Auwharin – Land & Landschaft
Auwharin erstreckt sich über einen vielfältigen Landstrich im westlichen Alweidar, eingerahmt von mächtigen Gebirgsketten, zerklüfteten Küsten und natürlichen Barrieren, die das Königreich seit Jahrhunderten schützen und seine kulturelle Eigenständigkeit bewahren. Hier atmen die Landschaften selbst die Geschichte der Sieben Heerscharen.
Natürliche Grenzen und Landschaften
Gebirgsketten und Hochländer
Im Norden erhebt sich das Duottar-Gebirge, ein massiver Wall aus schneebedeckten Gipfeln, der Auwharin von den Lithi-Territorien trennt. Schmale Pässe winden sich durch die Höhen – schwierig zu durchqueren, aber nicht unmöglich für jene, die den Weg kennen. Die Harrowin-Berge im Osten bilden eine zerklüftete natürliche Grenze zur Inneren See, durchbrochen nur von wenigen nutzbaren Pässen bei Grenzfeste und Tiefhafen. Südlich erstreckt sich das karge Kargas-Gebirge mit seinen unerschlossenen Tälern als Puffer zur unwirtlichen Wüstenregion jenseits der Reichsgrenzen. Das Bergheimer Hochland im Osten präsentiert sich als hügeliges Plateau, dessen steinige Böden reiche Erzvorkommen bergen – Heimat des gleichnamigen Stammes und Rückgrat der auwharin'schen Metallverarbeitung.
Waldzonen
Die Eichentaler Wälder durchziehen das zentrale Auwharin als dichter Laubwald, Lebensgrundlage des Eichental-Stammes und wichtigste Holzressource des Königreichs. Nördlich davon liegt der Finsterwald, wo dunkle Nadeln ein ewiges Halbdunkel schaffen und seltene Heilpflanzen zwischen den Wurzeln gedeihen – mystisches Refugium des Finsterwalde-Stammes. Die Sturmfelder Lichtungen bieten einen scharfen Kontrast: offene Graslandschaften mit vereinzelten Wäldchen, deren fruchtbarer Boden und weite Flächen ideal für Pferdezucht und Ackerbau sind.
Gewässer
Der Wolfssee ruht im westlichen Zentrum des Reiches als größtes Binnengewässer, seine Ufer dicht besiedelt vom Wolfsthal-Stamm, der vom Fischreichtum des Sees lebt. Der Silberfluss entspringt den Gletschern des Duottar-Gebirges und windet sich durch das Herz Auwharins bis zur Mündung bei Lumaris, wo sein Wasser mit den Wellen der See verschmilzt. Die Westküste präsentiert sich gegliedert mit natürlichen Häfen und geschützten Buchten, während die nordwestlichen Fjorde dramatisch in die Küstenlinie einschneiden – eine zerklüftete Landschaft, die dem Nordstrand-Stamm Heimat bietet und das Tor zum Handel mit den Lithi öffnet.
Bedeutende Siedlungen
Lumaris – Die Hauptstadt
150.000 Seelen atmen zwischen den Mauern des Kronjuwels Auwharins, das sich an der Mündung des Silberflusses ausbreitet wie ein lebendiger Organismus. Der Kathedralenbezirk wird von den sieben charakteristischen Türmen der Kathedrale der Sieben Heerscharen dominiert, umgeben von den Hauptquartieren der Sieben Orden – Machtzentrum des Glaubens und der religiösen Autorität. Auf dem Hohen Hügel thronen der Harkonig-Palast und die Versammlungshalle des Hohen Rates zwischen diplomatischen Residenzen, während die Große Bibliothek mit ihrer beeindruckenden Sammlung von Schriften und Artefakten das Wissen der Jahrhunderte bewahrt. Das Kollegium der Sieben Lichter formt die Elite des Reiches, das geschäftige Hafenviertel pulsiert mit Handel und Geschäft, und im Mondviertel zeigt die lumarische Bevölkerung ihre charakteristische organische Architektur. Die nach Gewerben geordneten Handwerksbezirke mit ihren Zunfthäusern und Werkstätten vervollständigen das Bild einer lebendigen Metropole.
Wolfsthal
45.000 Einwohner bevölkern die zweitgrößte Stadt am Ostufer des Wolfssees. Der Marktplatz der Acht Winde, berühmt für seine achteckige Form, gilt als größter Handelsplatz nördlich von Lumaris und zieht Kaufleute aus allen Stammesgebieten an. Der Tempel des Spiegels dient als spirituelles Zentrum für Meditation und Visionssuche, während die Handelskammer den komplexen Binnenhandel zwischen den Stämmen koordiniert.
Bergheim
15.000 Seelen leben im Hauptort des östlichen Hochlands, wo die Luft dünn und klar ist und der Klang von Hämmern niemals verstummt. Die Schmiedehallen erstrecken sich über ganze Stadtviertel, ihre Essen glühen Tag und Nacht. Die Steinarchive, tief in den Berg gehauen, bewahren Jahrhunderte akkumuliertes Wissen über Metallurgie und Steinmetzkunst. Die Felsenkirche, dem Aspekt der Standhaftigkeit geweiht und teilweise in den lebenden Fels gebaut, verkörpert die Philosophie ihrer Bewohner: unerschütterlich wie der Berg selbst.
Grenzfeste
5.000 ständige Bewohner teilen sich diesen strategischen Außenposten an einem der wenigen Pässe durch die Harrowin-Berge. Die Drei Türme wachen über den Pass, während der Marktplatz der Fremden als neutraler Boden Kaufleute aus Auwharin und Non'Gauden zum Handel zusammenführt. Das Sprachenhaus beherbergt Übersetzer und kulturelle Vermittler – unverzichtbar, wo Sprachen, Kulturen und Weltanschauungen aufeinandertreffen.
Nordstrand
Die nördlichste größere Siedlung mit 12.000 Einwohnern bildet den wichtigsten Kontaktpunkt zu den Lithi. Der Winterhafen bleibt selbst in den kältesten Monaten eisfrei, der Leuchtturm der Wahrheit weist Schiffen den Weg und dient zugleich als religiöses Symbol. In den Markthallen entfaltet sich saisonal der Austausch mit den Lithi-Stämmen – ein Schmelztiegel der Kulturen am Rand der bekannten Welt.
Besondere Orte und Landmarken
Heilige Stätten
Der Steinkreis von Eichental erhebt sich als uralte Formation im Herzen des westlichen Waldes, wo Anhänger der Alten Pfade noch immer ihre Riten vollziehen. Die Quelle der Erleuchtung nahe Lumaris soll heilende Kräfte besitzen, ihre Wasser werden für Segnungszeremonien genutzt. Der Flüsternde Dom, eine natürliche Felsformation im Bergheimer Hochland, verstärkt und trägt selbst leiseste Worte in ungewöhnlichen Mustern – der Orden des Spiegels nutzt diesen Ort für tiefe Meditationen.
Ruinen und historische Stätten
Die Alte Festung krönt einen Hügel nahe dem Wolfssee als Zeugnis vorlumarischer Macht, ihre verwitterten Mauern flüstern von vergessenen Zeitaltern. Die Sternenwarte von Weißfels verfällt im Nordosten, doch für den Orden der Lampe bleibt sie eine Pilgerstätte, wo astronomisches Wissen der Ahnen in Stein gemeißelt ruht. Die Feuerfelder am südlichen Rand des Kargas-Gebirges tragen die Narben geologischer Gewalt und bergen Ruinen unbekannter Herkunft – ein Rätsel, das Gelehrte seit Generationen zu lösen versuchen.
Tiefenschlünde
Mysteriöse Höhlensysteme reichen tief unter die Oberfläche Auwharins, streng bewacht vom Orden des Schildes, der die Geheimnisse der Tiefe vor den Neugierigen schützt. Der Nebelschlund nahe der Grenze zu den Lithi-Territorien atmet seltsame Nebelschwaden aus seinen Tiefen. Das Echogewölbe von Bergheim verstärkt jeden Ton zu komplexen, sich überlagernden Harmonieen. Die Kristallgrotte nahe Lumaris leuchtet mit eigener Kraft, ihre schimmernden Formationen werden für ausgewählte religiöse Zeremonien genutzt.
Natürliche Wunder
Die Singenden Nadeln erheben sich als säulenartige Felsformationen in den Sturmfelde-Ebenen – der Wind spielt auf ihnen wie auf einem gewaltigen Instrument harmonische Melodien. Der Immerwald im Finsterwald trotzt den Jahreszeiten mit üppiger, vielfältiger Vegetation, als hätte die Zeit selbst hier ihre Macht verloren. Die Perlgrotten an der Nordstrand-Küste bergen in ihren verborgenen Winkeln seltene Perlen von außergewöhnlicher Qualität.
Veränderungen in der Landschaft
Mit der nahenden zweiten Himmelsgleiche berichten Reisende und Ordensbrüder von subtilen Veränderungen: Nordlichter tanzen intensiver über den nördlichen Regionen, alte Ruinen beginnen bei Vollmond spontan zu leuchten, die Tiefenschlünde grollen häufiger und atmen veränderte Luftströme, während die südliche Küste phosphoreszierend im Dunkeln glüht.
"Die Landschaft Auwharins ist wie ein aufgeschlagenes Buch – wer zu lesen versteht, erkennt darin die Geschichte der Sieben Heerscharen und die Weisheit ihrer Lehren. Doch seit einiger Zeit scheinen neue Zeilen zwischen den bekannten Worten zu erscheinen, als würde ein verborgener Autor am Rande der Seiten schreiben."
— Magistra Haizea vom Orden der Lampe