Auwharin – Chronik
"Wir leben in einem goldenen Zeitalter. Die Sommer sind lang und gnädig, die Winter kurz – eine Zeit der Besinnung und des Friedens. Wie glücklich sind jene, die in dieser Zeit geboren wurden!" — Amaia Oroimen-Etxea, Historikerin des Ordens der Lampe
Die auwharinische Geschichtsschreibung beginnt dort, wo die Chroniken der ganzen Welt beginnen: bei der ersten Himmelsgleiche, die dem Jahr 1 der Weraldizischen Zeitrechnung seinen Namen gab. Was davor liegt und woher die Argitari kamen, ist unter Bedeutende Ereignisse beschrieben. Diese Seite verzeichnet, was daraus in Auwharin geworden ist.
Zeitleiste
Frühe Jahre (1–200 WZ)
- 1 WZ: Erste Himmelsgleiche, Beginn der Zeitrechnung
- ca. 1–50 WZ: Zeit der Gründung; erste Niederschriften der Lehren der Himmlischen Heerscharen
- 127 WZ: „Versammlung der Neun Feuer" – die neun Stämme vereinbaren die stammesföderale Struktur und begründen damit das Königreich Auwharin
- 198 WZ: Vollständige Kodifizierung der Heiligen Lehren in ihrer heutigen siebenteiligen Form
Mittlere Epoche (200–500 WZ)
- 267 WZ: Gründung der Sieben Orden unter dem Höchsten Hirten Gorka
- 312–315 WZ: Kurzer Konflikt zwischen den Lithi und den Stämmen Finsterwalde und Nordstrand, beendet durch die Vermittlung des neunten Stammes. Aus dieser frühen Vermittlung ist die heutige Lage gewachsen, in der sich die Gebiete von Nordstrand und den Lithi teilweise überlappen und Handel wie Heiraten über die Grenze hinweg selbstverständlich sind
- 340–343 WZ: Große Dürreperiode, überwunden durch die gemeinsame Anstrengung von Vertretern der Alten Pfade und der Orden des Gefäßes und des Samens – eine der wenigen förmlichen Zusammenarbeiten beider Traditionen, auf die sich seither beide Seiten berufen
- 483 WZ: Großflächige Kartierung des Kontinents Alweidar durch den Orden des Flügels
Jüngere Geschichte (500–843 WZ)
- 512 WZ: Gründung der Großen Bibliothek von Zeruko Hiri durch den Orden der Lampe
- 607 WZ: Erschließung neuer Handelsrouten über das Östliche Meer
- 691 WZ: Abkommen zwischen allen Regionen Alweidars zur Sicherung dauerhaften Friedens
- 768 WZ: Blütezeit der Kunst und Kultur, rückblickend das „Goldene Zeitalter" genannt
- 843 WZ: Gegenwart – die zweite Himmelsgleiche rückt näher
Die Integration des Neunten Stammes
Bemerkenswert an der Ankunft der Argitari ist, wie reibungslos sie sich in eine bestehende Stammesstruktur einfügten, zu der sie weder durch Herkunft noch durch Tradition gehörten. Sie wurden vollständig als neunter Stamm anerkannt – ein Status, den beide Seiten bis heute unbestritten lassen.
Diese Verbindung war die Voraussetzung für alles Weitere. Die argitarische Bildung und Spiritualität traf auf das praktische Naturwissen und die handwerklichen Traditionen der Aus'Harringer, und aus dieser Verbindung wuchs eine kulturelle Blüte, die in den folgenden Jahrhunderten ganz Alweidar beeinflussen sollte. Das stammesföderale System, in dem alle neun Stämme gleichberechtigt am Hohen Rat teilnehmen, ruht bis heute auf dieser Grundlage.
Über die Zeit vor der Ankunft der Argitari schweigen die Chroniken. Fragmentarische Überlieferungen sprechen von einer „Zeit der Schatten" oder einer „Ära der Wandlung", ohne Näheres zu nennen. Für die Gelehrten ist das ein Kuriosum, für die meisten Menschen kein Thema – und für einzelne Anhänger der Alten Pfade in den nördlichen Stämmen der Rest einer Erinnerung an eine Welt, die von vielerlei Wesen bevölkert war. Die Kirche behandelt diese Geschichten als Märchen.
Die Gegenwart (843 WZ)
Die aktuelle Ära gilt vielen als das „Zweite Goldene Zeitalter". Die RegionenVölker Alweidars leben in Frieden, Handel und Kultur blühen, und die stammesföderale Struktur hat sich als stabil und anpassungsfähig erwiesen. Die kulturelle Verflechtung von Aus'Harringern und Argitari schreitet voran, wenn auch mit deutlichen Unterschieden zwischen Norden und Süden.
Die herannahende zweite Himmelsgleiche wird mit einer Mischung aus festlicher Vorfreude und leiser Unruhe erwartet. Viele sehen sie als Beginn einer neuen glorreichen Ära; einige wenige – besonders unter den Anhängern der Alten Pfade – erwarten eine Zeit der Umwälzung.