Weraldiz
Die Verhehlung
Von Wahrheiten, die im Schweigen wohnen
Tief in den karg besiedelten Regionen des Ostens Auwharins liegt das Dorf Waldheim am Siebenrück, wo drei Fremde einander begegnen und ein seit jeher gehütetes Geheimnis zu enthüllen suchen.
Was seit Menschengedenken im Stillen bewahrt ward, vermag nun, da alte Bande schwinden, das Geschick aller Beteiligten für alle Zeit zu wenden. Denn unter dem friedsamen Antlitz des Dorfes ruht ein Erbe, das gleich einem schweren Stein auf den Gemütern der Einwohner lastet.
Eine erste Orientierung in Weraldiz
"Wer auf dem Weg durch die Lande Weraldiz' nur nach dem Vertrauten Ausschau hält, wird niemals die Wahrheit erkennen, die im Schatten des Alltäglichen lauert."
— Thora Weisenherz, Wanderheilerin des Schwestern-Kreises
Weraldiz ist eine Welt der verhüllten Geheimnisse. Auf den ersten Blick vertraut – nordisch, schamanistisch – doch unter der Oberfläche pulsiert etwas Fremdes. Die Realität selbst flackert an den Rändern, besonders jetzt, da sich die seltene Himmelsgleiche nähert und die Welt in einen Zustand zwischen Erwartung und Unruhe versetzt.
Die Himmel sprechen eine fremde Sprache
Zwei Sonnen erhellen den Tag: die goldene Dagaz und die bläulich-weiße Kaldaz. Zur Mittagszeit schiebt sich der silberne Planetenring Barkuz zwischen Weraldiz und die Sonnen und taucht die Welt für sechs Stunden in die Schattenruhe – ein gedämpftes Zwielicht, in dem die Schatten seltsam fallen und mancher schwört, Dinge zu sehen, die nicht da sein sollten.
Drei Monde wandeln durch die Nacht: Hwīlô, Marōną und Draupnaz. In 33 Jahren werden sie sich mit den Sonnen zur Himmelsgleiche ausrichten – einem Ereignis, das die Welt das letzte Mal vor 843 Jahren erschütterte und mittlerweile verborgen vom Schleier der Geschichte die Welt formt und gestaltet.
Fünf Kulturen am Rande der Wahrheit
Fünf Völker bewohnen Weraldiz, jedes mit seiner eigenen Art, die Welt zu verstehen – und jedes hütet ein Geheimnis, das es nicht ganz zu begreifen vermag.
In Auwharin wandeln silberhaarige LumarierArgitari zwischen nordischen Stämmen und tragen kosmisches Wissen mit sich, dessen Ursprung niemand zu ergründen wagt. Woher kommen diese Fremden wirklich, und warum fühlt sich ihre Präsenz zugleich vertraut und unmöglich an?
Die Schamanen von Erek Noan hören Stimmen jenseits des Nordlichts – die Bajasdolgi, Wesen, die zwischen den Welten zu wandeln scheinen. Doch sind sie Götter, Ahnen oder etwas gänzlich anderes? In der eisigen Tundra mehren sich die Visionen, und mit ihnen die Fragen.
Non'Gauden hat die Kunst perfektioniert, Realität mit purem Willen zu formen. Ihre Geistesarchitekten erschaffen Wunder durch mentale Disziplin allein – doch was liegt hinter dem Schleier des Höheren Selbst, den sie nie zu durchdringen wagen? Manche flüstern von einem Preis, der in Vergessenheit bezahlt wurde.
In den schwebenden Städten von Cel Atiz durchschreiten Traumwandler geteilte Träume wie andere Straßen. Doch in letzter Zeit flüstert etwas durch diese kollektiven Träume, etwas Altes, das zu erwachen beginnt. Die Traumarchitekten schweigen darüber – oder wissen sie selbst nicht, was dort lauert?
Die Philosophen von Thala Ven'dahl suchen in den Wüsten nach einem verlorenen Paradies, einer Zeit "vor dem Sehen". Ihre uralten Texte sprechen von einer Welt, die anders war, vollkommener vielleicht – doch was geschah, dass diese Welt enden musste?
| Kultur | Wesen | Das Verborgene |
|---|---|---|
| Auwharin | Nordische Stämme und silberhaarige |
Woher kommen die |
| Erek Noan | Schamanen der eisigen Tundra | Wer sind die Bajasdolgi jenseits des Nordlichts? |
| Non'Gauden | Geistesarchitekten der Realitätsformung | Was verbirgt sich hinter dem Schleier des Höheren Selbst? |
| Cel Atiz | Traumwandler schwebender Städte | Was flüstert durch die geteilten Träume? |
| Thala Ven'dahl | Wüstenphilosophen auf der Suche | Was geschah in der Zeit "vor dem Sehen"? |
Die Zeichen mehren sich
Weraldiz verändert sich. In den Tiefenschlünden – jenen geheimnisvollen unterirdischen Netzwerken – pulsieren die Energieadern intensiver als je zuvor. Kinder erwachen spontan mit psionischen Gaben, die ihre Eltern nie besaßen. Menschen an verschiedenen Orten träumen dieselben Träume. Und manchmal, in den Winkeln des Blickfelds, huschen Schatten, die zu wissen scheinen, was wir vergessen haben.
Angesichts der nahenden Himmelsgleiche ringen Gelehrte und Anführer um die richtige Antwort. Manche fordern Isolation – die magischen Barrieren zu verstärken und das Unbekannte auszusperren. Andere plädieren für vorsichtige Kontrolle, eine bedachte Öffnung unter strengster Überwachung. Und dann gibt es jene, die von Transformation sprechen, vom Wagnis, sich dem Wandel zu stellen und eine neue Ära vorzubereiten, koste es, was es wolle.
Für deine Reise
Als Spieler findest du hier Charaktere zwischen den Welten – Brückenbauer zwischen Traditionen, Suchende nach verborgenen Wahrheiten, Beschützer gegen das erwachende Unbekannte.
Als Spielleiter erwartet dich eine Welt, die sich nicht erklärt, sondern enthüllt. Geheimnisse liegen in Schichten verborgen, NPCs verfolgen eigene Agendas, und die ständige Frage schwebt über allem: Was ist real?
Weraldiz wartet nicht auf Helden. Es wartet auf jene, die bereit sind, zwischen den Zeilen zu lesen und in den Schatten des Vertrauten nach der Wahrheit zu suchen.