und die man in Non'Gauden deshalb einkauft statt erlernt.

So kommt es, dass Kostalde der größte Hafen des Landes ist und trotzdem kaum ein non'gaudischer Kiel von dort nach Westen ausläuft. Das Konsiliarat schaut nach innen, vertieft sein Wissen, statt es zu verbreiten – nicht aus Hochmut, sondern weil ihm der Weg hinaus in fremden Händen liegt.

Die nahende Himmelsgleiche

Auch in Non'Gauden weiß man um die zweite Himmelsgleiche, allerdings mit Messgerät statt mit Gebet. Seit Jahren dokumentieren die Jakintza wachsende Anomalien, und die offiziellen Berichte rufen zu Besonnenheit auf. Doch in den Nächten, wenn die Sterne anders flackern als gewohnt, kann selbst in rationalen Herzen ein Hauch von Unruhe aufsteigen.

Das Land der rationalen Magie erwartet dich

Für Abenteurer bietet Non'Gauden eine Fülle von Möglichkeiten. In den Bibliotheken Ezagutzas warten vergessene Geheimnisse darauf, entdeckt zu werden. Die experimentellen Werkstätten Egituras suchen mutige Testpersonen für ihre neuesten Erfindungen – gegen angemessene Entlohnung, versteht sich. In Adimen erforschen Gelehrte die Grenzen des Bewusstseins, manchmal mit unbeabsichtigten Folgen. Bizitza bietet Heilung für Leiden, die anderswo als unheilbar gelten, während im Umfeld Indarras spektakuläre Demonstrationen elementarer Kräfte das Auge erfreuen.

Orte, die zuvor harmlos waren, beginnen seltsames Verhalten zu zeigen, und in den Nächten vor der Himmelsgleiche findet manches Experiment seine ungeplante Fortsetzung. Hier, wo Wissen Macht ist und Macht verstanden werden muss, beginnt jede Entdeckung mit einer Frage.